Schultes kritisiert Preisvergleiche der Arbeiterkammer

Unterschiedliche Qualität nicht berücksichtigt - Preisdruck für Bauern weiter erhöht

Wien (OTS) - Heftige Kritik an dem heute publizierten Preisvergleich der Arbeiterkammer übt der Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich, Hermann Schultes. Laut AK wurde bei der jüngsten Erhebung festgestellt, dass "ein Einkaufskorb mit 40 preiswertesten Lebensmitteln in Wien im August um knapp 21% teurer war als in Berlin". Ein Österreich-Aufschlag lasse sich nicht wegleugnen, wurde betont. Schultes dazu: "Diese Art des Preisvergleichs ist aus mehreren Gründen nicht aussagekräftig: Erstens wurden die unterschiedlichen Qualitäten nicht berücksichtigt, zweitens wurden weder Kundenkarten- noch Mengenvorteilspreise eingerechnet, drittens wurde die sehr unterschiedliche Produktions- und Handelsstruktur in Österreich und Deutschland völlig ausgeklammert", ärgert sich der Präsident. Vor allem aber wolle die Arbeiterkammer ausgerechnet jetzt in der aktuellen Marktkrise im Milch- und Fleischbereich die Preisspirale wieder nach unten in Gang setzen.

"Es werden in diesem AK-Preisvergleich immer die billigsten Lebensmittel verglichen. Das stört mich gewaltig, weil es aufgrund der kleinbetrieblichen Struktur der österreichischen Landwirtschaft nicht das Ziel sein kann, der billigste Produzent zu sein, sondern der qualitativ beste. Leider aber berücksichtigt die AK die unterschiedlichen Qualitätsstandards bei Lebensmitteln in Österreich und Deutschland nicht - etwa die 100%ige Gentechnikfreiheit unserer Milch", so Schultes. Einen "Österreich-Aufschlag" gebe es tatsächlich, aber es handle sich dabei um einen Qualitäts-Aufschlag. "Beste Produkte, Frische und Regionalität werden von den Konsumenten verlangt - das gibt es aber nicht zum Nulltarif", stellt der Präsident klar. Darüber hinaus solle die AK Österreich nicht ständig mit dem Tiefstpreismarkt Deutschland vergleichen, in anderen Ländern wie etwa Italien sei beispielsweise Milch, aber auch Fleisch, deutlich teurer als in der Alpenrepublik.

Der österreichische Lebensmitteleinzelhandel bemühe sich um Qualität und setze vermehrt auf Bio und Regionalität - die Arbeiterkammer rede aber immer nur vom niedrigsten Preis, zeigt Schultes wenig Verständnis für diese Strategie. Dadurch würden Lebensmittel letztendlich "entwertet", warnt der Präsident. Er gibt zu bedenken, dass gerade jetzt in der aktuellen Marktkrise die heimische Landwirtschaft auf die Partnerschaft mit den Konsumenten angewiesen sei. Mit ihren Preisvergleichen übe die Arbeiterkammer aber erneut Druck auf den Handel aus und dieser werde den Druck in der Abwärtsspirale letztendlich an die Bauern weitergeben. "Wir werden dagegenhalten, wir setzen auf Qualität, auf Werte und auf Differenzierung", betont Schultes.
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