- 06.11.2015, 18:00:01
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Dank für Einsatz und Geschlossenheit
Haslauer und Berthold bei Dankes-Fest für Vertreter der Einsatzorganisationen und ehrenamtliche Helfer
Utl.: Haslauer und Berthold bei Dankes-Fest für Vertreter der
Einsatzorganisationen und ehrenamtliche Helfer =
Salzburg (OTS) - Seit Ende August steht Salzburg angesichts der
durchreisenden Flüchtlings-ströme tagtäglich vor der Herausforderung,
diese Ausnahmesituation mit dem nötigen humanitären
Verantwortungsbewusstsein zu bewältigen und gleichzeitig weitgehend
geregelte Alltagsbedingungen für die Bevölkerung sicherzustellen.
"Was hier von allen Organisationen und freiwilligen Helfern in diesem
anhaltend langem Zeitraum an tatkräftigem Engagement, an Logistik und
an persönlichem Einsatz geleistet wird, kann nicht hoch genug bedankt
und anerkannt werden. Diese Kraft der Hilfsbereitschaft, einer so
großen Anzahl von Menschen auf der Flucht vor Krieg und Verfolgung
mit Anstand zu helfen, ihnen eine menschenwürdige Behandlung mit
bestmöglicher Versorgung und Betreuung zu garantieren, ist mehr als
beeindruckend und zeigt die Geschlossenheit und den Willen der
Zusammenarbeit in unserem Land", erklärte Landeshauptmann Dr.
Wilfried Haslauer heute, Freitag, 6. November, bei einem Empfang von
Vertretern der Einsatzorganisationen und von ehrenamtlichen Helfern
im Müllner Bräustübl, zu dem er gemeinsam mit Salzburgs Bürgermeister
Dr. Heinz Schaden eingeladen hatte.
"Wir haben eine Herausforderung gemeistert, die meilenweit über die
üblichen Aufgaben einer Stadtverwaltung hinausgehen. Weit mehr als
hundert Kolleginnen und Kollegen aus mehr als einem Dutzend
Dienststellen des Magistrats haben tausende Einsatzstunden geleistet.
Wir alle haben Augenmaß, Improvisationsgabe und Durchhaltevermögen
bewiesen. Und wir haben es in hervorragender und vertrauensvoller
Atmosphäre geschafft, uns mit den Kollegen der anderen
Gebietskörperschaften, Einsatzorganisationen und
Nichtregierungsorganisationen zu vernetzen. Eine jede und ein jeder
von uns hat in diesen Einsatzwochen viele Menschen kennengelernt, von
denen wir jetzt wissen, dass wir uns aufeinander verlassen können.
Das wird über den Flüchtlingseinsatz hinaus auf Dauer nachwirken", so
Schaden.
"Die zahlreichen freiwilligen Helferinnen und Helfer, die stark
aufgestellten Hilfsorganisationen Rotes Kreuz, Caritas, Malteser,
Arbeiter-Samariterbund, Hilfswerk, Verein Menschen.Leben,
SOS-Kinderdorf, Jugend am Werk, Diakonie Flüchtlingsdienst und
Diakoniewerk haben mich in den vergangenen Tagen und Monaten eines
gelehrt: Mitmenschlichkeit und solidarischer Einsatz füreinander
haben für immer mehr Menschen einen großen Wert. Ich danke allen
Unterstützenden von ganzem Herzen. Ohne euch würde Menschlichkeit in
Salzburg nicht groß geschrieben werden können", unterstrich auch
Landesrätin Martina Berthold, zuständig für Asyl und Integration im
Land Salzburg.
Der Landes-Einsatzstab steht täglich 16 Stunden mit drei Personen im
Einsatz, dabei wurden im Oktober 1.700 Stunden geleistet. Dazu kommen
zahlreiche Stunden aus weiteren Dienststellen wie zum Beispiel den
Regierungsbüros, der Liegenschaftsverwaltung, der
Landes-Sanitätsdirektion, der Landes-Baudirektion sowie dem
Landes-Medienzentrum und dem Info-Z der Stadt.
