- 03.11.2015, 09:52:11
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ÖAMTC-Umfrage: Österreicher gegen Road Pricing-Pläne der EU
61 Prozent der Österreicher mit der Autobahn-Vignette zufrieden, nur zwölf Prozent Kritiker
Utl.: 61 Prozent der Österreicher mit der Autobahn-Vignette
zufrieden, nur zwölf Prozent Kritiker =
Wien (OTS) - Ein EU-internes Geheimpapier bestätigt nun Aussagen von
Verkehrs-Kommissarin Bulc, wonach die EU-Kommission plant,
Vignettenlösungen zur Straßenfinanzierung abzuschaffen und durch eine
elektronische, kilometerabhängige Maut (Road Pricing) zu ersetzen.
Das stößt bei Bernhard Wiesinger, Leiter der
ÖAMTC-Interessenvertretung, auf harsche Kritik: "Erstens hat die EU
gar keine Kompetenz, die Bemautung von Pkw zu regulieren und zweitens
wird die Diskussion rund um das Thema Road Pricing seitens der
Kommission mit fadenscheinigen Argumenten vorangetrieben, die einer
genaueren Überprüfung nicht standhalten."
Fakt ist: Road Pricing mag auf den ersten Blick vielleicht fairer
und gerechter erscheinen. Auf den zweiten Blick offenbart sich dann
jedoch, dass es beispielsweise Tür und Tor für laufende und
unauffällige Erhöhungen des Kilometerentgeltes öffnet. "Bei
Kilometerpreisen im Cent-Bereich ist es für die Politik viel
leichter, Erhöhungen durchzusetzen als bei einem transparenten Preis
für eine Jahresvignette", erklärt Wiesinger.
Fakt ist: Road Pricing verschlingt im Erhalt und Betrieb
erfahrungsgemäß bis zu 20 Prozent der Einnahmen. Im Vergleich dazu
verursachen Produktion und Vertrieb der Vignette Kosten von lediglich
sieben Prozent der Einnahmen. Diese hohen Systemerhaltungskosten
würden die Benützung von Autobahnen und Schnellstraßen für alle
empfindsam verteuern. "Das hätte mit Sicherheit ein vermehrtes
Ausweichen auf das niederrangige und weitaus unsicherere Straßennetz
zur Folge", warnt der Chef der ÖAMTC-Interessenvertretung.
Fakt ist: Road Pricing führt zu einer massiven Mehrbelastung aller
Autofahrer, aber ganz besonders der ländlichen Bevölkerung und der
vielen Pendler, die für den Arbeitsweg auf ihr Auto angewiesen sind.
Österreicher bevorzugen Vignetten-System
Die Position des Clubs wird auch durch das Ergebnis einer
aktuellen, vom ÖAMTC beim Meinungsforschungsinstitut GfK in Auftrag
gegebenen, repräsentativen Umfrage bekräftigt. Demnach wird Road
Pricing zwar als fairer erachtet, sonst aber rundum abgelehnt. "Nach
Meinung der 2.000 Befragten ist Road Pricing teurer, komplizierter in
der Handhabung, fördert den 'gläsernen Bürger', ist schlecht für
Pendler und teurer für Bewohner im ländlichen Raum", fasst Bernhard
Wiesinger die wichtigsten Aussagen zusammen. Und noch etwas anderes
hat die Umfrage deutlich gezeigt. Die Österreicher wollen das
bewährte Vignetten-System beibehalten. "61 Prozent der Befragten
zeigten sich damit 'sehr zufrieden' oder 'eher zufrieden' - Kritik
daran kommt lediglich von zwölf Prozent", zitiert der Chef der
ÖAMTC-Interessenvertretung abschließend ein Ergebnis aus der Umfrage.
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