• 16.10.2015, 09:38:11
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Spiel, Satz, Sieg seit über fünf Jahrzehnten

Tennis mit Tradition in der Stadthalle: Vom „Kings Cup“ im Jahr 1957 bis zu den heurigen „Erste Bank Open 500“

Utl.: Tennis mit Tradition in der Stadthalle: Vom „Kings Cup“ im
Jahr 1957 bis zu den heurigen „Erste Bank Open 500“ =

Wien (OTS/RK) - Von 17. bis 25. Oktober 2015 finden in der Wiener
Stadthalle, einem Unternehmen der Wien Holding, die "Erste Bank Open
500" statt. Das Turnier ist das fünftgrößte europäische Turnier auf
der ATP World Tour nach den Masters-1000-Events in Madrid, Monte
Carlo, Rom und Paris (indoor) und mit einem Rekordpreisgeld von rund
2,3 Millionen Euro sowie 500 Punkten für die Weltrangliste dotiert.

Sportliche Großereignisse von Weltklasseformat wie das "Erste Bank
Open 500" setzen positive Impulse für den Sport und sind auch ein
wichtiger Faktor für Wirtschaft und Tourismus. Die Aufwertung des
Turniers von 250 auf 500 Punkte zeigt, dass Wien international als
idealer Austragungsort von Großereignissen geschätzt wird. Grund
genug, um einmal auf die Geschichte des Tennis in der Wiener
Stadthalle zurückzublicken. Übrigens: Bilder zur Tennisgeschichte in
der Wiener Stadthalle gibt es auch in einer Slideshow unter
http://bit.ly/1VTZpPG zu sehen.

Premiere mit dem "Kings Cup" im Jahr 1957

Tennis hat in der Wiener Stadthalle eine lange Tradition. Seit
mehr als fünf Jahrzehnten verwandelt sich die große Halle D jährlich
in einen riesigen Center Court. Begonnen hat die Geschichte des
Tennis in der Wiener Stadthalle schon im November 1957. Die große
Arena war noch nicht einmal eröffnet. Doch in den Nebenhallen fanden
bereits die ersten Veranstaltungen statt. Zum ersten Mal wird Tennis
am Vogelweidplatz gespielt. In der Ballspielhalle stand ein Turnier
der "Kings Cup"-Serie auf dem Programm. Drei Tage lang dauerte das
Turnier vom 3. bis zum 5. November. Der "Kings Cup" war ein
europäischer Länderwettbewerb im Hallen-Tennis, der während der
Wintermonate gespielt wurde. König Gustav V. von Schweden, der unter
dem Pseudonym "Mister G" sogar selbst bei internationalen
Tenniswettbewerben antrat und auch in Wimbledon auf dem Rasen stand,
stiftete diesen Pokal im Jahr 1936.

Mit Dänemark bekam Österreich einen für damalige Verhältnisse fast
unüberwindbaren Gegner vorgesetzt. Im österreichischen Team waren
Fred Huber - seine Stärken lagen beim Volley und am Netz - sowie
Franz Saiko. Fred Huber war in Wien so etwas wie der Lokalmatador.
Der geborene Wiener war ein Allroundgenie im Sport. Seine Leistungen
als Eishockey-Tormann und natürlich als Tennisspieler machten ihn
berühmt. Im Laufe seiner Karriere war er mehrfacher österreichischer
Meister im Herren-Einzel, Herren-Doppel und Gemischten-Doppel, er
spielte für Österreich im Daviscup und gewann viele internationale
Turniere.

Für die Dänen traten beim "Kings Cup"-Turnier im Jahr 1957 der
Top-Spieler Kurt Nielsen, der bereits zweimal im Finale von Wimbledon
gestanden hat, sowie der 17-jährige Jan Leschly an. Die Österreicher
galten gegen die Dänen allerdings als krasse Außenseiter. Die vier
Einzel-Spiele und das Doppel endeten letztendlich 4:1 für die Dänen.
Die Österreicher waren chancenlos.

