• 14.10.2015, 12:24:13
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Journalismus inside: Was heimische Medien bewegt - VIDEO/BILD

Schauspielerische Leistung der Politik hat zu „Duell-Schmäh“ im Wiener Wahlkampf beigetragen – Interventionen „gehören zum Job“ – ORF macht eigene Videos für Facebook

Utl.: Schauspielerische Leistung der Politik hat zu „Duell-Schmäh“
im Wiener Wahlkampf beigetragen – Interventionen „gehören zum
Job“ – ORF macht eigene Videos für Facebook =

Wien (OTS) - Interventionen, Glaubwürdigkeit, persönliche Social
Media-Vorlieben und fehlerhafte Politik-Umfragen: Bei einem VIP-Event
der Plattform "Digital Business Trends" (DBT) gestern, Dienstagabend,
in Wien plauderten heimische Chefredakteure aus dem journalistischen
Nähkästchen.

"Ich freue mich überhaupt nicht, wenn wir eine Umfrage präsentieren
und die Hochrechnung eine Stunde später dann ein ganz anderes Bild
zeichnet", erklärte ORF-TV-Chefredakteur Fritz Dittlbacher zum
vermeintlichen Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Michael Häupl (SPÖ) und
Heinz-Christian Strache (FPÖ). Zu diesem den Wahlkampf begleitenden
"Duell-Schmäh" habe auch eine gewisse schauspielerische Leistung auf
Seite der Politik beigetragen, ergänzte "Presse"-Chefredakteur Rainer
Nowak. Dittlbacher warnte hingegen vor "gefälligen Verschwörungen":
"Die eigenen Parteiinstitute sind von einem Duell ausgegangen, das es
dann nicht gegeben hat."

Das Meinungsforschungsinstitut OGM sei mit einem größeren Sample
näher am Ergebnis dran gewesen als beispielsweise Institute mit
kleineren Samples, die für das ein oder andere Boulevardmedium
gearbeitet hätten, sagte Johannes Bruckenberger, stellvertretender
Chefredakteur der APA - Austria Presse Agentur. "Danebenliegen kann
passieren. Bei Medien und Instituten, die eine gewisse Nähe zur
Politik haben, ist aber Vorsicht geboten." Auch Dittlbacher wies
darauf hin, dass "ein großer Teil der Medien davon lebt, Spannung zu
verkaufen, andere von der Glaubwürdigkeit".

Inserate, Pressereisen und Co.

Glaubwürdigkeit und Einflussnahmen beschäftigen die Branche aber auch
hinsichtlich Inseraten, Pressereisen und Co. "Dass es keinen Einfluss
gibt, wäre gelogen, weil es finanziert sich ja viel über Inserate",
so Barbara Haas, Chefredakteurin der "Wienerin". Aber auch wenn man
von einem Modekonzern nach Paris eingeflogen werde, müsse man nicht
positiv über die Produkte berichten. "Die Firmen nehmen zur Kenntnis,
dass man einmal so und einmal so schreibt", erklärte Haas.

"So zu berichten, wie wenn die Pressekonferenz in Wien stattgefunden
hätte, sollte für einen kritischen Journalisten eigentlich kein
Problem sein", meinte Bruckenberger. Und auch Dittlbacher
versicherte: "Wir beim Aktuellen Dienst sind davor gefeit. Denn wir
machen das nicht, und es interessiert uns nicht. Wir fahren
beispielsweise nicht mit einem Minister ins Ausland." Die Politik
würde vielmehr fürchten, dass Journalisten extra kritisch berichten,
wenn unter einem Artikel beispielsweise steht: "Die Reise erfolgte
auf Einladung von …", verwies Nowak auf entsprechende
Compliance-Regelungen.

Neue Herausforderungen durch Social Media und Co. sehen die Experten
entspannt: "Facebook ist ein Massenphänomen, das man nicht ignorieren
kann. Dort ist nicht nur die Öffentlichkeit, sondern auch die
Gegen-Öffentlichkeit vertreten", so Dittlbacher. Der ORF müsse
Nachrichten anbieten, wo sie nachgefragt werden. "Wir machen auch
eigene Videos für Facebook. Das stößt auf großes Interesse", erklärte
der Chefredakteur.

