- 31.08.2015, 11:13:15
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Was bringt das neue Schuljahr?
Neue Reifeprüfung für alle, mehr politische Bildung, Ausbau des ganztägigen Angebots
Utl.: Neue Reifeprüfung für alle, mehr politische Bildung, Ausbau
des ganztägigen Angebots =
Wien (OTS) - Am kommenden Montag starten 1,1 Millionen SchülerInnen
ins neue Schuljahr. Davon beginnen 81.000 Schulneulinge ihre
Schullaufbahn. Für das Schuljahr 15/16 sind zahlreiche Neuerungen
geplant.
Nach der Premiere an den AHS werden dieses Schuljahr auch an den BMHS
alle Schülerinnen und Schüler mit der neuen Matura abschließen. "Rund
45.000 MaturantInnen kann durch die neue Reife- und Diplomprüfung
höchstmögliche Objektivität und Fairness beim Schulabschluss
garantiert werden", erläutert Bildungsministerin Gabriele
Heinisch-Hosek.
Ausbau des ganztägigen Schulangebots, mehr Qualität, mehr Bewegung
Mit der Verankerung der Betreuungspläne im Lehrplan wurde die
Grundlage für höhere Qualität in ganztägigen Schulen gelegt. Dieser
Leitfaden für die pädagogische Arbeit konkretisiert das Angebot im
Freizeitteil und in der Lernzeit, setzt klare Ziele und ermöglicht
eine Unterstützung und Kontrolle durch die Schulaufsicht.
"Hausübungen sollen in Zukunft so gestellt werden, dass sie in der
ganztägigen Schule bewältigt werden können", erklärt Heinisch-Hosek
eines der Ziele. "Außerdem soll sowohl gegenstandsbezogene als auch
individuelle Lernzeit angeboten werden. Das ermöglicht eine
umfassende Förderung der Kinder", konkretisiert die
Bildungsministerin. Erstmals wird auch die Schule für Vereine und
TrainerInnen aus dem Sport geöffnet. Die tägliche Bewegungseinheit
wird realisiert.
Mehr Gestaltungsfreiraum für Neue Mittelschulen
Die zusätzlichen Stunden für Individualisierung, Differenzierung,
inklusive Pädagogik und Teamteaching waren in den Neuen Mittelschulen
bisher auf die Gegenstände Deutsch, Mathematik und lebende
Fremdsprache beschränkt. Ab kommendem Schuljahr sind diese
pädagogischen Möglichkeiten auch in anderen Schwerpunktfächern
möglich. "Schulen können dadurch besser auf standortspezifische
Herausforderungen eingehen und die Schülerinnen und Schüler optimal
fördern", so die Ministerin, die am pädagogischen Konzept der NMS
festhält. Auch die aktuelle Statistik Bildung in Zahlen, hat gezeigt,
dass Österreich mit der NMS auf dem richtigen Weg ist. Kinder die
eine NMS besucht haben, besuchen demnach häufiger eine höhere Schule.
Auch die Übertrittsquoten von Kindern mit Migrationshintergrund sind
höher als an Hauptschulen. "In der NMS werden alle Kinder gefördert
und gefordert. Damit steigt nicht nur das Bildungsniveau, auch das
Bildungssystem wird durchlässiger."
Neues Berufsausbildungsgesetz erleichtert Pflichtschulabschluss
Seit Juli 2015 ist das neue Berufsausbildungsgesetz in Kraft. "Mit
der Novelle wurde die duale Ausbildung gestärkt und die Bedürfnisse
der Lehrlinge berücksichtigt", so Heinisch-Hosek. Denn wer die Lehre
mit Matura macht oder parallel zur Ausbildung im Betrieb den
Pflichtschulabschluss nachholen will, profitiert in Zukunft von einer
Verlängerung der Lehrzeit. "Die Lehre wird attraktiver und das
Ausbildungssystem wird durchlässiger und bietet noch bessere Chancen
für junge Menschen", so die Ministerin.
Drei neue Grundsatzerlässe - Mehr politische Bildung und zeitgemäße
Sexualpädagogik
Ab diesem Schuljahr gelten drei neue Grundsatzerlässe, die den
inhaltlichen und didaktischen Rahmen für die fächerübergreifenden
Unterrichtsprinzipien auf neue Beine stellen. Sowohl die
Sexualpädagogik als auch die Politische Bildung wurden damit an die
gesellschaftlichen Rahmenbedingungen des 21. Jahrhunderts angepasst.
Beide Erlässe haben ihren Ursprung in den 1970er Jahren genommen und
wurden seither nicht bzw. nur geringfügig aktualisiert. "Eine
Berücksichtigung gesellschaftlicher Veränderungen und die Anpassung
an aktuelle Lebensrealitäten waren deshalb hoch an der Zeit", so
Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek.
Mit dem Grundsatzerlass für Wirtschafts- und VerbraucherInnenbildung
wurde außerdem erstmals definiert, was Wirtschaftserziehung leisten
soll. "Ein Verständnis für wirtschaftliche Vorgänge und das
Wirtschaftssystem sind heute zentrale Qualifikationen - nicht nur für
jene, die vielleicht einmal selbst ein Unternehmen leiten wollen, ist
ein Basiswissen in diesen Bereichen wichtig. Wir müssen alle
Schülerinnen und Schüler dazu befähigen, ökonomisch geprägte
Alltagssituationen zu bewältigen und reflektiert am Wirtschaftsleben
teilzunehmen.
2015 ist das Jahr des Lesens
Der Buchklub sucht zum dritten Mal die besten Leseprojekte
Österreichs, bei denen Menschen miteinander lesen oder einander
vorlesen. Bis zum 1.4.2016 können Projekte auf der Plattform
www.lese-award.at eingereicht werden. Für die Netzwerkschulen und
-kindergärten in ganz Österreich wird eine Sonderedition des Lese-
Spiel- und Bastelbuchs "Philipp" mit dem Schwerpunkt "15 Schritte zum
Lesen" zum Einsatz kommen. Das ermöglicht eine spielerische Begegnung
mit dem Lesen für Kinder im letzten Kindergarten-Jahr und in den 1.
Klassen der Volksschulen. Lesen wird im Herbst auch ein Schwerpunkt
der diesjährigen PISA-Überprüfung.
"Ich wünsche allen SchülerInnen, insbesondere aber den
Schulneulingen, einen erfolgreichen Start. Meine Bitte an alle Eltern
ist, sich besonders während der ersten Schultage Zeit zu nehmen und
immer ein offenes Ohr für ihre Kinder zu haben", so
Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek.
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