Seniorenbund: Pflege langfristig sichern! Pflegefonds im Dauerrecht. Pflegegeld regelmäßig erhöhen!

Verhandlungen zur Pflegesicherung dringend aufnehmen.

Wien (OTS) - 11. September 2015 - Der Österreichische Seniorenbund unterstützt die heute von Caritas Präsident Landau und Patientenanwalt Bachinger vorgestellten Forderungen zur langfristigen Pflege-Sicherung. Dazu hält LAbg. Ingrid Korosec, Bundesobmann-Stellvertreterin des Österreichischen Seniorenbundes, Landesvorsitzende des Wiener Seniorenbundes und Senioren-Kandidatin zu den Wiener Landtagswahlen am 11. Oktober 2015, fest:

"Der Pflegebereich Österreichs steht vor großen Herausforderungen. 80 Prozent der Pflegebedürftigen werden zu Hause von Angehörigen betreut und gepflegt - zumeist durch die (Ehe-)Partner oder durch Töchter und Söhne, die allerdings selbst zumeist schon im Pensionsalter sind. Zur Unterstützung dieser pflegenden Angehörigen müssen die Hausbesuche und höchst erfolgreichen Beratungsangebote durch das "Kompetenzzentrum für die Qualitätssicherung in der häuslichen Pflege" massiv - vor allem quantitativ - ausgebaut werden. Zudem muss der Pflegefonds ins Dauerrecht kommen, muss zentral gesteuert werden und muss im Bereich von mobiler Pflege, betreubarem Wohnen, Kurzzeit-und Tagespflege zu massiven Erweiterungen des Angebots und umfassender Vereinheitlichung der Standards hinsichtlich Zugang, Kosten und Qualität führen. Die Verhandlungen dazu wurden leider in die ohnehin schwierigen Verhandlungen zum Finanzausgleich geschoben. Das macht die Sache leider noch schwieriger. Die Verhandlungen zum Pflegefonds sollten daher dringend aufgenommen werden - auch unabhängig von den Verhandlungen zum Finanzausgleich!"

Die Grundsätze bleiben: Geldleistung vor Sachleistung. Mobil und ambulant vor stationär.

Korosec betont dazu: "In dieser gesamten Thematik bleiben die Grundsätze für den Seniorenbund klar: Geldleistung vor Sachleistung. Das heißt: Regelmäßige Anpassung des Pflegegeldes an die gestiegenen Kosten. Nur das sichert die Wahlfreiheit der Pflegebedürftigen und nur so erhalten Gemeinden und Länder die ausreichende Kostendeckung durch die Gepflegten. Zudem gilt - wie im Pflegefondsgesetz ausdrücklich formuliert: Mobil und ambulant vor stationär! Dies hat für Ausbaupläne ebenso zu gelten wie für Zugangsregelungen. Es darf nicht sein, dass Menschen mit geringen finanziellen Ressourcen in ein Pflegeheim gehen müssen, weil sie nur dort die automatische finanzielle Unterstützung erhalten, während sie von z.B. mobilen Angeboten oder der Möglichkeit der 24-h-Betreuung ausgeschlossen bleiben!"

"Zu kritisieren sind in diesem Zusammenhang die äußerst Unterschiedlichen Bedarfsentwicklungspläne der Bundesländer. So setzt der zuletzt für Wien vorgelegte Plan weiterhin viel zu stark auf institutionelle Angebote und deren Ausbau und bietet kaum Verbesserungen im Bereich der pflegenden Angehörigen oder der mobilen Betreuung. Das ist noch entsprechend zu ändern. Ziel eines dauerhaften Pflegefonds muss nämlich auch sein, diese Planungen weitestgehend auf gleiche Basis zu stellen. Schließlich wissen wir alle: Mehr als 80 Prozent der Menschen w o l l e n zu Hause betreut und gepflegt werden. Politik hat die Wünsche der Menschen in den Mittelpunkt zu stellen", so Korosec abschließend.

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Österreichischer Seniorenbund, Susanne Walpitscheker, stv. Generalsekretärin, Tel.: 0650-581-78-82, swalpitscheker@seniorenbund.at, www.seniorenbund.at

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