- 23.09.2015, 14:24:01
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Bluthochdruck-Patienten: Verbesserung im Visier
Neue Studie von 12. bis 16. Oktober in allen Apotheken in NÖ

Utl.: Neue Studie von 12. bis 16. Oktober in allen Apotheken in NÖ =
St. Pölten (OTS) - Jeder dritte Erwachsene ist in Österreich von
Bluthochdruck betroffen. Es erreichen hierzulande jedoch nur 36
Prozent der behandelten Erkrankten die empfohlenen Blutdruckwerte -
ein im internationalen Vergleich schockierender Wert. Die NÖ
Apotheken starten nun gemeinsam mit der NÖGKK eine groß angelegte
Aufklärungsaktion zur gezielten Bekämpfung von Bluthochdruck. Dabei
wird in allen Apotheken in NÖ eine Studie zur Erhebung der
Bluthochdruck-Situation durchgeführt, Blutdruck gemessen und eine
neue informative Broschüre verteilt.
Bluthochdruckpatienten erreichen gesundheitliche Ziele nicht
Bluthochdruck (Hypertonie) ist weltweit für mehr Todesfälle
verantwortlich als Diabetes, Übergewicht und erhöhte Cholesterinwerte
zusammen. Das Tückische ist dabei, dass wenn die Diagnose gestellt
wird, die Krankheit unbemerkt meist schon über Jahre Schäden im
Körper angerichtet hat. "Für die öffentliche Gesundheitsvorsorge ist
es daher wichtig, durch Informationen einen größtmöglichen Anteil der
Bevölkerung davon zu überzeugen, sich mit dem Thema Bluthochdruck
rechtzeitig und ausführlich zu beschäftigen. Daher bin ich auch den
NÖ Apotheken und der NÖ Gebietskrankenkasse für ihr Engagement in
diesem Bereich äußerst dankbar", betont NÖ Gesundheitslandesrat Ing.
Maurice Androsch.
"Vorsorge und Behandlung von Bluthochdruckerkrankungen sind ein
großes Thema bei der NÖGKK", so Generaldirektor Mag. Jan Pazourek.
"Eine Viertel Million Versicherte haben im Vorjahr
Hypertoniemedikamente bekommen. Wir wissen aber, dass die
Dunkelziffer viel höher liegt: Viele Betroffene kennen ihre
Gefährdung gar nicht - weil man Bluthochdruck kaum spürt.
Hypertonie ist eine medikamentös gut behandelbare Krankheit - aber
die Folgen des Bluthochdrucks werden vielfach unterschätzt. Unter dem
Motto "Verbesserung im Visier" wollen wir die Menschen aufklären und
ihre Gesundheitskompetenz in diesem Bereich steigern. Zum einen
sollte jeder Mensch seinen Wert kennen. Zum anderen ist es wichtig,
dass Patienten ihre Medikamente verlässlich nehmen. Denn
Blutdruckmedikamente sind nur dann wirksam, wenn man sie regelmäßig
einnimmt - das Wohlbefinden des Patienten bzw. die Blutdrucksenkung
bleibt nur dann bestehen, wenn das Medikament auch dauerhaft
eingenommen wird."
"Hypertonie ist der bedeutendste behandelbare Risikofaktor für die
Gesamtsterblichkeit weltweit, und mit einer Vielzahl an
kostenintensiven Krankheitsbildern wie zum Beispiel Schlaganfall,
Herzinfarkt, chronisches Nierenversagen und Demenz assoziiert," so
die Studienleiter Dr. Miklos Rohla und Priv. Doz. Dr. Thomas Weiss,
3. Medizinische Abteilung, Kardiologie und internistische
Intensivmedizin, Wilhelminenspital, Wien.
Gegenwärtig liegen zwei Erhebungen in Österreich vor: Die
SCREEN-II Studie (2003) konnte zeigen, dass von 1.303 Patienten mit
regelmäßigen Selbstmessungen lediglich 17 Prozent das Blutdruckziel
unter Therapie erreichten. Die rezenteste, aber nicht repräsentative
Erhebung stammt aus der internationalen EURIKA Studie (2011), in der
insgesamt 36 Prozent von 624 in Österreich untersuchten Patienten das
Blutdruckziel erreichten. Österreich ist somit Europa-Schlusslicht
und rangiert nicht weit vor z.B. Bangladesch, wo im Jahr 2011 31
Prozent einer repräsentativen Population (alle Einkommensklassen
miteinbeziehend) das Blutdruckziel erreichten.
