FCG-Gemeindebedienstete: Krone-Wallentin-Schmarrn über die Kündigung einer Kindergärtnerin

Wien/Niederösterreich (OTS) - Am 27. September 2015 wurde vom Rechtsanwalt Dr. Tassilo Wallentin in der Kronen Zeitung die Kündigung einer Kindergartenpädagogin der Wiener Magistratsabteilung 10 (MA 10) thematisiert. Die Einseitigkeit der Darstellung, die Verkürzung der Kündigungsgründe und die dumme Polemik mit der Dr. Wallentin hier agiert, passt zu den bisherigen Berichten und Kommentaren, wie wir sie schon Ende August in der Kronen Zeitung, im FPÖ-nahen Propagandaforum "unzensuriert" oder im Blog von Dr. Andreas Unterberger lesen mussten.

Für uns als Christgewerkschafter/innen ist es selbstverständlich, dass in den Wiener Kindergärten christliche Werte und die Bedeutung von christlichen Festen zu vermitteln sind. Dabei ist aber auch vollkommen klar, dass es in Österreich insgesamt 16 anerkannte Kirchen bzw. Religionsgemeinschaften gibt und daher alle Kinder mit ihren unterschiedlichen religiösen oder ethischen Vorstellungen in den Kindergartenalltag würdevoll einzubeziehen sind. Dass diese Offenheit nicht dazu führen darf, dass in Kindergärten traditionelle Speisen, Nikolobesuche oder christliche Symbole verboten werden, braucht hier wohl nicht weiter erörtert zu werden.

Wir wissen natürlich aus eigener Erfahrung, dass es in der MA 10 des Öfteren Konflikte rund um religiöse Themen gibt - und dass mitunter problematisch damit umgegangen wird. Führt man sich aber vor Augen, dass hier 7.500 Kolleginnen und Kollegen mit unterschiedlichen Weltanschauungen und Religionsbekenntnissen rund 80.000 Kinder unter 6 Jahren bilden und betreuen und eine entsprechende Anzahl an Eltern einzubinden sind, dann kann es gar nicht anders sein, als dass mitunter Konflikte auftreten bzw. eskalieren.

Wenngleich also die weit überwiegende Anzahl der Kolleginnen und Kollegen und auch die Vorgesetzten einen ausgezeichneten Job machen, so muss man auch sehen, dass es darunter Menschen gibt, die von professionellen Standards abweichen, sich in schwierigen Lebensphasen befinden und dementsprechend mitunter selbst problematisches Verhalten zeigen, oder auch mit psychischen Erkrankungen zu kämpfen haben. Dass es in Einzelfällen bei komplexen Konfliktproblemen zu wenig professionelle Unterstützung gibt und Ursachenanalysen, Sachverhaltsfeststellungen und Personalmaßnahmen in Einzelfällen sehr fragwürdig sind, ist leider in großen Organisationen - und auch in der MA 10 - ein Problem, gegen das man unentwegt ankämpfen muss. Wer hier behauptet, dass es ohne Konflikte, ohne psychische Erkrankungen, ohne schwierige Mitarbeiter/innen oder Vorgesetzte und ohne Verfahrensprobleme ginge, hat keine Ahnung oder böswillige Absichten.

Es ist bestimmt kein Zufall, wenn Dr. Tassilo Wallentin von der Krone, unzensuriert.at und Dr. Andreas Unterberger offensichtlich zwar das 6-seitige Protokoll der MA 10 mit etlichen Kritikpunkten an der nunmehr gekündigten Kollegin kennen, durchgängig aber so tun, also ob die Kündigung nur wegen des Erklärens von Weihnachten erfolgt sei und die MA 10 bzw. die rotgrüne Stadtregierung eine "militante antichristlichen Institution" (Dr. Unterberger) sei.

In der Kündigungsangelegenheit ist eine Beurteilung der Kündigungsgründe den Gerichten zu überlassen. Dass hier aber Personen einen Nutzen zu ziehen versuchen, indem sie Aussagen extrem verkürzen, manipulativ aus dem Zusammenhang reißen und polemisch Stimmung machen, das ist massiv zu verurteilen. Unfair ist dabei aber auch, dass sich die Kritiker vor einer Bloßstellung nicht zu fürchten brauchen, da sowohl die MA 10 als auch die Personalvertretung an Verschwiegenheitspflichten gebunden sind und daher öffentlich nicht adäquat Stellung nehmen können.

Eine derart unfair und unseriös vorgebrachte Kritik gegen die MA 10 und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hilft der betroffenen Ex-Kollegin nicht und schürt Aggressionen und Vorurteile in der Bevölkerung - was zu weiteren Eskalationen bei unvermeidbar in Zukunft auftretenden Konflikten in den Kindergärten beitragen wird. Dies wiederum wird den sowieso schon sehr belasteten Kolleginnen und Kollegen in den Wiener Kindergärten zusätzlich Stress machen, was in Einzelfällen wieder zu Konflikten führt, die dann von den genannten "Kritikern" bestimmt wieder unsachlich vorgeworfen werden.

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Kurt Obermülner, MAS
Vorsitzender

Fraktion Christlicher Gewerkschafter/innen
in der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten, Kunst, Medien, Sport, freie Berufe - LGr. Wien

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Tel.: +43 676 70 68 511
E-Mail: kurt.obermuelner@gdg-kmsfb.at

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