Psychoonkologische Unterstützung wird immer wichtiger: Krebshilfe Wien übersiedelt in größeres Beratungszentrum

Wien (OTS) - Größere und barrierefreie Räumlichkeiten sind die Antwort auf den vermehrten Bedarf an kostenlosen Beratungsleistungen der Österreichischen Krebshilfe Wien. Damit hilft die Krebshilfe Wien nicht zuletzt die personell ausgedünnten Spitalsstrukturen zu entlasten. Die finanziellen Mittel dafür muss sie allerdings aus eigener Kraft aufbringen und das unter immer schwierigeren Rahmenbedingungen.

Die Personalknappheit in Österreichs Spitälern hat nicht nur Konsequenzen für die Versorgung der PatientInnen in den Krankenanstalten, auch gemeinnützige Organisationen wie die Österreichische Krebshilfe Wien spüren eine Trendwende. Ob es um psychologische Unterstützung bei der Krankheitsverarbeitung oder um rechtliche Beratung zur beruflichen Reintegration geht - die BeraterInnen der Krebshilfe Wien kommen verstärkt zum Einsatz.

3.936 PatientInnen und Angehörige haben 2014 das Beratungszentrum der Österreichischen Krebshilfe Wien aufgesucht. 59% wandten sich an die Wiener Krebshilfe, um psychoonkologische Unterstützung bei der Bewältigung ihrer schweren Erkrankung zu bekommen, 32% kamen mit sozial- und arbeitsrechtlichen Anliegen wie etwa drohendem Jobverlust, weitere 8% hatten den Wunsch nach ärztlicher Information, 1% suchte Rat in Fragen der therapiebegleitenden Ernährung.

Notwendige Personalaufstockung im psychoonkologischen Bereich

"Um unzumutbar lange Wartezeiten vor allem im dringend benötigten psychoonkologischen Bereich zu reduzieren, haben wir unseren Personalstand Anfang des Jahres um 20 psychologische Wochenstunden erweitert", erklärt Krebshilfe-Wien Vorstandsmitglied, Psychoonkologin und Psychotherapeutin Dr. Gabriele Traun-Vogt.

"Haben sich früher vor allem der Patient/die Patientin und vielleicht noch der Partner an uns gewandt, sind es mittlerweile ganze Familien, die unser Beratungszentrum aufsuchen. Dieses neue Bewusstsein ist gut und freut uns sehr, bedeutet aber natürlich auch die Finanzierung breiterer Versorgungsstrukturen" ergänzt die Geschäftsführerin der Wiener Krebshilfe, Mag. Gaby Sonnbichler. Dazu kommt, dass gezielte Früherkennungsmaßnahmen und neue Therapieformen bewirken, dass immer mehr KrebspatientInnen glücklicherweise immer länger mit ihrer Erkrankung leben.

Die dadurch notwendig gewordenen größeren Räumlichkeiten an der Brigittenauer Lände nahe der U4-Station Friedensbrücke bieten KrebspatientInnen und ihren Familien den Rahmen für multiprofessionelle Beratung in angenehm-entschleunigter Atmosphäre, wo sie in Ruhe über alle Fragen, Anliegen und Probleme rings um die Erkrankung sprechen können.

Die Österreichische Krebshilfe Wien beschäftigt derzeit klinische und GesundheitspsychologInnen im Ausmaß von rund 110 Wochenstunden -einschließlich die mobile psychologische Betreuung für Schwersterkrankte sowie die psychologische Betreuung der Kinder von KrebspatientInnen. Für eine flächendeckende Beratung der Wiener KrebspatientInnen und ihrer Familien ohne Wartezeiten wäre es jedoch notwendig, doppelt so viele Beratungsstunden anbieten zu können!

Ergänzt wird das kostenfreie Angebot durch sozial- und arbeitsrechtliche Beratung im Rahmen von "Krebs und Beruf" im Ausmaß von 60 Wochenstunden, ein Ärzteteam aus onkologischen Schwerpunktspitälern und eine Ernährungsberaterin, die regelmäßig Sprechstunden in der Krebshilfe Wien abhalten.

Schwierige Finanzierung des steigenden Bedarfs

"Die Finanzierung des ausgebauten psychoonkologischen Bereichs und die notwendige Übersiedlung in größere und barrierefreie Räumlichkeiten - unter anderem gibt es jetzt ein eigenes "Kinderzimmer" für unser Projekt "Mama/Papa hat Krebs" - haben wir allerdings ohne Unterstützung der öffentlichen Hand zu tragen und dies wird im aktuellen wirtschaftlichen Kontext eindeutig immer schwieriger" gibt sich der Präsident der Wiener Krebshilfe, Univ.Prof. Dr. Michael Micksche, besorgt.

SponsorInnen, die eine Psychologin der Österreichischen Krebshilfe Wien als Patenprojekt finanziell übernehmen wollen bzw. SpenderInnen, die zur Finanzierung des Ausbaus unseres psychologischen Beratungsangebots beitragen wollen, rufen wir im Rahmen der Initiative "Hilfe gegen Krebs" auf, sich an die Österreichische Krebshilfe Wien zu wenden.

Podiumsdiskussion zur onkologischen Rehabilitation als Auftakt

Zur thematischen "Einweihung" ihrer neuen Räumlichkeiten lädt die Österreichische Krebshilfe Wien am 17. September um 17.00 Uhr PatientInnen und Interessierte zur Infomationsveranstaltung "Onkologische Rehabilitation: Der Weg zurück ins Leben" in den Pier 50, Brigittenauer Lände 50-54 ein. Ein Expertenteam der wichtigsten onkologischen Rehabilitationsanstalten Österreichs diskutiert über die aktuelle Situation im stationären und ambulanten Bereich.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Gaby Sonnbichler, GF Österreichische Krebshilfe Wien
Tel: 01/402 19 22/17, E-Mail: sonnbichler@krebshilfe-wien.at, www.krebshilfe-wien.at

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