Die aktuelle Studie in den NÖ Apotheken
Von 12. bis 16. Oktober führen die Apotheken eine Erhebung der
Bluthochdrucksituation in Niederösterreich durch, die von den beiden
Studienleitern Dr. Miklos Rohla und Priv. Doz. Dr. Thomas Weiss
wissenschaftlich begleitet wird. Jeder Patient, der mit einer
Verschreibung für ein Bluthochdruckmedikament in die Apotheke kommt,
kann an der Studie teilnehmen. Die Erhebung wird bei 5000 Patienten
durchgeführt. Das Hauptziel der Studie ist eine erste großangelegte
Erfassung der gegenwärtigen Behandlungspraktiken, Awareness und
Kontrollraten von Bluthochdruck in verschiedenen Subgruppen der
Österreichischen Bevölkerung.
Bluthochdruck: Was tun?
Ideale Blutdruckwerte liegen bei 120/80 mmHg. Normale
Blutdruckwerte unter 140/90 mmHg. Werte darüber werden als
Bluthochdruck qualifiziert, wobei nicht der Einmalmesswert zählt,
sondern ein Durchschnittswert von mehreren Messungen gebildet wird.
In aller Regel verursacht ein erhöhter Blutdruck keine Symptome,
weshalb die Erkrankung zu spät erkannt und oft unzureichend behandelt
wird. Bei sehr hohen Blutdruckwerten können unspezifische Symptome
wie Kopfschmerzen, Schwindel, Ohrensauen, Übelkeit, Nasenbluten usw.
auftreten.
Da Bluthochdruck sehr häufig auf Lebensstilfaktoren zurückzuführen
ist, wie bei gering erhöhten Werten und dem Vorhandensein von
Übergewicht, Bewegungsmangel oder zu hohem Salzkonsum zunächst
angeraten, den Lebensstil zu modifizieren, um auf eine medikamentöse
Therapie verzichten zu können.
Falls dies nicht gelingt, ist eine medikamentöse,
blutdrucksenkende Therapie unbedingt erforderlich um das Risiko für
Herz-Kreislauferkrankungen zu senken. Eine primäre Hypertonie ist
nicht heilbar und bedarf einer lebenslangen Therapie. Die Medikamente
verursachen jedoch häufig ungefährliche aber unangenehme
Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Schwindel. "Genau
diese Nebenwirkungen stellen in der Praxis ein bedeutendes Problem
dar, da viele Patienten die Therapie abbrechen und damit ihr Risiko
für Herz- Kreislauferkrankungen erhöhen", so Mag. pharm. Heinz
Haberfeld, Präsident der Apothekerkammer NÖ. Hier kann die Therapie
jedoch modifiziert werden, sodass die Patienten weitestgehend
beschwerdefrei sind.
Apotheken auf einen Blick
In Österreich spielen die öffentlichen Apotheken eine wichtige
Rolle als Gesundheitsnahversorger. Ob Großstadt, Kleinstadt oder
Gemeinde: Die österreichischen Apotheken liefern Qualität auf
höchstem Niveau und das zu niedrigen Preisen, wie im Vergleich mit
anderen europäischen Ländern deutlich hervorgeht. Trotz der hohen
Kaufkraft in Österreich liegen die Arzneimittelpreise unter dem
europäischen Durchschnitt. Insgesamt beraten 5.800 akademisch
ausgebildete Apothekerinnen und Apotheker in 1.360 Apotheken die
Bevölkerung in Gesundheitsfragen. Die Beratungskompetenz ist eine der
zentralen Leistungen der Apotheker. Zusätzlich erbringen über 350
Apothekerinnen und Apotheker wertvolle Versorgungs- und
Beratungsleistungen für die Patienten in den österreichischen
Krankenanstalten.
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