- 06.11.2015, 11:54:46
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LH Pröll stellte Arbeitsschwerpunkte für das Mostviertel vor
Wirtschaft stärken und Infrastruktur weiter entwickeln
Utl.: Wirtschaft stärken und Infrastruktur weiter entwickeln =
St. Pölten (OTS/NLK) - Im Zuge einer Pressekonferenz in Amstetten
stellte Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll heute, Freitag, die aktuellen
Arbeitsschwerpunkte für das Mostviertel vor. Der Focus liegt dabei
vor allem auf den Themen Arbeit und Wirtschaft, Export sowie
Weiterentwicklung der Infrastruktur.
Am Arbeitsmarkt stehe man derzeit vor einer divergierenden Situation,
skizzierte Pröll die Ausgangslage: „Zum einen haben wir in
Niederösterreich erstmals die Schallmauer von 600.000 Beschäftigten
durchbrochen. Das ist der höchste Beschäftigtenstand, den wir jemals
hatten. Zum anderen haben wir aber auch die Situation, dass wir
derzeit in Niederösterreich rund 53.000 Arbeitslose haben.“ Auch die
Situation im Mostviertel zeige ein divergierendes Bild, stellte der
Landeshauptmann fest. Während es in Amstetten (+4 Prozent) und
Waidhofen an der Ybbs (+12,1 Prozent) einen Anstieg der
Arbeitslosigkeit gebe, sei in den Bezirken Melk mit -4,5 Prozent und
Scheibbs mit -4,6 Prozent ein Rückgang zu verzeichnen.
„Die Situation am Arbeitsmarkt fordert uns heraus. Was uns dabei aber
zu Gute kommt, ist die Tatsache, dass wir eine gute Grundlage
vorfinden, weil wir intensiv daran gearbeitet haben, eine stabile
Wirtschaftsstruktur zu entwickeln“; betonte Pröll. So seien zum
Beispiel im Mostviertel seit 2013 21 Projekte bei den
Betriebsansiedlungen und -erweiterungen abgewickelt, 664 Projekte
über den Wirtschafts- und Tourismusfonds gefördert und 35
Regionalförderungsprojekte unterstützt worden. „Damit haben wir rund
21.000 Arbeitsplätze geschaffen und abgesichert“, so der
Landeshauptmann.
Dazu sei im Mostviertel eine „äußerst positive Tourismus-Entwicklung“
zu verzeichnen, verwies Pröll auf eine Steigerung in diesem Bereich
von 5,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dazu beigetragen habe auch
die erfolgreiche Landesausstellung 2015, zu der mehr als 280.000
Besucher gekommen sind. „Wir haben damit rund 30 Millionen Euro an
zusätzliche Wertschöpfung in die Region gebracht“, bilanzierte der
Landeshauptmann.
Im Blick auf die Exportwirtschaft stellte Pröll fest: „In den Jahren
2013 und 2014 haben wir bei den Exporten die 20 Milliarden
Euro-Grenze geknackt.“ Damit würden rund 220.000 Arbeitsplätze in
Niederösterreich abgesichert, betonte er. In der Vergangenheit habe
man vor allem die Exportmärkte in Osteuropa, Russland, Türkei und den
Vereinigten Arabischen Emiraten intensiv bearbeitet und davon hätten
auch Mostviertler Betriebe wie zum Beispiel Chilli-Kreationen
Fireland Foods aus Ruprechtshofen oder Stöckl Parkett aus Kematen
profitiert. Bei den nächsten Schritten würden vor allem die Märkte in
Großbritannien und den USA eine besondere Rolle spielen: „Hier gibt
es riesige Chancen für unser Know-how, etwa im Bereich der
Agrartechnologie, der Umwelttechnologie oder im Maschinen- und
Anlagenbau.“ Um die Klein- und Mittelunternehmen zu unterstützen,
wolle man durch neue Ausschreibungsformalitäten diese Betriebe besser
an Ausschreibungen und Aufträgen der öffentlichen Hand teilhaben
lassen, informierte Pröll weiters. Dazu werde die gewerkeweise
Ausschreibung auf alle Landesgesellschaften und nachgelagerten
Landesorganisationen ausgeweitet.
Ein besonderes Anliegen sei auch die Stärkung der Wirtshauskultur,
ging der Landeshauptmann auf einen weiteren Schwerpunkt ein. „Unsere
Wirte sind das Rückgrat der gesamten touristischen Entwicklung“,
betonte er dazu. So seien im Mostviertel rund 1.500 Unternehmen in
der Gastronomie und Hotellerie tätig. Um sie angesichts neuer
Vorschriften wie Rauchverbot, Allergenkennzeichnung und
Registrierkassenpflicht zu unterstützen, habe man ein
Wirteförderpaket auf die Beine gestellt, um sie bei
Schulungsmaßnahmen zu unterstützen und einen besseren und direkteren
Zugang zu Förderungen zu ermöglichen.
Seit 2013 seien im Mostviertel rund 55 Millionen Euro in den
Straßenausbau investiert worden, betonte Pröll zum Bereich der
Infrastruktur: in den dreispurigen Ausbau der A1 zwischen Pöchlarn
und Ybbs, in die Sanierung der Donaubrücke Grein und die Umfahrung
Steinakirchen. Bis 2018 möchte man insgesamt 124 Millionen Euro in
den weiteren Ausbau investieren, so zum Beispiel in den dreispurigen
Ausbau der A1 zwischen Pöchlarn und Melk, in die Umfahrung Wieselburg
und in die B 123 Umfahrung Pyburg-Windpassing.
Rund 150 Millionen Euro werde man in Niederösterreich gemeinsam mit
EVN/kabelplus und A1 in den Breitband-Ausbau investieren. Im
Mostviertel ist das Ybbstal Pilotregion, erste Glasfaseranschlüsse
werden im Frühjahr 2016 fertig, neun Kleinregionen haben Interesse
angemeldet.
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