Investition in österreichisches Programm anstatt in teure Übertragungsrechte

FILM AUSTRIA und der Verband österreichischer Filmproduzenten (AAFP) unterstützen die Pläne der ORF-Geschäftsführung, sich von der Formel 1 zu verabschieden.

Wien (OTS) - Die Übertragung der Formel 1 kostet den ORF jährlich mehr als 15 Mio. Euro, bei stark sinkenden Quoten. Nur 6% dieser Kosten können durch Werbung wieder verdient werden. "Auf diese teuren Übertragungsrechte zu verzichten, ist in Anbetracht der ohnehin angespannten finanziellen Situation des ORF und nach Maßgabe der Erfüllung des Informations- und Kulturauftrags jedenfalls zu begrüßen - und längst überfällig", sagt Alfred Noll, Generalsekretär von Film Austria. "Damit scheint die ORF-Geschäftsführung endlich eine Richtungsentscheidung getroffen zu haben, auf öffentlich-rechtliche Inhalte zu setzen und wieder vermehrt österreichische Filme, Serien und Dokus zu produzieren", zeigt sich Noll zuversichtlich.

Eine Gegenüberstellung der Investition in österreichisches Programm versus Gebühreneinnahmen verdeutlicht diese Forderung:

2004 nahm der ORF 444,5 Mio. Euro an Gebühren ein und investierte davon 97,6 Mio. Euro in die Produktion österreichischer Filme, Serien und Dokumentationen. Zehn Jahre später nahm der ORF um 144 Mio. Euro mehr an Gebühren ein, nämlich 588 Mio. Euro, investierte aber trotz dieser gewaltigen Aufstockung des Budgets durch den Gebührenzahler um rund 10 Mio. weniger in österreichischen Content. Noll betont:
"Österreichische Filme, Serien und Dokus zählen nicht nur zum öffentlich-rechtlichen Kernauftrag des ORF, sie leisten mit drei- bis viermal so hohen Quoten wie das Kaufprogramm auch einen wertvollen Beitrag zur Akzeptanz des öffentlich-rechtlichen Rundfunk". Gefordert wird daher von der ORF-Geschäftsführung, ab 2016 wieder 100 Mio. Euro in die Produktion österreichischen Programms zu investieren.

Über Film Austria

Film Austria versteht sich als maßgebliche Repräsentanz unabhängiger, kompetenter und professioneller Film- u. Medienproduktionen in Österreich. Die Vereinigung wurde von führenden österreichischen Filmproduzenten mit der festen Absicht gegründet, den Marktanteil österreichischer Filme laufend zu steigern. Film Austria will im Bereich TV-Produktion eine verantwortungsbewusste und emanzipierte Partnerschaft mit dem ORF und anderen Fernsehveranstaltern eingehen. Daher zielt deren Tätigkeit auf ein festes Bündnis zur Durchsetzung und für den Erfolg qualitativ hochwertiger und identitätsprägender österreichischer Programme ab. Weitere Infos unter www.filmaustria.com.

Über AAFP (Association of Austrian Filmproducers)

Der AAFP ist die unabhängige Interessensvertretung der österreichischen Produzentinnen und Produzenten von Kino-, Fernseh-Werbe-, Wirtschafts- und Bildungsfilmen sowie anderen audiovisuellen Werken. Der Verband bildet mit mehr als 40 Mitgliedern die repräsentative Mehrheit der österreichischen Produktionsunternehmen, deren Produkte die gesamte Spannweite des audiovisuellen Schaffens in Österreich (vom Kinofilm bis zur TV-Serie, vom Werbespot bis zum Bildungsfilm) abdecken. Der AAFP setzt sich im nationalen und internationalen Rahmen gegenüber Politik, TV-Sendern, Filmförderstellen und allen Körperschaften der Medien- und Kulturwirtschaft für die Interessen der Produzentinnen und Produzenten ein.

Weitere Infos unter www.austrian-film.com.

Rückfragen & Kontakt:

RA Univ.-Prof. Dr. Alfred J. Noll
Generalsekretär FILM AUSTRIA
alfred.noll@nollkeider.at
Tel.: +43 1 5124410

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