- 11.09.2015, 11:40:54
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Seniorenbund: Pflege langfristig sichern! Pflegefonds im Dauerrecht. Pflegegeld regelmäßig erhöhen!
Verhandlungen zur Pflegesicherung dringend aufnehmen.
Utl.: Verhandlungen zur Pflegesicherung dringend aufnehmen. =
Wien (OTS) - 11. September 2015 - Der Österreichische Seniorenbund
unterstützt die heute von Caritas Präsident Landau und
Patientenanwalt Bachinger vorgestellten Forderungen zur langfristigen
Pflege-Sicherung. Dazu hält LAbg. Ingrid Korosec,
Bundesobmann-Stellvertreterin des Österreichischen Seniorenbundes,
Landesvorsitzende des Wiener Seniorenbundes und Senioren-Kandidatin
zu den Wiener Landtagswahlen am 11. Oktober 2015, fest:
"Der Pflegebereich Österreichs steht vor großen Herausforderungen. 80
Prozent der Pflegebedürftigen werden zu Hause von Angehörigen betreut
und gepflegt - zumeist durch die (Ehe-)Partner oder durch Töchter und
Söhne, die allerdings selbst zumeist schon im Pensionsalter sind. Zur
Unterstützung dieser pflegenden Angehörigen müssen die Hausbesuche
und höchst erfolgreichen Beratungsangebote durch das
"Kompetenzzentrum für die Qualitätssicherung in der häuslichen
Pflege" massiv - vor allem quantitativ - ausgebaut werden. Zudem muss
der Pflegefonds ins Dauerrecht kommen, muss zentral gesteuert werden
und muss im Bereich von mobiler Pflege, betreubarem Wohnen, Kurzzeit-
und Tagespflege zu massiven Erweiterungen des Angebots und
umfassender Vereinheitlichung der Standards hinsichtlich Zugang,
Kosten und Qualität führen. Die Verhandlungen dazu wurden leider in
die ohnehin schwierigen Verhandlungen zum Finanzausgleich geschoben.
Das macht die Sache leider noch schwieriger. Die Verhandlungen zum
Pflegefonds sollten daher dringend aufgenommen werden - auch
unabhängig von den Verhandlungen zum Finanzausgleich!"
Die Grundsätze bleiben: Geldleistung vor Sachleistung. Mobil
und ambulant vor stationär.
Korosec betont dazu: "In dieser gesamten Thematik bleiben die
Grundsätze für den Seniorenbund klar: Geldleistung vor Sachleistung.
Das heißt: Regelmäßige Anpassung des Pflegegeldes an die gestiegenen
Kosten. Nur das sichert die Wahlfreiheit der Pflegebedürftigen und
nur so erhalten Gemeinden und Länder die ausreichende Kostendeckung
durch die Gepflegten. Zudem gilt - wie im Pflegefondsgesetz
ausdrücklich formuliert: Mobil und ambulant vor stationär! Dies hat
für Ausbaupläne ebenso zu gelten wie für Zugangsregelungen. Es darf
nicht sein, dass Menschen mit geringen finanziellen Ressourcen in ein
Pflegeheim gehen müssen, weil sie nur dort die automatische
finanzielle Unterstützung erhalten, während sie von z.B. mobilen
Angeboten oder der Möglichkeit der 24-h-Betreuung ausgeschlossen
bleiben!"
"Zu kritisieren sind in diesem Zusammenhang die äußerst
Unterschiedlichen Bedarfsentwicklungspläne der Bundesländer. So setzt
der zuletzt für Wien vorgelegte Plan weiterhin viel zu stark auf
institutionelle Angebote und deren Ausbau und bietet kaum
Verbesserungen im Bereich der pflegenden Angehörigen oder der mobilen
Betreuung. Das ist noch entsprechend zu ändern. Ziel eines
dauerhaften Pflegefonds muss nämlich auch sein, diese Planungen
weitestgehend auf gleiche Basis zu stellen. Schließlich wissen wir
alle: Mehr als 80 Prozent der Menschen w o l l e n zu Hause
betreut und gepflegt werden. Politik hat die Wünsche der Menschen in
den Mittelpunkt zu stellen", so Korosec abschließend.
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