• 26.08.2015, 10:55:04
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Der hohe Preis der Antragsforschung: Umfrage zeigt Strategiemangel und Überlastung in der Forschung

Eine vom Strategieberater eutema durchgeführte Umfrage unter Österreichs Forschern analysiert Strategie und Effizienz in der heimischen Forschung.

Utl.: Eine vom Strategieberater eutema durchgeführte Umfrage unter
Österreichs Forschern analysiert Strategie und Effizienz in
der heimischen Forschung. =

Wien (OTS) - Befragt wurden 65 Forscherinnen und Forscher mit meist
mehr als 10 Jahren Erfahrung. Nur 6,2% der Forscher beurteilen sich
selbst als "sehr effizient", fast ein Fünftel gibt zu "nur selten"
effizient zu sein. Neben einem deutlich gestiegenen Aufwand für
Reporting beklagt die Forschung vor allem den hohen Aufwand für
Projektanträge. Aber auch mangelnde Strategie und eine Vielzahl von
Funktionen hindern die Forscherinnen und Forscher an ihrer Arbeit.

Ganze 78,5% der befragten Wissenschaftler gaben den hohen Aufwand für
Projektanträge als Erklärung für ineffiziente Forschungsarbeit an.
Und dieser Aufwand trägt immer seltener Früchte, denn immer mehr
Antragssteller bewerben sich für immer geringere
Ausschreibungsbudgets. Viele erfahrene Forscher sind konstant mit der
Einwerbung von Mitteln beschäftigt, die eigentliche Forschung wird
zur Nebentätigkeit. Auch der hohe Administrationsaufwand bei
geförderten Projekten ist ein Problem: 58,5% der Befragten gaben ihn
als Faktor für mangelnde Forschungseffizienz an. Besserung scheint
keine in Sicht. 73,9% der Befragten sind der Meinung, der
administrative Aufwand habe in den letzten 5 Jahren zugenommen.

Der Druck, Mittel durch Ausschreibungen zu lukrieren, führt dazu,
dass öffentliche Ausschreibungen den größten Einfluss auf die
längerfristigen Ziele und die strategische Ausrichtung der Forscher
haben. 77% sehen sie als starken oder sehr starken Einflussfaktor.
Sie übertreffen in dieser Hinsicht sogar persönliche Interessen und
die Strategie des Unternehmens oder Institutes. Mehr als ein Drittel
der Forscherinnen und Forscher hat keinen mehrjährigen Plan.

All diese Faktoren führen zu einer stark erhöhten Arbeitsbelastung
unter Österreichs Wissenschaftlern. 60% können nicht alle Aufgaben in
der geplanten Projektzeit abwickeln. Fast genauso viele gaben an,
regelmäßig außerhalb ihrer Dienstzeit forschen zu müssen. Mehr als
ein Drittel forscht auch am Wochenende. Fast ein Fünftel sogar
während des Urlaubs.

"Wir brauchen dringend mehr Effizienz in unserer Forschung", so
eutema Geschäftsführer Erich Prem, "neben flexiblen Fördersystemen
sind auch die Institute gefragt, effiziente Strategien zu
implementieren. In Zeiten der Internationalisierung und immer
größerer F&E-Projekte müssen F&E-Organisation und Unterstützung für
Forscherinnen überdacht werden, damit Wissenschaftler nicht in
administrativem Aufwand versinken und sich auf ihre Kernkompetenz
konzentrieren können - die Forschung."

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