• 05.11.2015, 12:27:01
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Mitterlehner/Leitl: Millionen-Publikum für Österreich bei der EXPO Mailand ‒ Neue Impulse für Export und Tourismus

2,4 Millionen stürmten Österreichs Pavillon — Neue Exportchancen von Holzwirtschaft bis Ingenieurs-Know-how — Heimische Gesamtexporte sollen 2016 deutlich zulegen

EXPO 2015 Bilanz Pressekonferenz- Baumpflanzung im
Garten der Botschaft Italiens in Wien

Utl.: 2,4 Millionen stürmten Österreichs Pavillon — Neue
Exportchancen von Holzwirtschaft bis Ingenieurs-Know-how —
Heimische Gesamtexporte sollen 2016 deutlich zulegen =

Wien (OTS/BMWFW/WKO) - „Unser Expo-Auftritt hat sich mehrfach
ausgezahlt und war eine gute Plattform, um das Know-how der
heimischen Wirtschaft zu präsentieren. Angesichts der rund 2,4
Millionen Besucher können wir eine positive Bilanz ziehen“, sagte
Vizekanzler und Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner am
Donnerstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit
Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl, EXPO-Regierungskommissär
Josef Pröll, dem italienischen Botschafter Giorgio Marrapodi und
EXPO-Generalkommissär Bruno Antonio Pasquino in der italienischen
Botschaft in Wien. Jeder zehnte Gast besuchte während der sechs
Monate der EXPO den dichten Wald, der die Innenfläche des Pavillons
ausfüllte. „Unser Pavillon hat in jeder Hinsicht für frischen Wind
gesorgt. Wir haben nicht nur informiert, sondern auch inspiriert. Die
Präsentation der einmaligen Luft- und Lebensqualität hat ein
stimmiges Umfeld geschaffen, um unsere wirtschaftlichen Stärken bei
Öko-Innovationen und als Tourismusdestination vorzustellen“, sagte
Mitterlehner.

Mehrfach ausgezeichneter Pavillon - beeindruckend inszenierte
Waldlandschaft

Das ungewöhnliche Konzept eines Waldkosmos mit dem Motto
„breathe.austria“ fand viel Anklang, in der internationalen Fach- und
Medienwelt ebenso wie auf höchster Ebene: Zum Finale prämierte das
Bureau International des Expositions (BIE) das Ausstellungs-Design
des Österreich-Pavillons mit dem ersten Preis in der Kategorie für
Pavillons mit einer Fläche bis zu 2.000 Quadratmetern. Zuvor
zeichneten bereits das italienische Umweltministerium sowie EXPO 2015
SpA den Österreich-Auftritt für seine nachhaltige Architektur aus.
„Inmitten digital animierter Länder-Pavillons entwickelte sich die
analoge Präsentation von breathe.austria zum absoluten
Publikumsliebling. Der Besucherandrang war insgesamt höher als bei
Top-Sehenswürdigkeiten wie dem Schloss Schönbrunn oder der Festung
Hohensalzburg“, verdeutlichte Wirtschaftskammer-Präsident Christoph
Leitl.

Podium für vielfältige Kompetenzen der heimischen Wirtschaft

Im Zuge der EXPO konnte Österreich die wirtschaftlichen Bande zum
Nachbarland Italien weiter vertiefen: Heimische Unternehmen knüpften
bei rund 170 Veranstaltungen am Pavillon neue Kontakte, 1.900
österreichische und internationale Gruppen sowie Delegationen wurden
durch die Präsentation geführt. „Unser unkonventioneller Auftritt
lieferte neue Facetten zum vorhandenen Österreich-Bild im Nachbarland
Italien. Nach dem Anstoß durch die EXPO wollen wir nun
Transfer-Effekte nützen“, betonte Leitl.