Die Salzburger Polizei hat täglich rund 20 Prozent ihres Personals
aus dem gesamten Bundesland Salzburg im Einsatz. Die Polizeiarbeit
erstreckt sich von einem humanitären, sicherheits- und
ordnungspolizeilichen, kriminalpolizeilichen, fremdenpolizeilichen
sowie grenzpolizeilichen Einsatz bis zur Bearbeitung asylrechtlicher
Aufgaben.
Die Zahl von 152 Bundesheersoldaten im Assistenzeinsatz wurde seit
Ende Oktober auf 284 erhöht. Zusätzlich dazu stehen pro Tag rund 80
Soldaten im Einsatz zur Unterstützungsleistung für das Land Salzburg
und zivile Einsatzorganisationen. Die logistische Leistung ist
beachtlich: Pro Tag werden 2.000 Portionen Essen und 1.800 Liter Tee
vom Bundesheer ausgegeben.
Vom Roten Kreuz wurden im Oktober im Flüchtlingseinsatz 105.610
Personen betreut, 13.743 davon medizinisch. 478 Mal wurden Kranke
oder Verletzte ins Krankenhaus gebracht. Insgesamt hatte das Rote
Kreuz gemeinsam mit dem Arbeiter-Samariterbund und dem Malteser
Hilfsdienst 1.742 Personen im Einsatz, verstärkt von 100 Helfern vom
Team Österreich.
21 hauptamtliche Caritas Mitarbeiter waren neben ihrem Hauptjob bei
der Flüchtlingshilfe im Einsatz. Es gab im Oktober rund 1.500
Einsätze von freiwilligen Helfern, wobei hier manche Freiwillige an
mehreren Tagen im Einsatz waren. Es wurden zirka 200 Tonnen an
Lebensmittelspenden, Wasser, Hygieneartikeln und Kleiderspenden
verteilt.
Die mehr als 450 freiwilligen Helfer, die seit September an der
Grenze tätig waren und danach auch in der ehemaligen
Autobahnmeisterei kräftig mithalfen, leisteten im Oktober rund 10.000
Einsatzstunden für die Transitreisenden. Sie haben sich unter dem
Namen Helferz.org zusammengeschlossen und sind unermüdlich 24 Stunden
im Einsatz.
Positives weltweites Medienecho
Gleichzeitig steht Salzburgs Flüchtlingssituation im Rampenlicht der
internationalen Medienberichterstattung. Globale Medienunternehmen
wie die New York oder die Los Angeles Times, CBC Canada, Aljazeera
sowie TV-Teams aus Japan, der Ukraine, Ungarn, der Schweiz und vielen
anderen Nationen berichten täglich von der Flüchtlingssituation
abseits der Klischees von Sound of Music und Mozartkugel. Sie haben
viele Hotspots in anderen Ländern besucht und manchmal chaotische
Zustände erlebt. Die Organisation und der Umgang mit den Flüchtlingen
hier in Salzburg sei vorbildlich, so der Grundtenor der Berichte und
der persönlichen Rückmeldungen der Medienvertreter.
Koordination für Hilfswillige
Sehr groß ist die Hilfsbereitschaft der Salzburger Bevölkerung, sei
es mit Sachspenden oder freiwilliger Hilfe. Um die Hilfsangebote
optimal aufeinander abzustimmen, wurde die Plattform
www.salzburghilft.at ins Leben gerufen. Sie wurde kürzlich um eine
Online-Vermittlungsbörse ergänzt und verbindet all jene, die sich
engagieren wollen, auf der einen Seite und die Salzburger
Hilfsorganisationen auf der anderen Seite. Von der Caritas, über das
Rote Kreuz, den Maltesern, dem Hilfswerk, dem Samariterbund, oder dem
Verein Menschenleben – es gibt viele Vereine, die man unterstützen
kann und die wiederum Hilfsarbeiten vor Ort gut koordinieren.
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