• 11.09.2015, 13:19:15
  • /
  • OTS0156 OTW0156

Schultes kritisiert Preisvergleiche der Arbeiterkammer

Unterschiedliche Qualität nicht berücksichtigt - Preisdruck für Bauern weiter erhöht

Utl.: Unterschiedliche Qualität nicht berücksichtigt - Preisdruck
für Bauern weiter erhöht =

Wien (OTS) - Heftige Kritik an dem heute publizierten Preisvergleich
der Arbeiterkammer übt der Präsident der Landwirtschaftskammer
Österreich, Hermann Schultes. Laut AK wurde bei der jüngsten Erhebung
festgestellt, dass "ein Einkaufskorb mit 40 preiswertesten
Lebensmitteln in Wien im August um knapp 21% teurer war als in
Berlin". Ein Österreich-Aufschlag lasse sich nicht wegleugnen, wurde
betont. Schultes dazu: "Diese Art des Preisvergleichs ist aus
mehreren Gründen nicht aussagekräftig: Erstens wurden die
unterschiedlichen Qualitäten nicht berücksichtigt, zweitens wurden
weder Kundenkarten- noch Mengenvorteilspreise eingerechnet, drittens
wurde die sehr unterschiedliche Produktions- und Handelsstruktur in
Österreich und Deutschland völlig ausgeklammert", ärgert sich der
Präsident. Vor allem aber wolle die Arbeiterkammer ausgerechnet jetzt
in der aktuellen Marktkrise im Milch- und Fleischbereich die
Preisspirale wieder nach unten in Gang setzen.

"Es werden in diesem AK-Preisvergleich immer die billigsten
Lebensmittel verglichen. Das stört mich gewaltig, weil es aufgrund
der kleinbetrieblichen Struktur der österreichischen Landwirtschaft
nicht das Ziel sein kann, der billigste Produzent zu sein, sondern
der qualitativ beste. Leider aber berücksichtigt die AK die
unterschiedlichen Qualitätsstandards bei Lebensmitteln in Österreich
und Deutschland nicht - etwa die 100%ige Gentechnikfreiheit unserer
Milch", so Schultes. Einen "Österreich-Aufschlag" gebe es
tatsächlich, aber es handle sich dabei um einen Qualitäts-Aufschlag.
"Beste Produkte, Frische und Regionalität werden von den Konsumenten
verlangt - das gibt es aber nicht zum Nulltarif", stellt der
Präsident klar. Darüber hinaus solle die AK Österreich nicht ständig
mit dem Tiefstpreismarkt Deutschland vergleichen, in anderen Ländern
wie etwa Italien sei beispielsweise Milch, aber auch Fleisch,
deutlich teurer als in der Alpenrepublik.

Der österreichische Lebensmitteleinzelhandel bemühe sich um
Qualität und setze vermehrt auf Bio und Regionalität - die
Arbeiterkammer rede aber immer nur vom niedrigsten Preis, zeigt
Schultes wenig Verständnis für diese Strategie. Dadurch würden
Lebensmittel letztendlich "entwertet", warnt der Präsident. Er gibt
zu bedenken, dass gerade jetzt in der aktuellen Marktkrise die
heimische Landwirtschaft auf die Partnerschaft mit den Konsumenten
angewiesen sei. Mit ihren Preisvergleichen übe die Arbeiterkammer
aber erneut Druck auf den Handel aus und dieser werde den Druck in
der Abwärtsspirale letztendlich an die Bauern weitergeben. "Wir
werden dagegenhalten, wir setzen auf Qualität, auf Werte und auf
Differenzierung", betont Schultes.
(Schluss) kam

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AIM

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel