- 30.09.2015, 09:58:24
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Diakonie: Pflegebedürftigkeit kann uns alle treffen!
Mit flexiblen Pflege- und Betreuungsangeboten die Pflegelücke schließen
Utl.: Mit flexiblen Pflege- und Betreuungsangeboten die Pflegelücke
schließen =
Wien (OTS) - Bis zum Jahr 2050 wird sich die Anzahl über 80-jähriger
Menschen in Österreich beinahe verdreifachen. Das bedeutet, dass laut
Bevölkerungsprognose der Statistik Austria (2014) dann bereits jede
7.Person über 80 Jahre alt sein wird.
Ein höheres Lebensalter erhöht gleichzeitig das Risiko, pflege- und
betreuungsbedürftig zu werden. Bereits jetzt sind von 450.000
PflegegeldbezieherInnen mehr als die Hälfte über 80 Jahre alt. "Das
Festhalten an traditionellen mobilen oder stationären Pflege- und
Betreuungsformen greift angesichts dieser Entwicklungen zu kurz", so
Michael Chalupka, Direktor der Diakonie Österreich.
Pflegebedürftige Menschen und deren Angehörige leiden unter der
"Pflegelücke", denn es fehlt ein leistbares Angebot zwischen mobilen
und stationären Diensten. "Mobile Dienste sind nur für wenige Stunden
verfügbar, eine Rund-um-die-Uhr Versorgung in einem Pflegeheim oft
nicht notwendig. Es bedarf daher neuer und flexibler Wohn- und
Betreuungsformen, um die unterschiedlichen Bedarfe von Menschen im
Alter zu decken", führt Chalupka weiter aus.
Seien es Hausgemeinschaften, mobil unterstützte Wohnformen oder
Tagesbetreuungsstätten - die Angebote müssen sich am Menschen
orientieren und nicht umgekehrt. "Derzeit werden nur 6.600 Menschen
in Tageszentren versorgt. Dabei würde eine flächendeckende
Verfügbarkeit von Tagesbetreuung und zeitlich flexiblere
Betreuungsangebote, wie zum Beispiel Tages- oder Nachtbetreuung, die
Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Pflege erleichtern", erklärt
Chalupka. Auch für die steigende Anzahl an Menschen mit dementiellen
Erkrankungen werden Angebote benötigt, um ihnen eine Unterstützung
und Orientierung in dieser Lebenssituation bieten, ergänzt der
Diakonie Direktor.
Die Versorgung mit Pflege- und Betreuungsdienstleistungen im Alter
darf nicht abhängig vom Wohnort oder individuellem Vermögen sein.
"Pflege ist weder Luxus noch Gnade. Denn wir alle können betroffen
sein, sei es als Angehörige/r oder sei es die eigene
Pflegebedürftigkeit. Der regionale Ausbau und die Förderung von neuen
und flexibleren Pflege- und Betreuungsangeboten muss jetzt passieren.
Nur so kann gewährleistet werden, dass ältere Menschen die jeweils
passende Form der Unterstützung erhalten," appelliert Chalupka
abschließend.
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