"Netzdenke" im Printbereich "nicht schlecht"

Auch bei der "Wienerin" werde Facebook relativ stark genutzt. "Der
journalistische Zugang ändert sich aber durch einen griffigen Titel
nicht", so Haas. Eine gewisse "Netzdenke" im Printbereich - etwa
prägnantere Texte - sei nicht schlecht", konstatierte auch Nowak. Das
verändere den Journalismus nicht negativ.

Der "Presse"-Chefredakteur selbst nutzt Instagram und Facebook. Vor
Twitter schreckt er noch zurück: Denn wenn man nicht zeitnahe
antworte, "gilt man gleich als Printosaurier und arrogant".
Bruckenberger sieht Twitter als gute Quelle "und man findet spannende
Links, über die man sonst nicht gestolpert wäre". Facebook bringe
viel Traffic, sei also ein gutes Instrument für redaktionelles
Marketing. Er nutze die Plattform aber persönlich (noch) nicht.

Interventionen weniger heftig als erwartet

Interventionen dürften im Alltag der Chefredakteure unterdessen keine
bedeutende Rolle spielen: "Es ist nicht so, dass da nichts kommt.
Aber Anrufe beziehungsweise Beschwerden sind viel weniger heftig als
erwartet. Es ärgert sich schon einmal jemand, aber eine gewisse
Unfreundlichkeit hilft, das in Grenzen zu halten", so Dittlbacher.
Laut Bruckenberger "kommt das gelegentlich vor, aber da geht es eher
um zugespitzte Titel. Das weisen wir dann zurück".

Wenig Anrufe und "verträgliche Interventionen", am ehesten aus der
Wirtschaft, verzeichnet Haas. Nowak verweist auf "viele Anrufe,
Anregungen und Beschwerden - aber das gehört zum Job. Ich habe damit
kein Problem, auch wenn es mal mehr, mal weniger Spaß macht".

Über Digital Business Trends:

Die Veranstaltungsreihe Digital Business Trends (DBT) wird gemeinsam
von der APA - Austria Presse Agentur und styria digital one (sd one)
organisiert und von unseren Partnern (Unternehmen, Organisationen und
Medien), die den digitalen Wandel aktiv mitgestalten wollen,
getragen.

Im Rahmen von insgesamt zehn Veranstaltungen/Jahr (Wien, Linz, Graz)
trifft sich die digitale Community zum Meinungsaustausch und
Networking im real life und spricht über Marktentwicklungen,
Technologien und Innovationen. Die Networking-Reihe wird von
Partnerunternehmen aus unterschiedlichen Teilen der Branche getragen,
die ihr Know-how mit den Mitgliedern der Community teilen und
ihrerseits vom fachlichen Austausch profitieren.

Die Partnerunternehmen der Digital Business Trends sind:

PREMIUM:
ING-DiBa www.ing-diba.at
NAVAX Unternehmensgruppe www.navax.com

CLASSIC:
A1 Telekom Austria AG www.a1.net
Austrian Power Grid AG www.apg.at
Blue Code / Secure Payment Technologies GmbH www.bluecode.com
Brainloop Austria GmbH www.brainloop.com
Dimension Data Austria GmbH www.dimensiondata.com
e-dialog GmbH www.e-dialog.at
Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen AG
www.sparkasse.at/erstebank
Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie (FEEI) www.feei.at
GroupM www.groupm.com
IBM Österreich www.ibm.com/at/de
Vereinigung der Österreichischen Industrie
(Industriellenvereinigung/IV) http://www.iv-net.at
Technische Universität (TU) Wien www.tuwien.ac.at
Werbeplanung.at Verlags GmbH www.werbeplanung.at
Wirtschaftskammer Österreich www.wko.at

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Bilder unter: http://www.apa-fotoservice.at/galerie/7206

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