- 20.10.2015, 10:35:54
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Frühe Hilfen starten in Niederösterreich im Raum Krems
„Netzwerk Familie“ unterstützt Familien in belastenden Lebenssituationen
Utl.: „Netzwerk Familie“ unterstützt Familien in belastenden
Lebenssituationen =
Wien (OTS) - Im Herbst 2015 startet im Raum Krems in Niederösterreich
ein Frühe-Hilfen-Angebot. Das Land NÖ etabliert mit der Initiative
"Tut gut!" in den Bezirken Krems Stadt und Krems Land unter dem Namen
"Netzwerk Familie" ein regionales Netzwerk, das Familien in
belastenden Lebenssituationen unterstützt. Drei
Familienbegleiterinnen und eine Netzwerkmanagerin stehen seit Anfang
September für die direkte Begleitung der Familien bzw. für den Aufbau
des Netzwerks mit den regionalen Dienstleistungsanbieter/innen zur
Verfügung.
"Mit der neuen Einrichtung Netzwerk Familie können wir über die
gesamte Projektlaufzeit bis zu 100 Familien professionell unter die
Arme greifen. Die vier Mitarbeiterinnen kümmern sich um schwangere
Mütter und Familien mit Kindern bis zu drei Jahren mit
Unterstützungsbedarf. Wir wollen damit Kindern ein gesundes und
chancenreiches Aufwachsen ermöglichen und Familien in belastenden
Situationen ein vielschichtiges Hilfsangebot bereitstellen -
persönlich, individuell, anonym und vor allem kostenlos für alle.
Dazu wird auch ein Netzwerk mit Partnern aus den verschiedensten
Berufsgruppen aufgebaut. Wichtig ist, dass Familien keine Scheu davor
haben, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Wenn sich dieses
Projekt in Krems bewährt, ist ein landesweiter Ausbau geplant",
erläutert Landeshauptmann-Stv. Mag. Wolfgang Sobotka
Michaela Hellerschmid, Netzwerkmanagerin des NETZWERK Familie: "Wir
bieten eine unkomplizierte, schnelle und zielgerichtete Betreuung
direkt vor Ort. Bei uns kann man auch ohne Terminvereinbarung einfach
vorbeikommen. Unser Ziel ist, dass wir als Familienbegleiterinnen
direkt bei den Familien vor Ort sind und somit individuell und
persönlich unterstützen können".
Was sind Frühe Hilfen?
Im Mittelpunkt von "Frühe Hilfen" stehen Familienbegleiter/innen, die
als konkrete Ansprechpersonen für die Familien da sind. Sie helfen
ihnen dabei, geeignete soziale und gesundheitsbezogene Angebote zu
finden und in Anspruch zu nehmen. Die Familienbegleiter/innen
arbeiten in sogenannten "Frühe-Hilfen-Netzwerken", die sich um eine
optimale Vernetzung und Weiterentwicklung dieser Angebote bemühen. Um
Frühe Hilfen möglichst niederschwellig zu gestalten, gehen die
Mitarbeiter/innen der Frühe-Hilfen-Netzwerke aktiv auf belastete
Familien zu - idealerweise bereits während der Schwangerschaft - und
stellen so sicher, dass die Angebote frühzeitig jene erreichen, die
sie benötigen.
Das Projekt "Frühe Hilfen" geht auf eine Initiative des
Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) zurück. Gesundheitsministerin
Sabine Oberhauser zum Nutzen von Frühen Hilfen: "Präventionsmaßnahmen
in der frühen Kindheit sind besonders effizient. Sie wirken sich
langfristig positiv auf die Gesundheit aus und sind ein wirksamer
Beitrag zur gesundheitlichen Chancengerechtigkeit, zur
Armutsbekämpfung und zur Senkung späterer gesundheitlicher Risiken."
Auch der ökonomische Nutzen ist nachweislich bei Maßnahmen in der
frühen Kindheit am größten.
Im Rahmen der Umsetzung der Rahmen-Gesundheitsziele und der Kinder-
und Jugendgesundheitsstrategie treibt das BMG in Kooperation mit den
Ländern und den Sozialversicherungsträgern den Ausbau von Frühen
Hilfen in Österreich zügig voran. Insgesamt sollen bereits Mitte 2016
in rund 45 Prozent aller österreichischen Bezirke
Frühe-Hilfen-Netzwerke zur Verfügung stehen.
Zur Unterstützung der regionalen Umsetzung der Maßnahmen hat das
Gesundheitsministerium an der Gesundheit Österreich ein Nationales
Zentrum Frühe Hilfen eingerichtet. Zu seinen Aufgaben gehören die
bundesweite Vernetzung aller Partner/innen, die Sicherstellung hoher
Qualität in der Umsetzung sowie der Wissenstransfer. Weiters führt es
Schulungen und eine überregionale Evaluation durch und sorgt für ein
einheitliches Dokumentationssystem. "Indem das Gesundheitsministerium
zentrale Aufgaben wie Schulungen, Dokumentation und Evaluation
übernimmt, bleibt in den einzelnen Netzwerken mehr Geld für die
Arbeit mit den Familien", betont Ministerin Oberhauser. "Damit sorgen
wir für einen effizienten Mitteleinsatz und eine einheitliche und
qualitätsgesicherte Umsetzung in ganz Österreich", hält Oberhauser
abschließend fest.
Die Finanzierung des Ausbaus der Frühen Hilfen erfolgt unter anderem
aus den Vorsorgemitteln der Bundesgesundheitsagentur. Bis Frühjahr
2017 werden rund 5 Mio. Euro dafür aufgewendet.
Am 22. Oktober 2015 findet in der Römerhalle Mautern die
Auftaktveranstaltung zu dem im Raum Krems etablierten "Netzwerk
Familie" statt. Die Medienvertreter/innen sind herzlich eingeladen.
Umfassende Informationen sind auf der Website www.fruehehilfen.at und
unter www.noetutgut.at zu finden.
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