- 23.09.2015, 14:30:01
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Familienbund: Steuerfalle für Familien entschärfen
Wie kann Österreich die Vereinbarkeit von Familie und Beruf fördern?
Utl.: Wie kann Österreich die Vereinbarkeit von Familie und Beruf
fördern? =
Wien/St.Pölten (OTS) - Beim Familienbund Expertengespräch mit Mag.
Dr. Franz Prettenthaler von Joanneum Research Graz und
Familienbundpräsident Vbgm. Mag. Bernhard Baier wurde festgestellt,
dass die österreichische Familienpolitik Familien im horizontalen
Ausgleich nicht ausreichend unterstützt. Eine Familie mit einem
Bruttoeinkommen von Euro 2000 hat durch Transferleistungen das
gleiche Einkommen wie eine Familie mit Euro 900. Um Familien gerecht
zu entlasten und auch aus der Steuerfalle zu holen, muss der
Steuerfreibetrag von Euro 7000 endlich umgesetzt werden. Besonders
Mehrkindfamilien sind stark benachteiligt. Entlastung der Familien
und mehr Mut zum Kind: das sind die zentralen Zielsetzungen des
Österreichischen Familienbundes.
Familie bildet als universale Institution das Fundament unserer
Gesellschaft. Die Zukunft einer Gesellschaft wird durch die Familien,
durch ihr Vorbild, ihre Erziehungsarbeit maßgeblich bestimmt.
Die finanzielle Unterstützung zur Stärkung der "Familie" ist daher
essentiell und muss einen breiten Maßnahmenmix beinhalten.
Mag. Dr. Franz Prettenthaler, M.Litt., Sozialwissenschafter und
Leiter der Forschungsgruppe Regionalpolitik, Risiko- und
Ressourcenökonomik der Joanneum Research: Das System des
Familienlastenausgleichs hat eine starke vertikale
Umverteilungswirkung, die eine wesentliche Funktion zur
Armutsbekämpfung erfüllt. Allerdings wird der horizontale Ausgleich
zwischen Familien mit Kindern und kinderlosen Familien nur
unzureichend hergestellt. So werden im unteren Einkommensbereich die
kinderreichen gegenüber kinderlosen Familien tendenziell bevorzugt,
wogegen im oberen Einkommensbereich das Gegenteil der Fall ist. Dies
bedingt auch, dass in einigen Einkommenssegmenten die Aufnahme oder
Erweiterung von Erwerbsarbeit (wiedereinsteigende Mütter und Väter
nach der Karenz) wenig lukrativ, hingegen in anderen, höheren ein
zusätzliches Kind das verfügbare Nettoeinkommen sinken lässt.
Familienbundpräsident Vbgm. Mag. Bernhard Baier:
Ein familienfreundliches Steuersystem kann viel zur Realisierung des
Kinderwunsches beitragen, daher fordert der Österreichische
Familienbund:
- Eine automatische Valorisierung aller Familienleistungen,
insbesondere der Steuerfrei- und Absetzbeträge, damit diese durch die
Inflation nicht real sinken.
- Familien mit Unterhaltspflichten sind finanziell stark gefordert.
Hier muss es zu einer Entlastung kommen. Wir setzen uns für eine
Einführung des schon lange geforderten steuerfreien Existenzminimums
von 7.000 Euro pro Kind ein.
- Ausweitung der Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten zumindest
bis zum Ende der Schulpflicht und Einbeziehung der Kosten für
Sprachferien, Ferienlager, Musikschule bis zu 2.300 Euro / Kind.
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