Grüne Vizebürgermeisterin Vassilakou: “Medien sollen nicht um Inserate betteln“

Warum sind Sie mit dem PID nicht zufrieden, Frau Vizebürgermeisterin?

Wien (OTS) - Wien(einspruch.at. Der Presse- und Informationsdienst, auch als MA53 der Stadt Wien bekannt, stellt sich auf seiner offiziellen Webseite wie folgt dar: "PID ist als Servicestelle im ständigen Dialog mit den Menschen. Seine Aufgabe ist es, über die Stadt aktuell zu informieren und Kontakte herzustellen." "Alles Vorwand" sagen die Opposition und die kritischen Medien.

Einspruch: Warum sind Sie mit dem PID nicht zufrieden, Frau Vizebürgermeisterin?

Vassilakou: Die Inseratenpolitik des PID und der Stadt Wien-Unternehmen muss umgestaltet werden. Denn: Sie fördert die Großen, die ohnehin keine Förderung brauchen und benachteiligt die Kleinen, die Förderung bräuchten.

Einspruch: Was haben Sie denn in den letzten 5 Jahren als Grüne in der Wiener Stadtregierung gemacht? Man sagt, dass Sie auch in der Machtspirale nicht alles ändern können, sich sogar dem System anpassen würden. Ist das wahr?

Vassilakou: Nein. Wir haben das Inseratenbudget des PID in den vergangenen Jahren reduziert, denn ich bin gegen sinnlose Werbeausgaben. Information ist hingegen notwendig. Ich für meinen Teil kann sagen, dass die Einschaltungen in meinem Bereich als Vizebürgermeisterin Information sind - für die neue Mariahilfer Straße, die alljährlichen Informationen über Baustellen in der Stadt, Verkehrssicherheit, Ausweitung des Parkpickerls, Informationen über BürgerInnenbeteiligung. Wir wollen die Inseratenwirtschaft der Stadt und der stadteigenen Betriebe neu aufsetzen.

Einspruch: Wie wollen Sie das erreichen?
Vassilakou: Wenn wir wieder gewählt werden, erstens durch Transparenz und zweitens durch Trennung von Werbung und Förderung.

Einspruch: Wie kann man sich das in der Praxis vorstellen? Vassilakou: In Wirklichkeit ganz einfach. Zur Transparenz: Es soll ganz offen kommuniziert werden und nachvollziehbar sein, wo die Stadt Wien und die stadteigenen Betriebe für welche Kampagnen, welches Geld ausgeben. Zur Trennung von Werbung und Förderung kann ich Folgendes sagen: Inserate sind keine geeignete Form der Medienförderung, weil der Inserent ja für eine Leistung bezahlt - den Platz, den die Zeitung zur Verfügung stellt. Förderung hingegen soll jener bekommen, der auch förderungswürdig ist - das heißt einen klaren, qualitativen Beitrag für die Medienvielfalt in der Stadt leistet. Egal welche Medien die bestimmten Kriterien erfüllen, sie sollen eine nachvollziehbare Förderung bekommen und nicht um Inserate betteln müssen. Die Stadt kann und soll werben, aber sie soll dies wie ein professioneller Werber am Inseratenmarkt tun. Das geht mit weniger Geld und zielgerichteter. Es muss professionelle, nachvollziehbare Kriterien für Werbung geben, wie etwa Auflage, Zielgruppen, Zweck. Die Öffentlichkeit hat hier ein Recht auf Transparenz. Kampagnen der Stadt Wien für "sachpolitische Anliegen" sind richtig und wichtig. Gleichzeitig wollen wir die Medienvielfalt fördern und jene, die für diese Vielfalt sorgen. (einspruch.at, 1.September.2015)

Weiterlesen:
http://einspruch.at/index.php?id=717&tx_ttnews%5Btt_news%5D=270&cHash=6966a0be28b98e822a5229e34f15cbd4

Rückfragen & Kontakt:

ZEITSCHRIFT EINSPRUCH
Herr Yüksel Karaman
E-Mail: redaktion@einspruch.at
http://einspruch.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | VNW0001