- 12.10.2015, 13:55:03
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Windbüchler: Regierung braucht klare Umsetzungspläne für Kampf gegen Hunger
Grüne: Sofortige Aufstockung der Gelder für UN-Hilfsfonds und ADA-Projekte
Utl.: Grüne: Sofortige Aufstockung der Gelder für UN-Hilfsfonds und
ADA-Projekte =
Wien (OTS) - "Es ist erschütternd, dass nach wie vor fast 800
Millionen Menschen unterernährt sind und dass es Österreich und die
internationale Gemeinschaft nicht schaffen, genug finanzielle Mittel
aufzustellen, um den Hunger weltweit zu bekämpfen", kritisiert Tanja
Windbüchler, außen- und entwicklungspolitische Sprecherin der Grünen.
Der heute veröffentlichte Welthunger-Index 2015 gibt an, dass trotz
Fortschritten im Kampf gegen Hunger weltweit die Zahl der hungernden
Menschen nach Angaben von Hilfsorganisationen weiterhin unerträglich
hoch ist. Dem Index zufolge gibt es in acht Ländern immer noch "sehr
ernste" Hungerwerte. Die Mehrzahl liege in Afrika südlich der Sahara.
Das größte Hungerproblem wurde für die Zentralafrikanische Republik,
für den Tschad und Sambia ermittelt.
Mit dem Beschluss der neuen Nachhaltigen Entwicklungsziele der
Vereinten Nationen hat Österreich jetzt die Chance, eine Kehrtwende
in der Entwicklungszusammenarbeit einzuschlagen. "Die Regierung muss
endlich eine entwicklungspolitische Gesamtstrategie des Bundes
aufstellen, anstatt so wie bisher an einer
Kraut-und-Rüben-Entwicklungszusammenarbeit in den verschiedenen
Ressorts weiterzuwurschteln", meint Windbüchler.
"Diese neue Strategie muss den Herausforderungen der aktuellen Krisen
gerecht werden und finanziell abgesichert sein. Dringend erforderlich
ist daher die sofortige Aufstockung der Gelder für die UNO und
UNO-Hilfsorganisationen auf zehn Prozent der Entwicklungshilfegelder.
Darüber hinaus müssen die ADA-Mittel für bilaterale
Entwicklungshilfeleistungen für direkte Projektarbeit in den
Partnerländern auf 100 Millionen Euro erhöht werden."
Deutschland, Schweden und die Schweiz haben bereits nationale Pläne
zur Umsetzung der neuen Nachhaltigen Entwicklungsziele vorgelegt. Von
der österreichischen Regierung gibt es bisher keine Infos über einen
solchen Umsetzungsplan. "Österreich könnte endlich auch einmal eine
Vorreiterrolle einnehmen und sich mit mehr Engagement - das heißt
definitiv auch mit mehr Geld - nicht nur für die weltweite
Bekämpfung von Hunger und Armut einsetzen, sondern eine
Entwicklungszusammenarbeit so gestalten, dass die Herausforderungen
der aktuellen Krisen gemeistert werden können."
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