- 03.10.2015, 10:00:01
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„Passiert Veränderung im Kopf?“
Fachtagung österreichischer Jugendamtspsychologinnen und -psychologen zum Thema „Möglichkeiten und Grenzen persönlicher Entwicklung“
Utl.: Fachtagung österreichischer Jugendamtspsychologinnen und
-psychologen zum Thema „Möglichkeiten und Grenzen persönlicher
Entwicklung“ =
Wien (OTS) - Jugendamtspsychologinnen und -psychologen aus ganz
Österreich treffen einander von 8. bis 9. Oktober 2015 zu ihrer
jährlichen Fachtagung im Wiener Rathaus. Herr Gemeinderat Mag. Jürgen
Czernohorszky wird in Stellvertretung für Herrn Stadtrat Christian
Oxonitsch die Veranstaltung am 8. Oktober um 9:15 Uhr eröffnen.
Soziale Erfahrungen, besonders im Säuglings- und Kindesalter
prägen unsere spätere Beziehungsgestaltung, unser Selbstwertgefühl
sowie die persönliche Einstellung, ob die Welt ein Ort der Ängste
oder des vertrauensvollen Miteinanders ist. Wahrnehmungen und
Erfahrungen speichern sich vielfältig als neuronale Muster aber auch
auf epigenetischer Ebene im Körper. Die Tagung setzt sich damit
auseinander, wie einerseits präventiv toxische Auswirkungen durch
Stress verhindert werden können und wie bei Menschen mit langen
zwischenmenschlichen Leidensgeschichten im gesamten Lebenslauf noch
heilende therapeutische Prozesse wirksam werden können.
Kurzer Überblick über ReferentInnen und Themen
Univ.-Prof. Dr. Claus Lamm
In dem Referat wird die Entwicklung der Empathie, also dem Wissen um
die Gedanken, Emotionen und Motive eines anderen Menschen, bis hin
zum prosozialen Verhalten beleuchtet. Mittels Gehirnscans werden
wichtige neuronale Areale für Mitgefühl bei psychologischen
Experimenten ausfindig gemacht. Es wird gezeigt, wie Mitgefühl
erlernbar ist und unter welchen Umständen es stärker auftritt und
welche Bedingungen es hemmen können.
Univ.-Prof. Dr. Julius Kuhl
Prof. Julius Kuhl forschte mehrere Jahre in den USA (Stanford,
Michigan) und am Max-Planck-Institut für psychologische Forschung
(München). Schwerpunkt seiner Forschung ist die willentliche
Handlungssteuerung. Mit seiner Theorie der
Persönlichkeits-System-Interaktionen (PSI-Theorie) versucht er
motivationale, volitionale, kognitive, entwicklungs- und
persönlichkeitspsychologische Theorien zu integrieren. Mit dem von
Kuhl entwickelten Diagnoseinstrument der EOS-Potenzialanalyse können
Motivation und Selbststeuerungsfähigkeiten erfasst werden.
Dr. Franz Pfitzer
Im Vortrag wird der Frage nachgegangen, wie zwischenmenschliche
Beziehungsprobleme in Hinblick auf die Mehrgenerationenperspektive
bearbeitet werden können. Unterschiedliche Ebenen, wie eine
ungeklärte Problematik mit der Ursprungsfamilie, bestehende
Paarkonflikte, Dysfunktionalität im Lebenszyklus und destruktive
Interaktion sind Ansatzfelder für eine heilende Paartherapie. Es gilt
herauszufinden in welchem Beziehungskontext das zu beobachtende
Verhalten bzw. Erleben Sinn macht, um es über das Verständnis
verändern zu können.
Prof.in Dr.in Isabelle Mansuy
Die Epigenetikerin stellt Forschungsergebnisse vor, wie auf
biologischer Ebene psychische Traumata an die nächste Generation
weiter vererbt werden. Ihre Ergebnisse stützen sich auf die
Tierforschung mit Mäusen und bieten Anhaltspunkte auch für Vorgänge
im menschlichen Organismus. Die Epigenetik beschreibt, dass man zwar
mit gewissen Genen geboren wird, aber ihr Wirken durch das eigene
Verhalten und Denken selbst beeinflussen kann.
Dr. Jochen Peichl
Das Modell der innerpsychischen Ego-States, geht davon aus, dass es
spezifische Verhaltensweisen, Erinnerungen und Vorstellungen über
sich selbst gibt, die voneinander abgegrenzt sind. Je nach Grad der
psychischen Dissoziation (ausgelöst durch Traumata) werden diese
Selbstzustände zunehmend getrennt wahrgenommen. Die Ego-State
Therapie versucht Selbstzustände, die miteinander in Konflikt
geraten, in die Gesamtpersönlichkeit zu integrieren und das
Identitätsgefühl zu festigen.
Dipl.-Psych. Thomas Harms
Harms beschäftigt sich mit der präventiven Körperpsychotherapie von
Eltern und ihren Babys. Er untersucht, wie Säuglinge überwältigenden
Stress erleben und wie sie ihre Not mitteilen. In seiner Entwicklung
der Emotionellen Ersten Hilfe waren verschiedene Schulen der
Körperpsychotherapie und die Ergebnisse der modernen Säuglings- und
Bindungsforschung wichtige Einflüsse. Er beantwortet die Frage, was
Babys brauchen um traumatisch bedingte Störungen ihrer Kontakt- und
Bindungsbereitschaft zu überwinden?
62. Fachtagung der österreichischen Jugendamtspsychologinnen und
-psychologen
"Passiert Veränderung im Kopf? - Möglichkeiten und Grenzen
persönlicher Entwicklung"
8. + 9. Oktober 2015
Ort: Wiener Rathaus, Wappensaal
Medienvertreterinnen und -vertreter sind herzlich willkommen und
haben die Möglichkeit Interviews mit den Vortragenden zu führen.
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