Die Tennisprofis des Jack Kramer

Im Jahr 1958, dem eigentlichen Eröffnungsjahr der Wiener
Stadthalle, flogen die kleinen, damals noch weißen, Bälle neuerlich
über das Netz, diesmal in der großen Halle D. Die weltberühmten
Tennisprofis von Jack Kramer waren zu Gast. Kramer gehörte zu den
besten Tennisspielern der 1940er und 1950er Jahre. Im Jahr 1946 war
er die Nummer 1 in der Tennisweltrangliste. Er gewann im Jahr 1947
den Wimbledon-Pokal und verhalf den USA zu zwei Davis-Cup-Siegen
(1946 und 1947). Einen seiner größten Erfolge konnte Kramer mit Ted
Schroeder feiern, als Sieger im Doppel bei den amerikanischen
Meisterschaften 1940 und 1941. In den 1950er Jahren wurde Kramer
Tennisprofi und tourte mit Ricardo Alonso González, Francisco
Olegario Segura, Frank Sedgman, Robert Riggs und vielen anderen
Tennis-Professionals rund um die Welt.

Zum ersten Mal in der Wiener Stadthalle zu sehen waren Kramers
Tennisprofis am 21. und 22. Oktober 1958. Vier Einzel-Spiele und zwei
Doppelspiele standen auf dem Programm, bei denen sich die beiden
Australier Ken Rosewall und Tony Trabert mit dem Südamerikaner
Francisco Olegario Segura und dem Amerikaner Ricardo Alonso González
perfekte Tenniskämpfe lieferten.

Der Tennis-Krimi von 1968

Kramer kam mit seiner Tennistruppe bis in die 1960er Jahre hinein
nach Wien. Sein Tenniszirkus war auch der Vorläufer der
Weltmeisterschaft der Tennis-Professionals. Diese Turnierserie hat ab
Mitte der 1960er Jahre immer wieder auch in der Wiener Stadthalle
Station gemacht. Eines der legendärsten dieser Tennis-Turniere fand
1968 statt. Im Rahmen eines zweitägigen Events duellierten sich die
Weltklassespieler der damaligen Zeit: John Newcombe, Niki Pilic, Tony
Roche und Roger Taylor. "Das unvergleichliche Können der Asse, die
von der ersten Minute an mit restlosem Einsatz - oft bis zur
Erschöpfung - kämpften, zog die ZuschauerInnen in den Bann", war sich
die Sportpresse einig. Erst weit nach Mitternacht endeten die
Veranstaltungen an beiden Spieltagen und die BesucherInnen traten
hochzufrieden den Heimweg an.

ATP-Turnier seit 1974

Solche erfolgreichen Turniere und Exhibitions ließen die
Stadthallenmanager sehr bald daran denken, einen hochkarätig
besetzten Tenniswettkampf als jährliches Turnier zu veranstalten. Im
Jahr 1974 war es dann so weit: Das erste "Vienna-Open" leitete die
Erfolgsgeschichte des mittlerweile traditionellen ATP-Turniers in
Wien ein. Ab 1976 lief das Turnier in der Stadthalle dann als
"Fischer-GP", ab 1986 unter dem Namen der Bank Austria als
"BA-Tennistrophy" bzw. "BA-CA TennisTrophy".

Seit dem Jahr 2011 ist die Erste Bank der Hauptsponsor. Schon die
Premiere als "Erste Bank Open" brachte ein Feuerwerk an
Weltklassespielern in die Wiener Stadthalle. An der Spitze des
Teilnehmerfeldes stand der Franzose Jo-Wilfried Tsonga. Auch der
argentinische US-Open-Sieger Juan Martin Del Potro war dabei. Mit dem
Franzosen Richard Gasquet und dem Serben Viktor Troicki nahmen vier
aus den Top 20 teil. Zwar konnte der Österreicher Jürgen Melzer nicht
die Chance nutzen, zum dritten Mal hintereinander das Turnier für
sich zu entscheiden, doch Tsonga begeisterte die Tennisfans. Er kam
sah und siegte.

Im Finale beim "Erste Bank Open" im Jahr 2014, dem
"Jubiläumsturnier anlässlich 40 Jahre ATP in Wien" lieferten sich
Andy Murray und David Ferrer ein spannendes Spiel, bei dem der
Schotte Murray als Sieger vom Center Court ging und dabei seinen 30.
ATP-Titel feierte. Als "Erste Bank Open" zählt der Tennis-Event zu
den größten Tennisveranstaltungen in Österreich und dank Aufwertung
in die 500er-Serie zu den fünf wichtigsten in Europa.

