- 30.09.2015, 11:40:00
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Hypercholesterinämie: Österreichischer Patientenbericht zum unbekannten Gesundheitsrisiko

Alpbach/Wien (OTS) - Im Rahmen der Gipfelgespräche auf der Alten
Schafalm in Alpbach wurden die ersten Ergebnisse des 14.
Österreichischen Patientenberichtes Hypercholesterinämie präsentiert.
Die bundesweite Befragung soll Transparenz rund um Bedürfnisse,
Erfahrungswerte und den Wissensstand der Betroffenen mit stark
erhöhten Cholesterinwerten schaffen. Fachexperten diskutierten die
Resultate sowie mögliche Initiativen und Maßnahmen zur Förderung der
Patienteninteressen.
Unter Experten gilt sie als unbekannter Risikofaktor für
Volkserkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall - der
Hypercholesterinämie (HChol) kommt in der österreichischen
Bevölkerung bei weitem nicht die Bekanntheit und Aufmerksamkeit zu,
die man ihr aufgrund ihrer weiten Verbreitung zusprechen müsste. Den
Status quo zur Versorgungslage soll nun der 14. Österreichische
Patientenbericht Hypercholesterinämie abbilden, der zwischen Herbst
2014 und Sommer 2015 erarbeitet wurde. 17 medizinische und
institutionelle Kooperationspartner haben die bundesweite
Patientenbefragung realisiert, das Vivit-Institut in Feldkirch war
mit der wissenschaftlichen Auswertung der 520 Fragebögen betraut. Der
Bericht zeigt auf: Betroffene fühlen sich grundsätzlich recht gut
versorgt, im selbstverantwortlichen Umgang mit der HChol gibt es
jedoch massive Defizite.
Unverträglichkeiten Grund für Unzufriedenheit -
Informationslücken bei Betroffenen
"Viele der untersuchten Patienten zählten zur Altersgruppe der 60 bis
70 Jährigen, wobei etwa gleich viele Männer wie Frauen in die Studie
aufgenommen wurden. In Wien konnten die meisten Patienten erfasst
werden", umreißt Univ.-Prof. Dr. Christoph Säly vom VIVIT Institut
grob die demografischen Merkmale der österreichischen
Patientengruppe. Mit der medizinischen Betreuung zeigten sich rund 85
Prozent der Befragten grundsätzlich zufrieden. Allerdings kannten nur
wenige Patienten das Problem der familiären Hypercholesterinämie. Das
ist jene Form, bei der hohe Cholesterinwerte vererbt und nicht durch
einen ungesunden Lebensstil verursacht sind. Entgegen der Meinung
vieler Patienten sind aber ererbt hohe Cholesterinwerte alles andere
als harmlos - sie sind ganz im Gegenteil sogar schädlicher als durch
den Lebensstil erhöhte Cholesterinwerte. "Überraschend ist auch, dass
nur die Hälfte der Betroffenen ihren wichtigsten Krankheitswert
kennen, den LDL-Cholesterin-Wert, der gemeinhin als schlechtes
Cholesterin bekannt ist", erkennt Säly Wissensdefizite der
Betroffenen.
