• 23.09.2015, 13:15:57
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Allianz Chronischer Schmerz zeichnet beispielgebende Initiativen aus

Förderpreis DOLORES soll zur Nachahmung anregen

http://www.apa-fotoservice.at/galerie/7102 Im Bild
v.l.n.r.: Mag. Carina Asendorfer (APR Salzburg), Mag. Johannes
Wallner (Senecura), Dkfm. Erika Folkes (Allianz Chronischer
Schmerz), Mag. Peter McDonald (Hauptverband der österr. SV-Träger),
OA.Dr. Janina Dieber (LKH Hartberg) und Dr. Gottfried Thalhammer
(Styriamed Hartberg-Fürstenfeld).

Utl.: Förderpreis DOLORES soll zur Nachahmung anregen =

Wien (OTS) - Erstmals hat eine Patientenorganisation - die "Allianz
Chronischer Schmerz" - einen Förderpreis ausgeschrieben, der heute im
Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger vergeben
wurde. Ausgezeichnet wurden dabei jene Teams von Ärzt/innen,
Therapeut/innen und Gesundheitsberufen, die auf freiwilliger Basis
kooperieren und unter Nutzung der kassenfinanzierten Leistungen eine
bestmögliche Versorgung von Schmerzpatient/innen erzielen. Die mit
2.000 und 1.000 Euro dotierten Preise gingen an die Ambulante
Psychosoziale Rehabilitation (APR Salzburg) und die SeneCura-Heime.
Die Goldene DOLORES konnte die oststeirische Initiative rund um das
Ärzte-Netzwerk Styriamed Hartberg-Fürstenfeld und das LKH Hartberg,
zusammen mit einem Scheck über 3.000 Euro, in Empfang nehmen.

Die rund 1,5 Millionen Menschen mit chronischen Schmerzen empfinden
die schmerzmedizinische Versorgung in Österreich alles andere als
befriedigend. In den durchschnittlich 2,5 Jahren bis zur Erstellung
einer Diagnose konsultieren nahezu ein Drittel der Schmerzpatienten
mehr als fünf Ärzte, rund 40 Prozent sind dennoch mit der Behandlung
unzufrieden und fühlen sich nicht verstanden. Anstatt die
Versorgungsstrukturen auszubauen wurden in letzten 2 Jahren 9
Schmerzambulanzen geschlossen.

Die vor 3 Jahren gegründete "Allianz Chronischer Schmerz" -eine
Plattform von 47 einschlägigen Selbsthilfegruppen - setzte es sich
deshalb zum Ziel, jene Initiativen aufzuspüren, die nicht erst auf
die nächste Gesundheitsreform warten, sondern längst eigene Wege
gehen: Indem möglichst viele ärztliche Disziplinen nicht nur bei der
Diagnose-Erstellung sondern auch bei der nachfolgenden Therapie
kooperieren. Denn erst durch eine freiwillige Zusammenarbeit mit
sämtlichen Gesundheitsberufen kann eine multimodale Therapie
verwirklicht und der Leidensweg der Schmerzpatient/innen verkürzt
werden. Solche Best Practice Modelle galt es zu finden und vor den
Vorhang zu bitten, damit deren vorbildhaftes Agieren möglichst viele
Nachahmer findet. Dank der Unterstützung seitens der pharmazeutischen
Industrie war es möglich diese bereits bestehenden Teams zu finden
und auszuzeichnen.

"Mit der Verleihung des Förderpreises setzen wir ein Zeichen, wie
wichtig uns allen diese Kooperation unterschiedlicher
Gesundheitsberufe ist", lobte der Vorsitzende des Verbandsvorstands
im Hauptverband, Mag. Peter McDonald anlässlich der Preisverleihung.
Denn: "Das interdisziplinäre Teamwork gewinnt in unserem
Gesundheitssystem immer größere Bedeutung. Alle Berufsgruppen, die
dem medizinischen Bereich angeschlossen sind - ob akademische oder
nicht akademische dienstleistende Berufe - benötigen diese Art der
Zusammenarbeit, um so die bestmögliche Therapieerfolge zu erreichen
und um optimale Hilfe für Betroffene zu leisten".