Italien ist nach Deutschland zweitwichtigster Wirtschaftspartner
Österreichs. Eine Studie der KMU Forschung Austria sieht in Folge der
EXPO-Präsenz bei Nahrungsmitteln durch den Country-of-Origin-Effekt
ein beträchtliches Wachstumspotenzial und ebenso Ausstrahlungseffekte
auf andere Produktgruppen. Die internationale Leistungsschau eröffnet
damit auch für Umwelttechnologien, das Ingenieurs- und
Planungs-Know-how Österreichs und die heimische Holzwirtschaft neue
Marktchancen. Holz war im Sinne der Ressourcenschonung einer der
wichtigsten Baustoffe der EXPO, rund ein Drittel davon stammte aus
Österreich.

Ausblick Export: Außenwirtschaft zieht 2016 deutlich an

Auf Basis von Prognosen von WKO und WIFO erwarten Mitterlehner und
Leitl im kommenden Jahr bei den weltweiten Warenausfuhren Österreichs
eine Steigerung um
4,7 Prozent auf 137,7 Milliarden Euro. Das wäre eine deutliche
Beschleunigung gegenüber 2015 mit einer Wachstumsprognose von 2,7
Prozent. Maßgeschneiderte Unterstützung für Export-Betriebe bietet
die heuer neu aufgelegte Internationalisierungsoffensive „go
international“, die vom Wirtschaftsministerium finanziert und von der
Außenwirtschaftsorganisation der Wirtschaftskammer Österreich
abgewickelt wird. Die Verlängerung bis 2019 sorgt für Kontinuität und
Planungssicherheit. „Insgesamt stehen über vier Jahre 56 Millionen
Euro zur Verfügung. Unser Ziel ist es, 8.000 neue Exporteure zu
gewinnen und damit den Meilenstein von 60.000 Exporteuren zu
überspringen“, sagte Mitterlehner.

Sommersaison: Renaissance italienischer Gäste

Die Weltausstellung eröffnete auch für den Tourismus neue
Perspektiven: Österreichs einmalige Landschaften, Seen mit
Trinkwasserqualität und die Angebote zur Entschleunigung werden in
Italien besonders geschätzt. Im EXPO-Jahr ist beim viertwichtigsten
Herkunftsmarkt für Österreich ein deutliches Plus zu verzeichnen: In
der Sommersaison zwischen Mai und September 2015 stieg die Zahl
italienischer Gäste um neun Prozent gegenüber dem Vorjahr auf
insgesamt 581.700 Ankünfte. Insgesamt wurden 1.695.200 Nächtigungen
gezählt.

21 Millionen besuchten den internationalen Mega-Event

Insgesamt zählte die Weltausstellung in Mailand 21 Millionen
Besucher. In Summe präsentierten sich mehr als 145 Staaten. Die
Österreich-Präsentation wurde mit einem Budget von 12 Millionen Euro
realisiert, das vom Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und
Wirtschaft (BMWFW) und von der Wirtschaftskammer Österreich getragen
wurde. Die Zustimmung zur Beteiligung war ausgesprochen hoch: 84
Prozent der Österreicher hielten bei einer GfK-Befragung den Beitrag
zur Weltausstellung für wichtig.
„Unser Pavillon präsentierte sich bewusst als angenehmer Gegenpol zum
Informations-Stakkato vieler Präsentationen. Die Waldoase mit bis zu
zwölf Meter hohen Bäumen und raffinierten Nebeleffekten sorgte für
ein besonders erfrischendes Mikroklima ‒ die gefühlte Temperatur lag
deutlich unter jener in der Umgebung“, erläuterte
EXPO-Regierungskommissär Josef Pröll. Intelligente Technologien
begleiteten das Naturerlebnis: Die Energieerzeugung erfolgte
ausschließlich mit Photovoltaik, erstmals kam eine
Farbstoffsolarzelle großflächig zum Einsatz, eine sogenannte
Grätzelzelle. Insgesamt waren mehr als 30 Unternehmen an der
Umsetzung beteiligt.

Sämtliche Komponenten des Österreich-Pavillons werden jetzt einer
Wiederverwertung zugeführt. Die Bäume des Waldes werden an mehreren
Plätzen eine neue Heimat finden. Eine Schwarzföhre wurde heute im
Beisein von Giorgio Marrapodi, Botschafter der Republik Italien in
Österreich, und des EXPO-Generalkommissär Bruno Antonio Pasquino im
Garten der italienischen Botschaft in Wien eingepflanzt.

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at

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