Ärmere Bevölkerung stärker betroffen - Medikamentenkosten für
Patienten besonders relevant
Aktuell liege der Fokus auf einer "Reparaturmedizin" war sich die
Expertenrunde auf der Schafalm einig. "Unser Schwerpunkt liegt in der
Prävention. Es sollte selbstverständlich sein, einmal jährlich zur
Vorsorgeuntersuchung zu gehen, so wie bspw. jeder Autofahrer mit
seinem Auto auch jedes Jahr eine Überprüfung machen muss. Gerade bei
der durch den Lebensstil verursachten HChol ist eine entsprechende
Aufklärung zentral und müsste bereits im Kindergarten beginnen", so
Mag. Martin Schaffenrath, stv. Verbandsvorsitzender des
Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger. Die
SVA setzt auf Anreize beim Vorsorgeprogramm und bietet zusätzlich
Vorsorgecamps, erklärt Mag. Alexander Herzog, stv. Obmann der
Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft: "Wir als SVA
(Sozialversicherung der gewerblichen Wirtschaft) bieten daher unseren
Versicherten unter anderem das Vorsorgeprogramm "Selbständig Gesund"
an. Hier kann der Selbstbehalt durch Erreichen von bestimmten Zielen
von 20 auf 10 Prozent gesenkt werden. Damit diese erfüllt werden
können, stellen wir unsere Versicherten spezielle Zusatzprogramme wie
beispielsweise die Vorsorgecamps, die Gesundheitswochen, den
Gesundheitshunderter zur Verfügung. Damit schauen sie gleich wieder
mehr auf ihre Gesundheit. Davon haben bereits mehr als 70.000
Menschen profitiert - finanziell und gesundheitlich." Die finanzielle
Komponente ist entscheidend für den Großteil der Patienten. So
herrschte unter den Befragten weitgehend Konsens bei der Frage nach
dem relevantesten Thema in ihrer Therapie: Der Kostenersatz für
Medikamente. Diesen bewerteten 50 Prozent der Befragten als "sehr
wichtig" sowie 30 Prozent als "wichtig". Hier könnte man die
Verbindung zu einem weiteren Ergebnis der Befragung herstellen:
HChol-Betroffene verdienen demnach tendenziell weniger und liegen
unter einem österreichischen Monatsdurchschnittsnetto-Einkommen von
2.400,- Euro. Ein Drittel der Teilnehmer war zum Zeitpunkt der
Befragung berufstätig, aber nur ein Viertel davon hat die
Stoffwechselstörung auch beim Arbeitgeber gemeldet.
Hausarzt als zentrale Informationsquelle - Familiäre
Hypercholesterinämie viel zu wenig bekannt
Um die Österreicher für Präventivmaßnahmen, Risikofaktoren und den
täglichen Umgang mit der HChol zu sensibilisieren, braucht es eine
umfassende und flächendeckende Information - ebenfalls ein zentrales
Anliegen, das im Rahmen der Patientenbefragung häufig formuliert
wurde. Dem Hausarzt wird hier ein hoher Stellenwert zugesprochen.
Knapp 50 Prozent der Befragten gaben in der Erhebung an, dass ihre
Diagnose vom Hausarzt gestellt wurde und benannten diesen als ihren
wichtigsten Ansprechpartner in der Therapie und als zentrale
Informationsquelle. Die Patientenvertreter Helmut Schulter und Roland
Weißsteiner vom Österreichischen Herzverband ergänzen: "Der Hausarzt
kennt auch oft die Familie, weshalb er auch für die Diagnose im
Bereich der familiären Hypercholesterinämie an Bedeutung gewinnt. Der
Allgemeinmediziner muss wieder mehr Zeit haben, um sich tatsächlich
mit seinem Patienten auseinanderzusetzen." Gabriele Hanauer-Mader,
Obfrau von FHChol Austria warnt: "Wir müssen dringend die breite
Öffentlichkeit auf die familiäre Hypercholesterinämie aufmerksam
machen. Diese Stoffwechselstörung ist in Österreich
unterdiagnostiziert und untertherapiert und führt in der Folge zu
Herz-Kreislauferkrankungen." In Österreich sind rund 40.000 Personen
von familiärer HChol betroffen, wobei lediglich bei einem geringen
Prozentsatz dieser kausale Risikofaktor für Volkskrankheiten wie
Herzinfarkte und Schlaganfälle auch wirklich diagnostiziert ist. "Um
diese Gruppe zu identifizieren und sie schnellstmöglich einer
entsprechenden Behandlung zuzuführen, brauchen wir ein
flächendeckendes Register nach holländischem Vorbild, in dem in einem
ersten Schritt zumindest die familiäre Hypercholesterinämie vermerkt
sein soll", fordert Univ.-Prof. Dr. Hans Dieplinger von der
Medizinischen Universität Innsbruck. Damit könnten auch Ärzte
hinsichtlich einer frühzeitigen Diagnose unterstützt werden.
