- 28.08.2015, 12:13:20
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Flüchtlingsdrama - Evangelische Superintendenten fordern Solidarität statt Abgrenzung
Gemeinsame Stellungnahme der Superintendenten und des Landessuperintendenten: Wegschauen ist keine Lösung
Utl.: Gemeinsame Stellungnahme der Superintendenten und des
Landessuperintendenten: Wegschauen ist keine Lösung =
Wien (OTS) - "Nicht Abgrenzung braucht es, sondern Solidarität mit
den Menschen, die aus bitterster Not zu uns fliehen." Das halten die
evangelisch-lutherischen Superintendenten und der
evangelisch-reformierte Landessuperintendent in einer gemeinsamen
Stellungnahme zur Flüchtlingstragödie auf der A4 fest. "Gerade die
Ängste, die auch noch in unverantwortlicher Weise geschürt werden,
tragen letztlich zur Abschottung der europäischen Grenzen und damit
zu solchen Tragödien entscheidend mit bei", betonen die
Superintendenten. In der Stellungnahme, die am Freitag, 28. August,
veröffentlicht wurde, äußern die Superintendenten und der
Landessuperintendent ihr tiefes Entsetzen über den grausamen Tod so
vieler geflüchteter Menschen: "Wir trauern um diese Menschen, die in
ihrer Not den Weg zu uns gesucht haben und beten für ihre Familien
und Freunde."
Dass skrupellose Menschen die Not vieler Menschen ausnutzen und ihr
Leben aufs Spiel setzen, sei "erschütternd". Dies dürfe jedoch nicht
darüber hinwegtäuschen, dass einige der Ursachen für die Tragödien an
den EU-Außengrenzen - und eben jetzt auch in Österreich - auch in der
europäischen Flüchtlings- und Migrationspolitik liegen, die
Flüchtlinge auf diese gefährlichen Wege zwingt. Einerseits brauche es
dringend Erstauffanglager am Rande der Krisenregionen, in denen
Asylansuchen bereits gestellt und bearbeitet werden können,
andererseits könnten die europäischen Staaten nur durch die Schaffung
legaler Einreisemöglichkeiten für Flüchtlinge dem Geschäft mit
Menschenleben entgegentreten, sind die Superintendenten überzeugt.
"Jetzt alleine nach mehr Grenzkontrollen zu rufen, ist nicht nur der
populistische Ruf nach einem praktisch unwirksamen Instrument,
sondern auch blanker Zynismus", heißt es in der gemeinsamen
Stellungnahme.
An die Menschen in Österreich appellieren die Superintendenten und
der Landessuperintendent: "Gehen wir mit einem offenen Herzen auf
diese Menschen und ihre Not zu! Und machen wir uns bewusst:
Wegzuschauen und den Kopf in den Sand zu stecken, ist keine Lösung."
Vielmehr seien jetzt aktive und konstruktive Initiativen gefragt, "um
in einem weit gespannten Miteinander eine der größten humanitären
Herausforderungen der Gegenwart entschlossen aufzunehmen".
Unterzeichnet haben die Stellungnahme Landessuperintendent Thomas
Hennefeld (Evangelische Kirche H.B. in Österreich), Superintendent
Olivier Dantine (Diözese A.B. Salzburg und Tirol), Superintendent
Manfred Koch (Diözese A.B. Burgenland), Superintendent Gerold Lehner
(Diözese A.B. Oberösterreich), Superintendent Hansjörg Lein (Diözese
A.B. Wien), Superintendent Hermann Miklas, (Diözese A.B. Steiermark),
Senior Karl-Jürgen Romanowski (Diözese A.B. Niederösterreich),
Superintendent Manfred Sauer (Diözese A.B. Kärnten und Osttirol) und
Militärsuperintendent Karl-Reinhart Trauner.
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