• 13.10.2015, 09:36:26
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Bundes-Schulgemeinschaftsausschuss: Österreichs Jugend verdient eine wirkliche Bildungsoffensive

Placebo-Politik raubt jungen Menschen Zukunftschancen

Utl.: Placebo-Politik raubt jungen Menschen Zukunftschancen =

Wien (OTS) - Der Bundes-Schulgemeinschaftsausschuss (B-SGA) fordert
im Zusammenhang mit der von der Bundesregierung angekündigten
Bildungsreform, in die er bisher überhaupt nicht eingebunden wurde,
engagierte und erfolgsorientierte Maßnahmen im Sinne der
Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung des österreichischen
Schulwesens.

Für eine erfolgreiche Weiterentwicklung des Schulwesens unverzichtbar
ist eine Attraktivierung des Lehrerberufs, um "die Besten der Besten"
unter Österreichs Maturanten für diese Berufslaufbahn gewinnen zu
können. Die Politik der letzten Jahre, die von parteipolitischem
Gezänk und "Bildungsexperten" geprägt war, die sich auf Kosten des
Schulwesens und der Lehrer profiliert haben, muss ein sofortiges Ende
haben.

Klassenschülerhöchstzahlen und Teilungszahlen dürfen nicht länger
bloß auf dem Papier stehen, in Wirklichkeit aber in tausenden Klassen
wegen fehlender Ressourcen überschritten und missachtet werden.

Freifächer und Unverbindliche Übungen bieten jungen Menschen die
Möglichkeit, individuellen Interessen nachzugehen und ihre besonderen
Begabungen zu entfalten, ohne dass ihre Eltern dafür zur Kassa
gebeten werden. In einem sozial gerechten Schulwesen ist dieses
kostenlose Zusatzangebot wertvoll und unverzichtbar.

Die meisten Schulbauten sind keineswegs für einen ganztägigen
Aufenthalt aller Schüler geeignet. Es wären längst notwendige
Investitionen in den Schulbau dringend erforderlich, um Schülern wie
Lehrern Rahmenbedingungen für eine qualitativ hochwertige ganztägige
Schule zu bieten.

Es ist inakzeptabel, dass Österreichs Schulen so wenig
Supportpersonal zur Verfügung steht, wie dies laut internationaler
TALIS-Studie in keinem anderen Staat der Fall ist. Dieses massive
Handicap für ein erfolgreiches Schulwesen darf nicht länger dadurch
"beseitigt" werden, dass Österreich nicht mehr an der TALIS-Studie
teilnimmt.

Die Herausforderung, vor die Österreichs Schulwesen im Zusammenhang
mit Migration gestellt wird, ist größer als in fast allen anderen
Staaten Europas und erfordert ein engagiertes und zielstrebiges
Handeln, um Integration gelingen zu lassen. Selbstverständlich
benötigt der Unterricht junger Menschen, die als Asylanten in unsere
Schulen kommen, zusätzliche Ressourcen. Eine Placebo-Politik raubt
jungen Menschen Zukunftschancen und gefährdet den wirtschaftlichen
und sozialen Wohlstand unseres Landes.

Österreichs Schulwesen verdient von der Politik Wertschätzung und
benötigt Ressourcen, um seinen vielfältigen Aufgaben gerecht werden
zu können. Der Anteil am Bruttoinlandsprodukt, der in Österreichs
Schulwesen investiert wird, liegt seit etlichen Jahren deutlich unter
dem internationalen Mittelwert (siehe OECD (Hrsg.), Education at a
Glance 2014: OECD Indicators, S. 231), was zu oben erwähnten
Defiziten beigetragen hat. Um OECD-Mittelmaß zu erreichen, müsste
Österreichs Schulwesen jährlich rund eine Milliarde Euro zusätzlich
zur Verfügung gestellt werden. Österreichs Kinder und Jugend sollten
der Politik diese Offensive wert sein.

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