- 21.10.2015, 12:39:05
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Schönborn-Gruppe: Papst soll katholische Ehe-Lehre reformieren
Synodengruppe "Circulus Germanicus" schlägt vor, dass bei wiederverheirateten Geschiedenen künftig ein Priester im Gespräch mit dem jeweils Betroffenen klären soll, ob nach der Schließung einer weiteren Zivilehe "ein Zugang zu den Sakramenten möglich ist"
Utl.: Synodengruppe "Circulus Germanicus" schlägt vor, dass bei
wiederverheirateten Geschiedenen künftig ein Priester im
Gespräch mit dem jeweils Betroffenen klären soll, ob nach der
Schließung einer weiteren Zivilehe "ein Zugang zu den
Sakramenten möglich ist" =
Vatikanstadt (KAP) - Eine umfassende Erneuerung der katholischen
Ehe-Theologie durch das kirchliche Lehramt hat die von Kardinal
Christoph Schönborn geleitete deutsche Sprachgruppe (Circulus
Germanicus) bei der Familiensynode in Rom vorgeschlagen. In dem am
Mittwoch veröffentlichten Abschlussbericht der Gruppe heißt es
wörtlich: "Wir empfehlen ein vertieftes Studium dieser Fragen mit dem
Ziel einer lehramtlichen Neubewertung und einer größeren Kohärenz der
dogmatischen, moraltheologischen und kirchenrechtlichen Aussagen zur
Ehe mit der pastoralen Praxis." Für wiederverheiratete Geschiedene
schlägt die Gruppe vor, dass künftig ein Priester im Gespräch mit dem
jeweils Betroffenen klären soll, ob nach der Schließung einer
weiteren Zivilehe "ein Zugang zu den Sakramenten möglich ist".
Zur deutschen Sprachgruppe bei der aktuellen Versammlung der
Weltbischofssynode in Rom zählen unter anderem - neben dem Wiener
Erzbischof - die Kardinäle Walter Kasper, Reinhard Marx, Gerhard
Ludwig Müller und Christoph Schönborn sowie der Vorarlberger Bischof
Benno Elbs.
Zu Beginn ihres Berichts legen die Kardinäle und Bischöfe der Gruppe
ein Schuldbekenntnis ab und beklagen, dass die Seelsorge durch "harte
und unbarmherzige Haltungen" oft Leid über Menschen gebracht habe.
Dazu zählten "insbesondere ledige Mütter und unehelich geborene
Kinder, Menschen in vorehelichen und nichtehelichen
Lebensgemeinschaften, homosexuell orientierte Menschen und
Geschiedene und Wiederverheiratete". Die Bischöfe bitten in ihrem
Bericht die Betroffenen um Verzeihung.
Mit Blick auf Gender-Theorien erklären die Bischöfe, die
Unterscheidung zwischen biologischer Geschlechtlichkeit und
soziologischer Geschlechterrolle sei zwar möglich. Alle Theorien, die
das Geschlecht des Menschen als nachträgliches Konstrukt ansehe,
seien aber als Ideologie abzulehnen.
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((forts. mgl.)) FAM/GPU
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