Immerhin gab es 19 Einreichungen quer durch Österreich, von denen die
meisten die Hauptkriterien "innovativ", "kassenfinanziert",
"übertragbar" erfüllten. "Wir waren von der Vielzahl der
Einreichungen überrascht und beglückt zugleich", so die Sprecherin
der Schmerzallianz, Dkfm. Erika Folkes: "Die eingereichten Projekte
lagen in ihrer Bewertung so dicht beieinander, dass es unserer
Fachjury sichtlich schwer gefallen ist die am besten geeigneten
herauszufiltern". Schließlich machte das Netzwerk Styriamed
Hartberg-Fürstenfeld- die gelungene Zusammenarbeit über Ortsgrenzen
hinweg zwischen niedergelassenen Allgemein- und Fachmediziner/innen
und der Schmerzambulanz des LKH Hartberg -das Rennen um die "Goldene
Dolores". Die interdisziplinäre Zusammenarbeit bei der Befunderhebung
durch Austausch der Patienten-Daten, sowie eine ausgelagerte
multimodale Therapie ist seit 3 Jahren Erfolgsgarantie, was von der
lokalen Schmerz-Selbsthilfegruppe auch bestätigt wird.

Der 2. Preis ging an die Salzburger Ambulante Psychosoziale
Rehabilitation APR, ein Projekt das erstmals die psychosozialen und
psychosomatischen Auswirkungen des chronischen Schmerzes
berücksichtigt und ambulant behandelt.

Der 3. Preis richtet sich an jene Menschen mit chronischen Schmerzen,
die sich selbst nicht mehr artikulieren können. Das mit Hilfe der
OSiA- Studie der Salzburger Paracelsus Universität umgesetzte Projekt
"Schmerzfreies Pflegeheim" verhilft derzeit 3.400 Bewohnerinnen in 52
SeneCura-Heimen zu einer besseren Lebensqualität.
"Bei den erstmals vergebenen drei Förderpreisen geht es nicht um
wissenschaftliche Spitzenforschung" erklärte Univ. Prof. Dr. Hans
Georg Kress, in seiner Laudatio: "Vielmehr werden von einer
Patientenorganisation innovative Schmerzbehandlungs-Projekte
ausgezeichnet, die eine interdisziplinäre und multiprofessionelle
Zusammenarbeit zur unmittelbaren Verbesserung der Versorgung von
Schmerzpatienten erreicht haben. Als unabhängige Jury", so der
Vorsitzende der Fachjury, "haben wir besonderes Augenmerk gelegt auf
den offenen Zugang für Kassenpatienten, praktische Umsetzbarkeit im
Gesundheitssystem, Ausbaufähigkeit und die möglichst einfache
zukünftige Übertragbarkeit der preiswürdigen Modellprojekte auf
andere Institutionen und Regionen Österreichs."

Der Hauptverband der Sozialversicherungsträger ist offenbar zur
Förderung von derartigen Initiativen bereit. "Die "Allianz
Chronischer Schmerz Österreich" hat mit dem Förderpreis einen
weiteren wichtigen Schritt für die Realisierung von optimalen
Versorgungsstrukturen im Bereich der Schmerztherapie gesetzt" so
McDonald abschließend. Nachsatz: "Was wir alleine nicht schaffen, das
schaffen wir dann gemeinsam!"

Der Förderpreis DOLORES verdankt seine Verwirklichung den
Sponsoren:

Bundesministerium für Gesundheit, Österreichische Ärztekammer,
Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger, ORF, Ö1

Astellas, Boston Scientific, Gerot Lannach, Grünenthal, Indivior,
Mundipharma, Pfizer, Sanofi

Weitere Bilder unter: http://www.apa-fotoservice.at/galerie/7102

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at

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