Dank für Einsatz und Geschlossenheit

Haslauer und Berthold bei Dankes-Fest für Vertreter der Einsatzorganisationen und ehrenamtliche Helfer

Salzburg (OTS) - Seit Ende August steht Salzburg angesichts der durchreisenden Flüchtlings-ströme tagtäglich vor der Herausforderung, diese Ausnahmesituation mit dem nötigen humanitären Verantwortungsbewusstsein zu bewältigen und gleichzeitig weitgehend geregelte Alltagsbedingungen für die Bevölkerung sicherzustellen. "Was hier von allen Organisationen und freiwilligen Helfern in diesem anhaltend langem Zeitraum an tatkräftigem Engagement, an Logistik und an persönlichem Einsatz geleistet wird, kann nicht hoch genug bedankt und anerkannt werden. Diese Kraft der Hilfsbereitschaft, einer so großen Anzahl von Menschen auf der Flucht vor Krieg und Verfolgung mit Anstand zu helfen, ihnen eine menschenwürdige Behandlung mit bestmöglicher Versorgung und Betreuung zu garantieren, ist mehr als beeindruckend und zeigt die Geschlossenheit und den Willen der Zusammenarbeit in unserem Land", erklärte Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer heute, Freitag, 6. November, bei einem Empfang von Vertretern der Einsatzorganisationen und von ehrenamtlichen Helfern im Müllner Bräustübl, zu dem er gemeinsam mit Salzburgs Bürgermeister Dr. Heinz Schaden eingeladen hatte.

"Wir haben eine Herausforderung gemeistert, die meilenweit über die üblichen Aufgaben einer Stadtverwaltung hinausgehen. Weit mehr als hundert Kolleginnen und Kollegen aus mehr als einem Dutzend Dienststellen des Magistrats haben tausende Einsatzstunden geleistet. Wir alle haben Augenmaß, Improvisationsgabe und Durchhaltevermögen bewiesen. Und wir haben es in hervorragender und vertrauensvoller Atmosphäre geschafft, uns mit den Kollegen der anderen Gebietskörperschaften, Einsatzorganisationen und Nichtregierungsorganisationen zu vernetzen. Eine jede und ein jeder von uns hat in diesen Einsatzwochen viele Menschen kennengelernt, von denen wir jetzt wissen, dass wir uns aufeinander verlassen können. Das wird über den Flüchtlingseinsatz hinaus auf Dauer nachwirken", so Schaden.

"Die zahlreichen freiwilligen Helferinnen und Helfer, die stark aufgestellten Hilfsorganisationen Rotes Kreuz, Caritas, Malteser, Arbeiter-Samariterbund, Hilfswerk, Verein Menschen.Leben, SOS-Kinderdorf, Jugend am Werk, Diakonie Flüchtlingsdienst und Diakoniewerk haben mich in den vergangenen Tagen und Monaten eines gelehrt: Mitmenschlichkeit und solidarischer Einsatz füreinander haben für immer mehr Menschen einen großen Wert. Ich danke allen Unterstützenden von ganzem Herzen. Ohne euch würde Menschlichkeit in Salzburg nicht groß geschrieben werden können", unterstrich auch Landesrätin Martina Berthold, zuständig für Asyl und Integration im Land Salzburg.

Der Landes-Einsatzstab steht täglich 16 Stunden mit drei Personen im Einsatz, dabei wurden im Oktober 1.700 Stunden geleistet. Dazu kommen zahlreiche Stunden aus weiteren Dienststellen wie zum Beispiel den Regierungsbüros, der Liegenschaftsverwaltung, der Landes-Sanitätsdirektion, der Landes-Baudirektion sowie dem Landes-Medienzentrum und dem Info-Z der Stadt.

Die Salzburger Polizei hat täglich rund 20 Prozent ihres Personals aus dem gesamten Bundesland Salzburg im Einsatz. Die Polizeiarbeit erstreckt sich von einem humanitären, sicherheits- und ordnungspolizeilichen, kriminalpolizeilichen, fremdenpolizeilichen sowie grenzpolizeilichen Einsatz bis zur Bearbeitung asylrechtlicher Aufgaben.

Die Zahl von 152 Bundesheersoldaten im Assistenzeinsatz wurde seit Ende Oktober auf 284 erhöht. Zusätzlich dazu stehen pro Tag rund 80 Soldaten im Einsatz zur Unterstützungsleistung für das Land Salzburg und zivile Einsatzorganisationen. Die logistische Leistung ist beachtlich: Pro Tag werden 2.000 Portionen Essen und 1.800 Liter Tee vom Bundesheer ausgegeben.

Vom Roten Kreuz wurden im Oktober im Flüchtlingseinsatz 105.610 Personen betreut, 13.743 davon medizinisch. 478 Mal wurden Kranke oder Verletzte ins Krankenhaus gebracht. Insgesamt hatte das Rote Kreuz gemeinsam mit dem Arbeiter-Samariterbund und dem Malteser Hilfsdienst 1.742 Personen im Einsatz, verstärkt von 100 Helfern vom Team Österreich.

21 hauptamtliche Caritas Mitarbeiter waren neben ihrem Hauptjob bei der Flüchtlingshilfe im Einsatz. Es gab im Oktober rund 1.500 Einsätze von freiwilligen Helfern, wobei hier manche Freiwillige an mehreren Tagen im Einsatz waren. Es wurden zirka 200 Tonnen an Lebensmittelspenden, Wasser, Hygieneartikeln und Kleiderspenden verteilt.

Die mehr als 450 freiwilligen Helfer, die seit September an der Grenze tätig waren und danach auch in der ehemaligen Autobahnmeisterei kräftig mithalfen, leisteten im Oktober rund 10.000 Einsatzstunden für die Transitreisenden. Sie haben sich unter dem Namen Helferz.org zusammengeschlossen und sind unermüdlich 24 Stunden im Einsatz.

Positives weltweites Medienecho

Gleichzeitig steht Salzburgs Flüchtlingssituation im Rampenlicht der internationalen Medienberichterstattung. Globale Medienunternehmen wie die New York oder die Los Angeles Times, CBC Canada, Aljazeera sowie TV-Teams aus Japan, der Ukraine, Ungarn, der Schweiz und vielen anderen Nationen berichten täglich von der Flüchtlingssituation abseits der Klischees von Sound of Music und Mozartkugel. Sie haben viele Hotspots in anderen Ländern besucht und manchmal chaotische Zustände erlebt. Die Organisation und der Umgang mit den Flüchtlingen hier in Salzburg sei vorbildlich, so der Grundtenor der Berichte und der persönlichen Rückmeldungen der Medienvertreter.

Koordination für Hilfswillige

Sehr groß ist die Hilfsbereitschaft der Salzburger Bevölkerung, sei es mit Sachspenden oder freiwilliger Hilfe. Um die Hilfsangebote optimal aufeinander abzustimmen, wurde die Plattform www.salzburghilft.at ins Leben gerufen. Sie wurde kürzlich um eine Online-Vermittlungsbörse ergänzt und verbindet all jene, die sich engagieren wollen, auf der einen Seite und die Salzburger Hilfsorganisationen auf der anderen Seite. Von der Caritas, über das Rote Kreuz, den Maltesern, dem Hilfswerk, dem Samariterbund, oder dem Verein Menschenleben – es gibt viele Vereine, die man unterstützen kann und die wiederum Hilfsarbeiten vor Ort gut koordinieren.

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