Wien – Simmering: Polizisten retten 24 Menschen aus Schleppertransport

Wien (OTS) - Polizisten der Polizeidiensthundeeinheit beteiligten sich in der Nacht vom 31.08.2015 auf den 01.09.2015 an einer im Großraum Wien angelegten Schwerpunktaktion zur Eindämmung der Schlepperkriminalität. Im Zuge ihres Streifendienstes wurden die Beamten kurz nach 24:00 Uhr im Bereich der Autobahn A4, kurz nach der Abfahrt zur S1, auf einen in Richtung stadteinwärts fahrenden weißen Klein-LKW aufmerksam. Die Beamten folgten dem Fahrzeug, das im Bereich des Knoten Prater die A4 verließ und seine Fahrt auf der A23 in Richtung Graz fortsetzte. Die Polizisten lotsten das Fahrzeug von der Autobahn und konnten es schließlich in der Anne - Frank - Gasse anhalten. Unmittelbar danach sprang der Lenker des Fahrzeuges aus dem Kastenwagen und ergriff zu Fuß die Flucht. Die Polizisten nahmen die Verfolgung des Flüchtenden auf, gaben im Zuge der Nacheile in der Modecenterstraße einen sogenannten Schreckschuss (psychisches Zwangsmittel) ins Erdreich ab, verloren den Flüchtenden jedoch in weiterer Folge aus den Augen. Schließlich war es einer von den Beamten zum Einsatz gebrachter Polizeidiensthund (Iceman), der den Tatverdächtigen versteckt in einer Gerätehütte auf einem auf der Fluchtroute gelegen Firmengelände aufspürte. Trotz heftigster Gegenwehr des 30-Jährigen, wurde dieser um 00.21 Uhr festgenommen. Zwischenzeitlich waren via Funk alarmierte Einsatzkräfte bei dem noch immer in der Anne-Frank-Gasse abgestellten LKW eingetroffen. Nachdem es den Polizisten gelungen war die Hecktüren des Fahrzeuges zu öffnen, sämtliche Türen des Transportfahrzeuges waren versperrt, konnten insgesamt 24 Personen aus dem Laderaum des Klein-LKW’s befreit werden. Die aus Afghanistan stammenden Flüchtlinge, denen es den Umständen entsprechend gut ging, wurden in das Polizeianhaltezentrum Rossauer Lände gebracht und erstversorgt.
Wie gefährlich die Lage für die Flüchtlinge tatsächlich war, zeigte sich bei einer in weiterer Folge durch das LKA-Wien durchgeführten Untersuchung des Fahrzeuges. Die seitliche Schiebetür des Fahrzeuges war von den Schleppern von innen verschweißt worden. Auf der Außenseite der Hecktüren war ein Riegelschloss angebracht. Sämtliche Fenster des Fahrzeuges waren von innen vergittert. Zu keinem Zeitpunkt der Fahrt konnte auf Grund der am Fahrzeug getroffenen Umbauarbeiten Frischluft in das Innere des Laderaums gelangen oder hatten die 24 im Laderaum befindlichen Menschen die Möglichkeit sich selbst zu befreien.
Die derzeit von der Wiener Polizei gewählte Taktik zur Bekämpfung der Schlepperkriminalität erwies sich im gegenständlichen Fall nicht nur als zielführend sondern als lebensrettend.
Die Ermittlungen gegen den in Haft befindlichen 30-jährigen Schlepper wurden vom Landeskriminalamt Wien übernommen.

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