- 29.10.2015, 09:53:32
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Wie klug ist die smarte Welt?
The Boston Consulting Group lud kluge Köpfe ein – am 27. Oktober 2015 zum fünften Mal zum Dialog Zukunft:Jetzt! ins 21er Haus.
Utl.: The Boston Consulting Group lud kluge Köpfe ein – am 27.
Oktober 2015 zum fünften Mal zum Dialog Zukunft:Jetzt! ins
21er Haus. =
Wien (OTS) - Zwischen Begeisterung und Angst: Höhere Effektivität und
Wettbewerbsfähigkeit, Kosteneinsparungen und individualisierte
Produktion - das verspricht die Digitalisierung. Aber auch die
Abhängigkeit von Datensicherheit und von technischer Infrastruktur
sowie größere Transparenz und Margendruck für Unternehmen ergeben
sich daraus. Über Chancen und Risiken einer smarten Welt diskutierten
am 27. Oktober im Rahmen des fünften Dialoges der Boston Consulting
Group (BCG) im 21er Haus Dipl.-Ing. Wolfgang Anzengruber
(Vorstandsvorsitzender, VERBUND AG), Dr. h.c. Monika Kircher
(Industriellenvereinigung), Dr. Matthias Strolz (Vorsitzender der
Partei NEOS) sowie Juniorprofessor Alexander Markowetz (Institut für
Informatik III, Universität Bonn); die Veranstaltung wurde moderiert
von Sebastian Loudon (Die Zeit).
Denken viele von uns bei diesem Thema primär noch an Google,
Facebook, Amazon & Co, so ist es eher das Internet of Things (IoT),
das unsere gesamte Lebenswelt verändern wird. Die Anzahl der
miteinander verbundenen Geräte wird 2020 weltweit bei über 50
Milliarden liegen. Die smarte Technologie zieht sich durch alle
Bereiche: Energie, Mobilität, Bildung,Politik, Umwelt, Gebäude und
Gesundheit. Um die neuen Technologien sinnvoll einsetzen zu können,
muss allerdings auch die Gesellschaft smarter - aber vor allem klüger
- werden, nicht nur die Maschinen. Worin besteht aber diese Klugheit?
Schlüsselbereiche Führung und Bildung
Die Gastgeberin der Veranstaltung, Dr. Antonella Mei-Pochtler, Senior
Partnerin bei BCG, ist überzeugt: "Klugheit beinhaltet eine neue Art
der Führung und einen großen Wurf bei der Bildung. Führung 4.0 muss
mit autonomen Menschen und mit Volatilität umgehen können. Bildung
sollte Empathie, Flexibilität und Kreativität fördern. Und Raum für
Spiritualität schaffen. Wir brauchen eine neue gesellschaftliche
Vision für die nächsten 50 Jahre, in der Zusammenarbeit, Flexibilität
und Innovation eine größere Rolle spielen. Was wir jedoch nicht
brauchen, ist Überregulierung.
Die Ängste vor den Folgen der Digitalisierung sind zwar nicht
unbegründet, aber oft überzeichnet. Werden die intelligenten, ja gar
sozialen Maschinensysteme neue Arbeitsplätze schaffen oder uns
ersetzen? "Der Bedarf nach qualifizierten Mitarbeitern nimmt enorm
zu, aber im niedrigqualifizierten Bereich werden Überhänge
entstehen", so Mei-Pochtler. "Insgesamt gehen wir laut einer vor
Kurzem erschienen Studie von einem Mehrbedarf in Höhe von 6 Prozent
bis 2025 aus."
Auch Dr. Monika Kircher sieht die nächste Herausforderung bei den
Führungskräften: "Je komplexer die Herausforderungen werden, desto
klarer muss die Führung sein. Wir haben noch nicht gelernt,
selbststeuernde Systeme zu führen."
Einig waren sich die Diskutanten, dass Bildung mündige, flexible und
kreative Menschen hervorbringen soll und einer grundlegenden Reform
bedarf. Die frühkindliche Erziehung spielt hierbei eine fundamentale
Rolle, gefolgt von lebenslangem Lernen . Die Universitäten sollten
sich daher stärker für berufsbegleitende Studien öffnen.
Digitaler Burnout oder digitale Diät?
Juniorprofessor Alexander Markowetz ist der Meinung, dass sich
diejenigen Unternehmen durchsetzen, die mit den psychischen
Strukturen ihrer Mitarbeiter am besten haushalten und umgehen. Der
Alltag der Menschen ist durch die digitalen Nutzungsgewohnheiten zu
fragmentiert. Das führt zu Depression und auch zu Leistungsverlust.
Man braucht "digitale Diäten", aber keine Abstinenz, wie er in seiner
jüngsten Publikation "Digitaler Burnout" erläutert.
