AK bleibt dabei: Einkaufen ist in Österreich teurer als anderswo!

Wien (OTS) - Fakt ist: Österreich ist im Euroraum bei Lebensmitteln am teuersten. Das bestätigen das Statistikamt Eurostat und regelmäßige AK Preismonitorings. Die immer wieder vorgebrachte Kritik der Bauernvertreter an den AK Preisvergleichen geht somit ins Leere. Dem "Österreich-Aufschlag" muss daher auf den Grund gegangen werden, verlangt die AK.

Die AK Preisvergleiche zwischen Österreich und Deutschland zeigen nicht nur bei den günstigsten Lebensmitteln, sondern auch bei absolut identen Lebensmitteln saftige Preisaufschläge in Österreich.

Die AK legt bei ihren Preisvergleichen mit preiswertesten Lebensmitteln genau so wie andere Verbraucherverbände bei Warentests und Preiserhebungen eine Struktur fest, wie sie auch dem Einkaufsverhalten der VerbraucherInnen entspricht, die jeden Cent zweimal umdrehen müssen und daher auch auf die Preise achten. Überdies zeigen Warentests, dass es in vielen Bereichen keinen durchgängigen Zusammenhang zwischen Preis und Qualität mehr gibt.

Bei der Milch zieht der Bauernbund meist das Argument aus dem Hut, dass in Österreich flächendeckend gentechnikfreie Rohmilch verarbeitet wird. Jedoch: Die "Mehrkosten" zwischen gentechfreier Milch und mit genverändertem Soja produzierte Milch machen weniger als einen halben Cent pro Liter aus, wenn überhaupt. Somit lässt sich damit das Qualitätsargument der Bauernvertreter nicht wirklich begründen.

Ein Vorwurf der Bauernseite ist, dass in Deutschland aufgrund einer hohen Marktkonzentration die Preise für die KonsumentInnen günstiger sind, weil die Hersteller besser kalkulieren können als in Österreich. Aber auch in Österreich ist es in den letzten Jahren auf Produzentenseite aufgrund von Fusionen zu deutlichen Marktkonzentrationen gekommen, etwa in der Milchwirtschaft, im Mühlenbereich oder in der Zuckerwirtschaft - aber die KonsumentInnen in Österreich spüren nichts davon.

Sehr oft wird auch das Argument strapaziert, dass die AK keine Mengenaktionen oder Kundenkarten-Vorteilspreise in die AK Preisvergleiche miteinbezieht. Dieser Vorwurf ist insofern haltlos, da die preiswertesten Produkte in der Regel von den Aktionen ausgenommen werden. Kundenkarten spielen auch beim Verbraucherpreisindex keine Rolle.

Österreich ist auch netto teurer als Deutschland. Die AK rechnet sehr wohl bei all ihren Preisvergleichen auch Nettopreise aus. Das Ergebnis ändert nichts an der Tatsache, dass es einen hohen "Österreich-Aufschlag" gibt. Es ist für die AK nicht nachvollziehbar, dass die großen deutschen Lebensmittelkonzerne, die auch in Österreich Marktführer sind, eine derart unterschiedliche Preisgestaltung fahren.

Rückfragen & Kontakt:

Arbeiterkammer Wien
Doris Strecker
(+43-1) 501 65-2677, mobil: (+43) 664 845 41 52
doris.strecker@akwien.at
http://wien.arbeiterkammer.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKW0002