• 18.09.2015, 12:00:01
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Hundstorfer: Steigende Zahl demenzieller Erkrankungen ist große Herausforderung für die Sozial- und Gesundheitspolitik

Gesamtgesellschaftliche Strategien erarbeiten und Angebote weiter ausbauen

Utl.: Gesamtgesellschaftliche Strategien erarbeiten und Angebote
weiter ausbauen =

Wien (OTS/BMASK) - Anlässlich des von der WHO initiierten
Welt-Alzheimertages am 21. September weist Sozialminister Rudolf
Hundstorfer auf die Herausforderung hin, der sich unsere Gesellschaft
durch die steigende Anzahl demenzieller Erkrankungen stellen muss.
Aktuellen Schätzungen zufolge leben in Österreich zwischen 115.000
und 130.000 Menschen mit einer demenziellen Erkrankung. "Auf Grund
des Alterns und der damit verbunden steigenden Lebenserwartung ist
absehbar, dass sich die Anzahl der Demenz-PatientInnen weiter
drastisch erhöhen wird. Unter den derzeitigen Annahmen wird
prognostiziert, dass sich die Zahl der jährlichen Neuerkrankungen bis
zum Jahr 2050 verdoppeln wird. Die Herausforderung einer umfassenden
Versorgung von Menschen mit Demenz kann in Zukunft nur als
gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden und bewältigt werden.
Daher hat sich die österreichische Bundesregierung im
Regierungsprogramm zur Entwicklung einer Demenzstrategie bekannt",
erklärt Hundstorfer.****

Im Auftrag des Gesundheits- und des Sozialministeriums wurde im
Jahr 2014 von der Gesundheit Österreich GmbH der "Österreichische
Demenzbericht 2014" verfasst, welcher eine wesentliche Grundlage für
die Entwicklung der Demenzstrategie darstellt.

Im Rahmen einer Auftaktveranstaltung "Gut leben mit Demenz" im
Februar dieses Jahres wurden der Bericht und die darauf aufbauenden
Handlungsfelder einem Fachpublikum und wichtigen Stakeholdern
vorgestellt und diskutiert. Sechs multidisziplinär besetzte
Arbeitsgruppen haben seither dazu 7 Wirkungsziele und insgesamt 23
Handlungsempfehlungen formuliert. Im Sommer konnte im Zuge eines
Online-Konsultationsverfahrens zum Entwurf der Demenzstrategie
Stellung genommen werden. Mehr als 80 Organisationen/Personen haben
Rückmeldungen zu den Handlungsempfehlungen gegeben. Überwiegend kamen
Antworten zum Thema Bewusstseinsbildung und Sensibilisierung. So
wurde u.a. angeregt, durch gezielte Informationen über demenzielle
Erkrankungen das Präventionsbewusstsein der Bevölkerung zu stärken.
Ein Fokus muss aber auch auf die Sensibilisierung und Qualifizierung
von medizinischen und nicht medizinischen MitarbeiterInnen gelegt
werden.

Angehörige wesentliche Stütze bei der Betreuung von demenziell
erkrankten Menschen

Die Tatsache, dass rund 80% der pflegebedürftigen Menschen zu
Hause durch Angehörige - teils mit Unterstützung sozialer Dienste -
versorgt werden, unterstreicht die Bedeutung der informellen
Betreuung in Österreich. Die Pflege und Betreuung von dementen
Angehörigen kann je nach Fortschritt der Krankheit allerdings zu
einer enormen psychischen aber auch finanziellen Herausforderung
werden. "Daher liegen mir Unterstützungsmaßnahmen für diese
Angehörigen sehr am Herzen. So konnten wir zur besseren Vereinbarkeit
von beruflichen und familiären Verpflichtungen der betreuenden
Angehörigen neben der bewährten Förderung der 24-Stunden Betreuung
unsere Angebotspalette um Pflegekarenz(geld) und Pflegeteilzeit
erweitern. Überdies wird bei der Pflegegeldeinstufung der Demenz
mittels eines Erschwerniszuschlages besonders Rechnung getragen.

Darüber hinaus stehen für pflegende Angehörige zahlreiche
Möglichkeiten zur sozialversicherungsrechtlichen Absicherung,
gesundheitsfördernde und qualitätssichernde Maßnahmen oder eine
finanzielle Unterstützung für die Finanzierung einer Ersatzpflege,
sowie umfangreiche Informations- und Beratungsangebote zur
Verfügung", weist Hundstorfer auf bestehende
Unterstützungsmöglichkeiten hin. (Schluss)

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