- 09.10.2015, 13:42:13
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Schönborn: Synode wird "ein äußerst mühsamer Weg"
Kardinal in Radio Vatikan: "Kein Geheimnis, dass wir sehr facettenreiche Sitzungen erleben"
Utl.: Kardinal in Radio Vatikan: "Kein Geheimnis, dass wir sehr
facettenreiche Sitzungen erleben" =
Vatikanstadt (KAP) - Kardinal Christoph Schönborn hat die
Wortmeldungen bei der Bischofssynode seit deren Start am Montag als
ein Meinungsspektrum zur Familiensituation mit "ganz großen
Unterschieden" charakterisiert. Es zeige sich deshalb, dass die
Synode "ein äußerst mühsamer Weg" werden dürfte. Zugleich zeigte er
sich aber über den bisherigen Verlauf der Synode mit vielen offenen
Diskussionsmöglichkeiten sehr zufrieden.
Der Wiener Erzbischof äußerte sich in einem Interview für die
französische sowie die deutsche Redaktion von Radio Vatikan am
Freitag, im Anschluss an fünf anstrengende, je dreistündige
Diskussionsrunden in der hochkarätig besetzten deutschsprachigen
Kleingruppe, die er moderiert. Ihr gehören u.a die Kardinäle Walter
Kasper, Reinhard Marx, Gerhard Müller und Kurt Koch an.
Gegenüber der deutschen Redaktion von Radio Vatikan meinte der
Kardinal, dass ihm die deutschsprachige Kleingruppe kulturell fast
ein bisschen zu homogen sei, da alle Vertreter aus Mitteleuropa
kommen würden. "Die Fetzen sind jedenfalls noch nicht geflogen", wie
dies manche Beobachter aufgrund der Zusammensetzung der Gruppe
vermutet hätten.
Es zeige sich, dass es "immer die persönliche Erfahrung ist, die die
einzelnen Beiträge zur Debatte färben", analysierte Schönborn. Jeder
der Mitbrüder der Synode komme "mit seinem eigenen Erleben der
Familie, ihren Freuden und Leiden", was aber durchaus positiv sei.
Sowohl das Extrem des Rigorismus wie auch des Laxismus hätten bei der
Synode nichts verloren.
Schönborn äußerte sich auch zur Trennung von Paaren. Er wies auf die
tiefen seelischen Schäden hin, die dadurch bei Kindern, Partnern, der
Umwelt und der Gesellschaft verursacht werden. Er selbst habe die
Trennung seiner Eltern "als eine der schmerzhaftesten Momente meines
Lebens" erlebt. Es gelte einerseits die Bedeutung der Lehre zur
Ehe-Unauflöslichkeit anzuerkennen, doch sei es wichtig, jeweils
konkret zu prüfen, "wie man sich angesichts von so stark
unterschiedenen Situationen, die aber doch wieder etwas Gemeinsames
haben, zu verhalten hat".
Schönborn warnte in dem Journalistengespräch laut der Mailänder
Tageszeitung "Corriere della Sera" auch vor der Gefahr von Spaltungen
bei der Synode. Es bestehe die Versuchung, Gruppierungen aufzubauen,
als wären diese politische Parteien. Dialog sei im Rahmen der
Familiensynode daher prioritär.
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((forts. mgl.)) FAM/RME
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