Das Projekt wurde durch folgende Kooperationspartner
unterstützt:
Allgemeine Unfallversicherungsanstalt; AM PLUS - Initiative für
Allgemeinmedizin und Gesundheit; Bundesministerium für Arbeit,
Soziales und Konsumentenschutz; FHChol Austria -
Patientenorganisation für Familiäre Hypercholesterinämie;
Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger;
Österreichische Adipositas Gesellschaft; Österreichische
Apothekerkammer; Österreichische Ärztekammer; Österreichische
Diabetesgesellschaft; Österreichische Gesellschaft für Endokrinologie
und Stoffwechsel; Österreichische Kardiologische Gesellschaft;
Österreichischer Herzfonds; Österreichischer Herzverband;
Pensionsversicherungsanstalt; Sozialversicherungsanstalt der
gewerblichen Wirtschaft; Versicherungsanstalt für Eisenbahnen und
Bergbau; Wiener Gebietskrankenkasse.
Der Österreichische Patientenbericht Hypercholesterinämie wurde mit
der Unterstützung des Unternehmens AMGEN GmbH umgesetzt.
Teilnehmer:
Univ.-Prof. Dr. Hans DIEPLINGER| Med. Universität Innsbruck
Dr. Andreas GRESLEHNER | Allgemeine Unfallversicherungsanstalt
Gabriele HANAUER-MADER | FHChol Austria
Mag. Alexander HERZOG | Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen
Wirtschaft.
Dr. Herwig LINDNER | Ärztekammer Steiermark
Univ.-Prof. Dr. Manfred MAIER | AM Plus, Med. Universität Wien,
Zentrum für Public Health
Univ.-Prof. Dr. Christoph SÄLY | VIVIT Institut; LKH Feldkirch
Mag. Martin SCHAFFENRATH | Hauptverband der österreichischen
Sozialversicherungsträger
Helmut SCHULTER | Österreichischer Herzverband
Dr. Gudrun SEIWALD | Pensionsversicherungsanstalt
Roland WEISSSTEINER | Österreichischer Herzverband
Moderation: Mag. Hanns Kratzer | PERI Consulting GmbH
Gesundheit & Politik. Gipfeltreffen auf der Schafalm
Im Rahmen der von PERI Group veranstalteten Hintergrundgespräche und
Expertendiskussionen werden in gewohnter Weise Positionen
präsentiert, Zusammenhänge hergestellt, Meinungen geteilt, Ideen
entwickelt und Lösungen ermöglicht. Ein offener Austausch und die
gemeinsame Entwicklung neuartiger Ansätze stehen dabei im
Vordergrund. "Die Kombination aus informeller Zurückgezogenheit im
"Tal der Denker" bei gleichzeitig vorhandener hochwertiger
Infrastruktur für Diskussionen und Workshops wird es erlauben, im
Rahmen der Gipfelgespräche auf der Schafalm auch klare inhaltliche
Fortschritte zu erarbeiten", so Mag. Hanns Kratzer.
Weitere Informationen: www.schafalm-gesundheit.at
Über die PERI Group
Die PERI Group ist ein umfassender Full-Service Dienstleister und
beschäftigt sich mit der Entwicklung, Betreuung und Umsetzung von
Projekten im österreichischen Gesundheitssektor. Sie ist eine Gruppe
von Unternehmen, die sich auf verschiedene Teilbereiche und
abgestimmte Dienstleistungen im Gesundheitsbereich spezialisieren.
Das breitgefächerte Portfolio deckt strategisches Networking und
Marketing- bzw. Vertriebsstrategien, die Aufbereitung von
medizinischen state-of-the-art Forschungsergebnissen zur Verwendung
in der Praxis sowie klassische Kommunikationskonzepte in Werbung und
PR ab. Durch das Zusammenlegen verschiedener Kompetenzen und das
"pooling" von langjähriger Erfahrung und Wissen, entwickelt die
Gruppe für Ihre Herausforderung individuell zugeschnittene
Lösungskonzepte. Zur PERI Group zählen: PERI Consulting GmbH, PERI
Human Relations GmbH, PERI Marketing & Sales Excellence GmbH, PERI
Business Development GmbH, PERI Change GmbH mit ihren Partnern Update
Europe und Welldone Werbung und PR GmbH. Weitere Infos unter
www.perigroup.at
Bilder zur Veranstaltung finden Sie unter:
http://www.apa-fotoservice.at/galerie/6952
Die in diesem Pressetext verwendeten Personen- und
Berufsbezeichnungen treten der besseren Lesbarkeit halber nur in
einer Form auf, sind aber natürlich gleichwertig auf beide
Geschlechter bezogen.
AT-C-145-0915-114784a
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sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at
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