ÖAMTC-Umfrage: Österreicher gegen Road Pricing-Pläne der EU

61 Prozent der Österreicher mit der Autobahn-Vignette zufrieden, nur zwölf Prozent Kritiker

Wien (OTS) - Ein EU-internes Geheimpapier bestätigt nun Aussagen von Verkehrs-Kommissarin Bulc, wonach die EU-Kommission plant, Vignettenlösungen zur Straßenfinanzierung abzuschaffen und durch eine elektronische, kilometerabhängige Maut (Road Pricing) zu ersetzen. Das stößt bei Bernhard Wiesinger, Leiter der ÖAMTC-Interessenvertretung, auf harsche Kritik: "Erstens hat die EU gar keine Kompetenz, die Bemautung von Pkw zu regulieren und zweitens wird die Diskussion rund um das Thema Road Pricing seitens der Kommission mit fadenscheinigen Argumenten vorangetrieben, die einer genaueren Überprüfung nicht standhalten."

Fakt ist: Road Pricing mag auf den ersten Blick vielleicht fairer und gerechter erscheinen. Auf den zweiten Blick offenbart sich dann jedoch, dass es beispielsweise Tür und Tor für laufende und unauffällige Erhöhungen des Kilometerentgeltes öffnet. "Bei Kilometerpreisen im Cent-Bereich ist es für die Politik viel leichter, Erhöhungen durchzusetzen als bei einem transparenten Preis für eine Jahresvignette", erklärt Wiesinger.

Fakt ist: Road Pricing verschlingt im Erhalt und Betrieb erfahrungsgemäß bis zu 20 Prozent der Einnahmen. Im Vergleich dazu verursachen Produktion und Vertrieb der Vignette Kosten von lediglich sieben Prozent der Einnahmen. Diese hohen Systemerhaltungskosten würden die Benützung von Autobahnen und Schnellstraßen für alle empfindsam verteuern. "Das hätte mit Sicherheit ein vermehrtes Ausweichen auf das niederrangige und weitaus unsicherere Straßennetz zur Folge", warnt der Chef der ÖAMTC-Interessenvertretung.

Fakt ist: Road Pricing führt zu einer massiven Mehrbelastung aller Autofahrer, aber ganz besonders der ländlichen Bevölkerung und der vielen Pendler, die für den Arbeitsweg auf ihr Auto angewiesen sind.

Österreicher bevorzugen Vignetten-System

Die Position des Clubs wird auch durch das Ergebnis einer aktuellen, vom ÖAMTC beim Meinungsforschungsinstitut GfK in Auftrag gegebenen, repräsentativen Umfrage bekräftigt. Demnach wird Road Pricing zwar als fairer erachtet, sonst aber rundum abgelehnt. "Nach Meinung der 2.000 Befragten ist Road Pricing teurer, komplizierter in der Handhabung, fördert den 'gläsernen Bürger', ist schlecht für Pendler und teurer für Bewohner im ländlichen Raum", fasst Bernhard Wiesinger die wichtigsten Aussagen zusammen. Und noch etwas anderes hat die Umfrage deutlich gezeigt. Die Österreicher wollen das bewährte Vignetten-System beibehalten. "61 Prozent der Befragten zeigten sich damit 'sehr zufrieden' oder 'eher zufrieden' - Kritik daran kommt lediglich von zwölf Prozent", zitiert der Chef der ÖAMTC-Interessenvertretung abschließend ein Ergebnis aus der Umfrage.

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