„Benatzky!“: Außergewöhnlicher dokumentarischer Musikfilm über „Im weißen Rößl“-Komponisten

Am 6. September um 9.35 Uhr in der „matinee“ in ORF 2

Wien (OTS) - Ralph Benatzky (1884-1957) schuf mit "Im weißen Rößl" die Musik zu einem der am häufigsten aufgeführten Bühnenstücke. Doch obwohl das populäre Werk das einzige ist, das den österreichischen Komponisten und Chansonschreiber vor dem Absturz in die Vergessenheit bewahrt hat, mochte er diese Mischung aus Revue und Singspiel nicht. Benatzky schrieb sich seine Erfolgserlebnisse und seinen Frust, seine Alltagsbeobachtungen und seine Kritik, seine privaten Turbulenzen und sein tragisches Schicksal in der Emigration in Tagebüchern von der Seele und wurde damit zum facettenreichen Chronisten seiner Zeit. Regisseur und Produzent Thomas Macho widmet sich in dem außergewöhnlichen dokumentarischen Musikfilm "Benatzky!" dem genialen Künstler und holt ihn dorthin zurück, wo er hingehört: ins Rampenlicht.

Gestern, am 2. September 2015, wurde die rund 60-minütige Koproduktion von For TV GmbH, ORF und WDR, die aus Mitteln von Fernsehfonds Austria, Filmfonds Wien, Land Oberösterreich und Land Niederösterreich gefördert wurde, im Wiener Theater in der Josefstadt präsentiert. Mit dabei waren neben ORF-TV-Kulturchef Martin Traxl, Produzent Thomas Macho und ORF-Redakteurin Karin Veitl zahlreiche Ehrengäste, allen voran die Protagonisten des Films: Erwin Steinhauer, Florian Teichtmeister, Katharina Straßer und die Playbackdolls. ORF 2 zeigt "Benatzky!" am Sonntag, dem 6. September, in der "matinee" um 9.35 Uhr in ORF 2. Berichte über "Benatzky!" und die Präsentation im Theater in der Josefstadt stehen auf dem Programm der "Seitenblicke", der Sendungen der "heute"-Familie und von "Wien heute".

Martin Traxl: "Ralph Benatzky war ein universeller Künstler, ein wacher Geist und ein prophetischer Mensch, der viel von dem Übel des Zweiten Weltkriegs vorausgesehen hat. Das alles geht aus seinen Tagebüchern hervor, aus denen Thomas Macho die Dramaturgie des Films ausgearbeitet hat." Und weiter: "Es war überraschend, in welcher zeitgemäßen Form die musikalischen Werke, die von Thomas Rabitsch neu arrangiert wurden, auch heute herüberkommen."

Thomas Macho: ",Benatzky‘ ist eine Mischung aus Dokumentar- und Musikfilm. Ich lasse ihn darin sein Leben selbst erzählen - und zwar durch seine Tagebücher, die von ganz hervorragenden Schauspielern interpretiert werden. Die Musik, die Benatzky geschrieben hat, passt sehr gut zu seiner jeweiligen Lebenssituation - darüber hinaus sind seine Lieder von zeitloser Qualität mit Ohrwurmpotenzial."

Erwin Steinhauer: "Mich hat die Tragik seines Lebens fasziniert -dass er mit dem ,weißen Rössl‘ für eine Form berühmt wurde und ist, die ihm gar nicht so nahe lag. Es hat mich persönlich berührt, dass er nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Exil in Amerika nicht mehr an seine Erfolge anschließen konnte und alles verloren hat."

Katharina Straßer: "Durch seine Flucht nach New York wurde ihm seine Sprache abgeschnitten und seine Arbeitsgrundlage entzogen - ein Thema, das gerade heute leider aktueller denn je ist. Und auch mir als Schauspielerin würde es genauso gehen, wenn ich flüchten müsste, würde ich auch meine Arbeitsgrundlage verlieren - auch deshalb ging mir sein Schicksal sehr nahe." Und zu seinem Werk weiter: "Besonders überrascht hat mich, dass er auch so tolle Chansons geschrieben hat."

Florian Teichtmeister: "Ralph Benatzkys Texte, in denen so viel Witz, Intelligenz und Schmerz stecken, haben mich fasziniert."

Ralph Benatzkys Tagebücher, die er von 1919 bis zu seinem Todesjahr 1957 regelmäßig führte, sind das Herzstück der Filmproduktion "Benatzky!". Sie stellen ein dichtes, spannendes und enorm facettenreiches Zeitdokument dar, das von Wien nach Berlin, von Zürich nach Hollywood und von New York an den Wolfgangsee führt.

Neben den Tagebüchern bilden Benatzkys Musik, weiters ein Gespräch mit seiner mittlerweile 90-jährigen Nichte Helga Benatzky, die den Nachlass verwaltet und über ihren Onkel erzählt, sowie zeitgenössisches Archivmaterial, das die Tagebucheintragungen optisch unterstreicht, die Grundlagen zum Film.

Da es - abgesehen von "Im weißen Rößl" - so gut wie keine zeitgemäßen Film- oder TV-Aufnahmen mit Benatzkys Kompositionen gibt, wurden für den Film sämtliche Musiktitel unter der Ägide von Thomas Rabitsch neu arrangiert und aufgenommen. Als Interpreten der musikalisch ein wenig gegen den Strich gebürsteten Nummern stehen nicht Operettenstars, sondern singende Schauspieler im Vordergrund: Erwin Steinhauer, Dietrich Siegl, Katharina Straßer und Florian Teichtmeister - und, quasi als Gegenentwurf, die österreichische Popgruppe Playbackdolls. Sie alle geben der spannenden, schillernden wie zwiespältigen Persönlichkeit Ralph Benatzkys Gestalt: weltmännisch mit provinziellem Hintergrund, großspurig und voller Selbstzweifel, abergläubisch und politisch weitblickend, genial und kleinlich.

Weitere Details zum Film sind unter http:/presse.ORF.at abrufbar.

"Benatzky!" ist in der ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) sowohl als Live-Stream als auch sieben Tage lang nach der TV-Ausstrahlung als Video-on-Demand abrufbar.

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