• 06.09.2015, 14:38:29
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ÖAMTC-Bilanz Sommerreiseverkehr 2015

Mehr Staus, bessere Verteilung über das Wochenende

Utl.: Utl.: Mehr Staus, bessere Verteilung über das Wochenende =

Wien (OTS) - "Der Verkehrsaufkommen war schon die ganze Nacht sehr
stark", berichtete ÖAMTC-Stauberater Herbert Thaler bereits bei
seiner ersten Samstags-Ausfahrt zu Ferienbeginn. Was Thaler
vermutete, schlägt sich jetzt auch in Zahlen nieder: Die Anzahl der
Staus im Sommerreiseverkehr ist gestiegen. Und : Der Samstag bleibt
zwar Hauptreisetag, Freitag und Sonntag werden aber immer häufiger
genutzt. Ersterer bei der Hin-, Zweiterer bei Rückreise.

In Summe zeigt die ÖAMTC-Bilanz über den Reiseverkehr im Sommer
2015 mit 484 eine höhere Anzahl an Staus im Vergleich zum Vorjahr.
Gezählt wurden wie auch in den vergangenen Jahren Staus mit einer
Länge von mehr als 1,5 Kilometern bzw. Verzögerungen von mindestens
15 Minuten an den Samstagen und Sonntagen während der Ferien in
Österreich.

Zwei Gründe für die Steigerungen kennt man beim ÖAMTC: einerseits
war 2014 der Reiseverkehr in der ersten Julihälfte aufgrund der
Fußball WM auffallend gering, was dieses Jahr nicht der Fall war.
Andererseits hat das durchgehend schöne Sommerwetter dazu geführt,
dass der Urlaub oft bis zur letzten Minute ausgekostet wurde und
daher der Trend der letzten Jahre, die Heimfahrt teilweise schon
früher anzutreten, nicht fortgesetzt wurde. So kam es speziell an den
Sonntagen zu mehr Staus Richtung Norden.

Bundesländer im Vergleich

Nach den klassischen Transitländern Tirol und Salzburg wurden die
meisten Staus überraschenderweise aus Kärnten und Oberösterreich
gemeldet. "In Kärnten führen die Tunnels auf den Transitrouten - wie
etwa der Oswaldiberg Tunnel auf der A10 und der Karawanken Tunnel auf
der A11 - regelmäßig zu Staus. In Oberösterreich wird die Pyhrn
Autobahn im Reiseverkehr stark belastet, was regelmäßig zu Staus vor
der Tunnelkette Klaus führt. Hinzu kommt, dass bei der Hitze dieses
Sommers das oberösterreichische Seengebiet als Ausflugs- und
Wochenendziel angesagt war, was immer wieder Probleme auf der West
Autobahn nach sich zog", so die ÖAMTC-Verkehrsexperten.

Die Zahlen im Detail: 22,7% aller Staus wurden aus Salzburg
gemeldet, fast ebenso viele mit 22,5% aus Tirol. Stark belastet waren
auch Kärnten (12,6%) und Oberösterreich (12,4%), gefolgt von
Niederösterreich (10,3%) und der Steiermark (9,9%).

Unfälle bleiben häufigste Stauursache

Unfälle waren auch dieses Jahr die häufigste Ursache für Staus,
knapp gefolgt von Verkehrsüberlastung. Allerdings war der Anteil der
durch Unfälle verursachten Staus heuer deutlich niedriger als in den
vergangenen beiden Jahren.

2012 2013 2014 2015
Unfälle 39,9 % 44,2 % 46,9 % 39,3 %
Verkehrsüberlastung 35,8 % 33,6 % 34,4 % 38,8 %
Baustellen 5,4 % 3,3 % 7,6 % 8,1 %
Defekte Fahrzeuge 4,3 % 8,2 % 6,0 % 5,4%

Tauern Autobahn vor Fernpass Straße und West Autobahn
staureichste Straße

Unverändert an der Spitze des Stau-Rankings ist die Tauern
Autobahn (A10). 15,5% aller registrierten Staus wurden hier
verzeichnet. Dahinter liegt wie schon im Vorjahr die Fernpass Straße
(B179) mit 9,5%, gefolgt von der West Autobahn (A1) mit 7,4% sowie
der Pyhrn Autobahn (A9) mit 6,2%. Auffallend ist speziell die
steigende Tendenz bei den Staus auf der A10. "Gab es bis vor wenigen
Jahren einen einzigen, dafür enorm langen Stau vor dem Tauern Tunnel,
sind es seit der Fertigstellung der zweiten Tunnelröhre mehrere
kürzere Staus vor anderen Engstellen auf der A10. Die Gesamtfahrzeit
hat sich dennoch deutlich verringert", analysieren die
ÖAMTC-Verkehrsexperten.

Deutliche Unterschiede sind zu erkennen, wenn man die Gründe für
die Staus auf den einzelnen Strecken vergleicht. So kommen fast 90%
aller Staus auf der B179 durch Verkehrsüberlastung zu Stande, auf der
A10 ist Überlastung der Grund für mehr als die Hälfte der dort
gemeldeten Staus. Andererseits sind drei Viertel aller Staus auf der
A2 und mehr als die Hälfte der Verzögerungen auf der A1 auf Unfälle
zurückzuführen.

(Schluss)
Christian Dachs

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