- 06.10.2015, 14:00:27
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Fertilitätsmedizin als Benchmark für das Gesundheitssystem
Seit 2000 nahmen 61.121 Paare die Leistung des IVF-Fonds in Anspruch. Seit dem wurde die Zwillingsrate mehr als halbiert. Offen ist, wie es nach der Novelle des FMedG weiter geht.

Utl.: Seit 2000 nahmen 61.121 Paare die Leistung des IVF-Fonds in
Anspruch. Seit dem wurde die Zwillingsrate mehr als halbiert.
Offen ist, wie es nach der Novelle des FMedG weiter geht. =
Wien (OTS) - Das Österreichische Gesundheitswesen weist im
internationalen Vergleich hohe Qualitätsstandards auf. Anlässlich des
15-jährigen Bestehens von IVF-Fonds und Kinderwunschzentrum Goldenes
Kreuz streichen die Gründer und Leiter des Kinder-wunschzentrums
Univ. Prof. Dr. Heinz Strohmer und Univ. Prof. Dr. Andreas Obruca
hervor, dass es auch auf diesem hohen Niveau innerhalb des
Gesundheitssystems noch Unter-schiede gibt: "Wir sehen den IVF-Fonds
als einen außergewöhnlichen Steuermechanismus. In keinem anderen
Sektor gibt es so klare Qualitätssicherungsmaßnahmen und gleichzeitig
eine so transparente Datenlage", erläutert Heinz Strohmer, der die
Fertilitätsmedizin als Bench-mark für andere Bereiche erachtet.
Wer die Anforderungen nicht (mehr) erfüllt, ist raus
Für die Vergabe von IVF-Fonds-Verträgen sind von Fertilitätskliniken
Mindestanforderungen zu erfüllen, wie zum Beispiel nachweislich 50
Behandlungen und eine Schwangerschaftsrate von mindestens 18 %. "Es
reicht nicht, sich einmal zu qualifizieren. Wer die
Mindest-anforderungen nicht mehr erfüllt, dem wird der Vertrag
entzogen. Das gibt es in kaum einem anderen Bereich", so Strohmer.
Dr. Clemens Martin Auer, Leiter der Sektion I im
Gesundheitsministeriums bestätigt: "IVF-Fonds-Gesetz und die Verträge
sehen umfassende Qualitätssicherungsmaßnahmen vor. Diese haben eine
Vorbildwirkung im Gesundheitswesen und garantieren, dass die
Kinder-wunschbehandlungen dem Stand der medizinischen Wissenschaft
entsprechend durchgeführt und gleichzeitig auch die finanziellen
Mittel bestmöglich verwendet werden."
Anteil der Zwillingsgeburten um mehr als die Hälfte reduziert
Zusätzlich können neue Erkenntnisse unbürokratisch in die Praxis
umgesetzt werden. Die eindrucksvollste Errungenschaft war die
Reduktion der Mehrlingsrate auf weniger als die Hälfte. Mit der
Zielsetzung des Single-Embryo-Transfers wurde die Zwillingsrate von
36 % in 2002 auf 15,2 % in 2014 gesenkt. Drillinge kommen nur mehr in
Einzelfällen vor.
IVF-Meldungen im Kinderwunschzentrum versechsfacht
Der IVF-Fonds übernimmt unter bestimmten Voraussetzungen 70 % der
Kosten einer Fer-tilitätsbehandlung. Seit der Gründung haben 61.121
Paare dieses Angebot im Rahmen von 84.974 Versuchen in Anspruch
genommen. Rund 17 Prozent davon waren in den vergang-enen Jahren
Patientinnen im Kinderwunschzentrum Goldenes Kreuz. Die Meldungen an
den IVF-Fonds haben sich hier allein von 2001 bis 2009 versechsfacht.
FMedG Novelle: Für lesbische Paare top, Eizellspende Flopp
Die Novelle des Fortpflanzungsmedizingesetzes (FMedG) im Februar 2015
öffnete die Möglichkeiten der Fertilitätsmedizin auch für lesbische
Paare. Auch die Eizellspende wurde - mit großen Restriktionen -
zugelassen. Das Resümee der Leiter des Kinderwunschzentrums, ein
gutes halbes Jahr nach der Gesetzesänderung, lautet, dass nur für
lesbische Paare eine tatsächliche Verbesserung erreicht wurde. Die
Eizellspende jedoch wurde so stark beschränkt, dass es sich fast um
totes Recht handelt. "Wir können nur von Einzelfällen berichten. Wir
wissen jedoch, dass andere Zentren Eizellen aus anderen Ländern
einkaufen. Für uns ist das derzeit keine Option."
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