Herausforderungen, aber auch Lösungen für die Zukunft
"Auch in der Energiewirtschaft ist Flexibilität wichtiger denn je",
so Dipl.-Ing. Anzengruber. "Wenn der Kunde Strom benötigt, dann muss
dieser geliefert werden. Auch hier hat sich das Nutzungsverhalten
geändert, und die Energielieferanten müssen auf Spitzenbelastungen
schnell reagieren können." Die zunehmende Volatilität der Erzeugung
und der Preise stellt dabei die Energieversorger vor große
Herausforderungen, die nur zum Teil. mithilfe von Predictive Modeling
und Big Data zu lösen sind. "Auch bei Sonnenfinsternis müssen die
Maschinen laufen!"
Politik in der Geiselhaft der Digitalisierung?
Zwischen Tweets und Shitstorms werden politische Themen heute ganz
anders gesetzt. Dr. Matthias Strolz war bis zu seiner aktiven
politischen Karriere kein aktiver User von sozialen Medien. Aber mit
dem Start der aktiven politischen Tätigkeit war für ihn die
Entscheidung klar. "Man benötigt die sozialen Medien, da sie eine
enorme Hebelwirkung haben. Über soziale Medien können Politiker quasi
täglich eine eigene Zeitung machen. Wer über eine Fangemeinde von
mehr als 200.000 Usern verfügt, kann hier Botschaften schnell an den
Bürger bringen, schneller und breiter als so manche Tageszeitung",
erläutert Strolz. Dies seieine willkommene Alternative zu den
traditionellen Medien, die oft in voreingenommenen Positionen
verweilen.
Eines war für alle Teilnehmer klar: Die smarte digitale Welt benötigt
neue Regeln und vor allem neue Herangehensweisen. Diese müssen in
Europa noch erlernt werden, wenn man mit den amerikanischen
Technologieunternehmen Schritt halten und nicht dominiert werden
möchte. Und unsere Kinder müssen darauf vorbereitet sein, dass sie in
Zukunft in Jobs arbeiten werden, die heute noch nicht existieren.
Um klug mit dieser neuen digitalisierten Welt umgehen zu können,
müssen wir nach der goldenen Mitte zwischen "schreckensgeweiteten"
und "glänzenden" Augen suchen - und dies wird uns noch sehr intensiv
beschäftigen.
Zukunft:Jetzt! - ein Dialog: Die Veranstaltungsreihe der Boston
Consulting Group umfasst 21 Themenfelder, die für die Gesellschaft
und den Standort Österreich im 21. Jahrhundert entscheidend sind. Das
Spektrum der Themen reicht von Währungs- bis Wachstumskrise und
Rohstoff- und Energieherausforderung bis hin zum Arbeitsmarkt sowie
Integrations- und Internetfragen. Sowohl Positionen zu den Thesen aus
Zukunft:Jetzt! - ein Dialog als auch Resultate aus den
Veranstaltungen finden Sie auf www.bcg.at.
Die Themen basieren auf der Erfahrung aus der Zusammenarbeit mit
führenden Unternehmen, NGOs und bedeutenden öffentlichen
Institutionen; die Weiterentwicklung dieses Themensets wird als
offener Prozess verstanden. In unserer Dialogreihe Zukunft:Jetzt!
diskutiert BCG öffentlich mit Gästen aus Wirtschaft, Wissenschaft,
Politik und Kunst darüber, was wir heute tun können, um den Chancen
und Herausforderungen von morgen gerecht zu werden.
The Boston Consulting Group (BCG) ist eine internationale
Managementberatung und weltweit führend auf dem Gebiet der
Unternehmensstrategie. Die Beratung bei Unternehmensakquisitionen
bündelt BCG im globalen BCG Transaction Center. BCG unterstützt
Unternehmen aus allen Branchen und Regionen, Wachstumschancen zu
nutzen und ihr Geschäftsmodell an neue Gegebenheiten anzupassen. In
partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit den Kunden entwickelt BCG
individuelle Lösungen. Gemeinsames Ziel ist es, nachhaltige
Wettbewerbsvorteile zu schaffen, die Leistungsfähigkeit des
jeweiligen Unternehmens zu steigern und das Geschäftsergebnis
dauerhaft zu verbessern.
BCG wurde 1963 von Bruce D. Henderson gegründet, ist heute an 82
Standorten in 46 Ländern vertreten und befindet sich im alleinigen
Besitz seiner Geschäftsführer. Für weitere Informationen: www.bcg.at.
In ihrem Internetportal bcgperspectives.com bündelt The Boston
Consulting Group alle unternehmenseigenen Studien, Kommentare,
Grafiken und Videos und stellt sie online zur Verfügung. Neben
Publikationen zu aktuellen Wirtschafts- und Unternehmensthemen
beinhaltet die Plattform auch Veröffentlichungen aus der über
50-jährigen Unternehmensgeschichte. Das Onlineportal findet sich
unter www.bcgperspectives.com
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