Tenniselite am Start

Mehr als 20 Nummer-Eins-Spieler der Welt sind bereits in der
Wiener Stadthalle angetreten. Das Turnier ist und war geprägt von
Auftritten und Siegen zahlreicher Stars wie Roger Federer, Ivan
Lendl, Pete Sampras, Boris Becker, Andre Agassi, Goran Ivanišević,
Stefan Edberg, Vitas Gerulaitis, Ilie Nastase oder Arthur Ashe und
Jimmy Conners. Aber auch die heimischen Top-Spieler wie Thomas
Muster, Horst Skoff, Stefan Koubek oder Jürgen Melzer schlugen hier
perfekte Asse und Returns.

Drei Mal haben österreichische Tennisasse das Turnier gewonnen.
Das erste Mal im Jahr 1988. Horst Skoff visierte den Turniersieg an
und behielt die Oberhand gegen einen nicht ganz fitten Thomas Muster
in einem rein österreichischen Finale. Und dann kam Jürgen Melzer,
der das Stadthallen-Turnier gleich zwei Mal hintereinander - im Jahr
2009 und 2010 - für sich entscheiden konnte.

Von Rekorden, Pech und Pannen

Der Rekordsieger des ATP-Turniers in der Wiener Stadthalle ist
Brian Gottfried. Er hat das Wiener Turnier viermal gewonnen. Im
Doppel sind die Rekordhalter Bob Hewitt und Frew McMillan mit drei
Siegen. Roger Federer gewann das Turnier zwei Mal sowohl im Einzel
als auch im Doppel.

Von seiner großzügigen Seite zeigte sich Boris Becker im Jahr
1998. Er verzichtete zugunsten von Pete Sampras auf seine Wildcard,
um dem US-Amerikaner eine Teilnahme zu ermöglichen. Sampras benötigte
noch Erfolge, um sich für die ATP-Weltmeisterschaft zu qualifizieren.
Er gewann das Turnier und konnte das sechste Jahr in Folge als Nummer
1 der Weltrangliste abschließen.

Ohne Hosen stand bei seinem einzigen Antreten im Jahre 1992 Jimmy
Connors da. Da seine Ausrüstung verloren ging, trat er in den
Tennishosen vom späteren Turnierverantwortlichen Peter Feigl an.

So gut wie ohne Break hat Ivan Ljubičić seine Matches in Wien
absolviert. Er musste bei seinen ersten zwei Teilnahmen kein einziges
Break hinnehmen, erst im Finale 2006 gegen Fernando González hatte er
zum ersten Mal Breakbälle abzuwehren.

Der wohl unfairste Sieg war jener von Brad Gilbert im Jahr 1986.
Er stand im Finale gegen Karel Novacek. Nach dem Verlust des ersten
Satzes brachte er den Tschechoslowaken komplett aus der Fassung,
indem er eine Verletzung vortäuschte.

Dramatisch endete im Jahr 1995 das Turnier für Michael Stich. In
seinem Spiel gegen Todd Woodbridge erlitt er einen folgenschweren
Bänderriss, nachdem er versucht hatte, einen Stoppball zu erlaufen.

"Erste Bank Open 500" vom 17. bis 25. Oktober 2015

Heuer finden die "Erste Bank Open 500" vom 17. bis 25. Oktober in
der Wiener Stadthalle statt. Durch die Vergabe der unbefristeten
500er-Lizenz durch die ATP werden die "Erste Bank Open 500" nicht nur
in diesem Jahr, sondern auch in den kommenden Jahren als Turnier der
zweithöchsten Kategorie der ATP World Tour ausgetragen.

Neben dem Spanier David Ferrer, dem Kanadier Milos Raonic, dem
Südafrikaner Kevin Anderson und dem US-Amerikaner John Isner werden
auch die österreichischen Tennis-Stars Jürgen Melzer und Dominic
Thiem beim diesjährigen ATP-Highlight in der Wiener Stadthalle
aufschlagen.

Fotos sind in Kürze auf www.wien.gv.at/pressebilder abrufbar.

(Schluss) gaw

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