Diakonie: Pflegebedürftigkeit kann uns alle treffen!

Mit flexiblen Pflege- und Betreuungsangeboten die Pflegelücke schließen

Wien (OTS) - Bis zum Jahr 2050 wird sich die Anzahl über 80-jähriger Menschen in Österreich beinahe verdreifachen. Das bedeutet, dass laut Bevölkerungsprognose der Statistik Austria (2014) dann bereits jede 7.Person über 80 Jahre alt sein wird.

Ein höheres Lebensalter erhöht gleichzeitig das Risiko, pflege- und betreuungsbedürftig zu werden. Bereits jetzt sind von 450.000 PflegegeldbezieherInnen mehr als die Hälfte über 80 Jahre alt. "Das Festhalten an traditionellen mobilen oder stationären Pflege- und Betreuungsformen greift angesichts dieser Entwicklungen zu kurz", so Michael Chalupka, Direktor der Diakonie Österreich.

Pflegebedürftige Menschen und deren Angehörige leiden unter der "Pflegelücke", denn es fehlt ein leistbares Angebot zwischen mobilen und stationären Diensten. "Mobile Dienste sind nur für wenige Stunden verfügbar, eine Rund-um-die-Uhr Versorgung in einem Pflegeheim oft nicht notwendig. Es bedarf daher neuer und flexibler Wohn- und Betreuungsformen, um die unterschiedlichen Bedarfe von Menschen im Alter zu decken", führt Chalupka weiter aus.

Seien es Hausgemeinschaften, mobil unterstützte Wohnformen oder Tagesbetreuungsstätten - die Angebote müssen sich am Menschen orientieren und nicht umgekehrt. "Derzeit werden nur 6.600 Menschen in Tageszentren versorgt. Dabei würde eine flächendeckende Verfügbarkeit von Tagesbetreuung und zeitlich flexiblere Betreuungsangebote, wie zum Beispiel Tages- oder Nachtbetreuung, die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Pflege erleichtern", erklärt Chalupka. Auch für die steigende Anzahl an Menschen mit dementiellen Erkrankungen werden Angebote benötigt, um ihnen eine Unterstützung und Orientierung in dieser Lebenssituation bieten, ergänzt der Diakonie Direktor.

Die Versorgung mit Pflege- und Betreuungsdienstleistungen im Alter darf nicht abhängig vom Wohnort oder individuellem Vermögen sein. "Pflege ist weder Luxus noch Gnade. Denn wir alle können betroffen sein, sei es als Angehörige/r oder sei es die eigene Pflegebedürftigkeit. Der regionale Ausbau und die Förderung von neuen und flexibleren Pflege- und Betreuungsangeboten muss jetzt passieren. Nur so kann gewährleistet werden, dass ältere Menschen die jeweils passende Form der Unterstützung erhalten," appelliert Chalupka abschließend.

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