Frühe Hilfen werden in Oberösterreich ausgebaut

Unterstützung für Schwangere und junge Familien in belastenden Situationen wird gut angenommen

Wien (OTS) - Seit Frühjahr 2014 steht im Großraum Linz im Rahmen eines Modellprojekts ein Frühe Hilfen-Angebot zur Verfügung. Aufgrund der positiven Erfahrungen wird die Kooperation zwischen den Abteilungen Gesundheit, Soziales und Kinder- und Jugendhilfe des Landes OÖ und der Gebietskrankenkasse fortgesetzt und weitere Frühe-Hilfen-Netzwerke in Oberösterreich aufgebaut. Insgesamt konnten im Rahmen des Modellprojekts 89 Familien betreut und unterstützt werden. Ab November 2015 wird unter dem Namen "Gut begleitet von Anfang an" auch in den Bezirken bzw. Regionen Kirchdorf, Steyr/Steyr-Land, Vöcklabruck und Wels/Wels-Land Unterstützung von Familien in belastenden Lebenssituationen durch Frühe Hilfen angeboten. In Linz und den angrenzenden Umlandgemeinden wird das Angebot weiter gefestigt und verstärkt. Es wird damit gerechnet, dass in den genannten Regionen zwischen 390 und 550 Familien pro Jahr Unterstützungsbedarf haben.

Was sind "Frühe Hilfen"?

Bei "Frühe Hilfen" handelt es sich um ein Maßnahmenpaket, das darauf abzielt, gesundheitliche Belastungen von Familien und Kindern frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig gegenzusteuern. Im Mittelpunkt stehen Familienbegleiter/innen, die als konkrete Ansprechpersonen für die Familien da sind. Als freiwilliges Angebot helfen sie den Betroffenen, geeignete soziale und gesundheitsbezogene Angebote zu finden und in Anspruch zu nehmen. Die Familienbegleiter/innen arbeiten in sogenannten "Frühe-Hilfen-Netzwerken", die sich um eine optimale Vernetzung und Weiterentwicklung dieser Angebote bemühen. Dieses Netzwerk besteht aus unterschiedlichsten Einrichtungen des Gesundheit- und Sozialwesen und der Kinder- und Jugendhilfe (z.B. Krankenanstalten, Krabbelstuben, Schuldnerberatung, Eltern-Kind-Zentren, Mutterberatungszentren, praktische Ärzte oder Fachärzte), die einerseits als Zuweiser/innen zu den "Frühen Hilfen" agieren, andererseits mit ihren Leistungen auch als Kooperationspartner/innen zur Verfügung stehen. Um Frühe Hilfen möglichst niederschwellig zu gestalten, gehen die Familienbegleiter/innen aktiv auf belastete Familien zu -idealerweise bereits während der Schwangerschaft - und stellen so sicher, dass die Angebote frühzeitig jene erreichen, die sie benötigen.

Das Projekt "Frühe Hilfen" geht auf eine Initiative des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) zurück. Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser zum Nutzen von Frühen Hilfen: "Präventionsmaßnahmen in der frühen Kindheit sind besonders effizient. Sie wirken sich langfristig positiv auf die Gesundheit aus und sind ein wirksamer Beitrag zur gesundheitlichen Chancengerechtigkeit, zur Armutsbekämpfung und zur Senkung späterer gesundheitlicher Risiken. Auch der ökonomische Nutzen ist nachweislich bei Maßnahmen in der frühen Kindheit am größten."

Im Rahmen der Umsetzung der Rahmen-Gesundheitsziele und der Kinder-und Jugendgesundheitsstrategie treibt das BMG in Kooperation mit den Ländern und den Sozialversicherungsträgern den Ausbau von Frühen Hilfen in Österreich zügig voran. Insgesamt sollen bereits Mitte 2016 in rund 45 Prozent aller österreichischen Bezirke Frühe-Hilfen-Netzwerke zur Verfügung stehen.

Zur Unterstützung der regionalen Umsetzung der Maßnahmen hat das Gesundheitsministerium an der Gesundheit Österreich ein Nationales Zentrum Frühe Hilfen eingerichtet. Zu seinen Aufgaben gehören die bundesweite Vernetzung aller Partner/innen, die Sicherstellung hoher Qualität in der Umsetzung sowie der Wissenstransfer. Weiters führt es Schulungen und eine überregionale Evaluation durch und sorgt für ein einheitliches Dokumentationssystem. "Indem das Gesundheitsministerium zentrale Aufgaben wie Schulungen, Dokumentation und Evaluation übernimmt, bleibt in den einzelnen Netzwerken mehr Geld für die Arbeit mit den Familien", betont Ministerin Oberhauser. "Damit sorgen wir für einen effizienten Mitteleinsatz und eine einheitliche und qualitätsgesicherte Umsetzung in ganz Österreich", hält Oberhauser abschließend fest.

Im Oktober finden in Oberösterreich mehrere regionale Auftaktveranstaltungen für die künftigen Netzwerkpartner/innen statt. Die MedienvertreterInnen sind herzlich eingeladen
• 12. Oktober 2015, Steyr
• 22. Oktober 2015, Linz
• 28. Oktober 2015, Wels
• 29. Oktober 2015, Vöcklabruck

Umfassende Informationen sind auf der Website www.fruehehilfen.at zu finden.

Die Finanzierung des Ausbaus der Frühen Hilfen erfolgt unter anderem aus den Vorsorgemitteln der Bundesgesundheitsagentur. Bis Frühjahr 2017 werden rund 5 Mio. Euro dafür aufgewendet.

Rückfragen & Kontakt:

Bundesministerium für Gesundheit
Sabine Leidinger, Pressesprecherin
+43/1/71100-4506
sabine.leidinger@bmg.gv.at
www.bmg.gv.at
Das BMG auf Facebook: www.fb.com/bmg.gv.at

Frühe Hilfen in Oberösterreich „Gut begleitet von Anfang an“:
Mag. Wolfgang Laskowski
OÖ Gebietskrankenkasse
Gesundheitsförderung und Prävention
Wolfgang.laskowski@ooegkk.at
0732/7807/10 35 25

Mag.a Monika Gebetsberger, PM.ME.
Amt der Oö. Landesregierung
Abteilung Gesundheit
Monika.gebetsberger@ooe.gv.at
0732/7720/14 12 8

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