- 24.08.2015, 12:25:33
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Österreichs erste Pilotfabrik eröffnet in der Seestadt Aspern
Das bmvit und die TU-Wien eröffnen die erste Pilotfabrik für Industrie 4.0 - bis 2017 errichtet das bmvit drei weitere Pilotfabriken

Utl.: Das bmvit und die TU-Wien eröffnen die erste Pilotfabrik für
Industrie 4.0 - bis 2017 errichtet das bmvit drei weitere
Pilotfabriken =
Wien (OTS) - Heute eröffnen Bundesminister Alois Stöger,
Bürgermeister Michael Häupl, die Wiener Wirtschaftsstadträtin
Vizebürgermeistern Renate Brauner, TU-Rektorin Sabine Seidler und
Siemens-Vorstandsvorsitzender Wolfgang Hesoun Österreichs erste
Pilotfabrik. Auf Initiative des bmvit und mit Unterstützung der Stadt
Wien entwickelt die Technische Universität Wien auf dem Gelände der
Seestadt Aspern eine Fabrik, mit der sich heimische Unternehmen auf
die Zukunft der Industrieproduktion einstellen: Die durchgängige
Digitalisierung und Vernetzung von Werkzeugmaschinen, Robotern und
Produkten über das Internet - kurz Industrie 4.0. Neue Methoden und
Produktionsverfahren werden in der Pilotfabrik erforscht und
entwickelt, damit sie später von den Unternehmen in ihrer regulären
Produktion aufgenommen werden können. Starten wird die Pilotfabrik im
Technologiezentrum aspern IQ, wo heute der "researchTUb", ein
gemeinsames Labor von TU Wien, Wirtschaftsagentur Wien und Wien 3420
beheimatet ist. Bis 2017 wird das Technologieministerium in
Österreich drei weitere Pilotfabriken errichten. Die heimischen
Produktionsunternehmen erhalten so direkten Zugang zu den neuesten
Technologien und werden damit im globalen Wettbewerb gestärkt.
In diesem Sinne erklärt auch Bundesminister Alois Stöger seinen
Einsatz für das Projekt: "Weltweit stellen die großen
Produktionskonzerne ihre Arbeit völlig um. Sie vernetzen ihre
Zulieferbetriebe mit den Fabriken genauso wie ihre Maschinen
untereinander. Die Unternehmen können damit schneller und
kostengünstiger produzieren sowie individuelle Kundenwünsche im
industriellen Maßstab erfüllen. Österreichs Produktionswirtschaft
will bei Industrie 4.0 an vorderster Stelle dabei sein. Als
Technologieminister unterstütze ich die heimischen
Produktionsunternehmen dabei."
Der Wiener Bürgermeister ergänzt: "Wien hat in den vergangenen Jahren
seinen Ruf als weltweit angesehener Innovations-standort gestärkt und
ausgebaut. Das ist ein Ergebnis der guten Zusammenarbeit der Stadt
Wien mit den Wiener Unternehmen und Forschungseinrichtungen. Es ist
also eine geradezu logische Folge, dass die Pilotfabrik in der
Seestadt Aspern in Wien aus der Taufe gehoben wird", so Michael
Häupl.
Bis 2017 soll die Pilotfabrik weiter wachsen: Die Wirtschaftsagentur
Wien plant in unmittelbarer Nachbarschaft zum aktuellen Standort eine
eigene Fabrikshalle für die Pilotfabrik zu errichten. Neben dem
Weltkonzern HOERBIGER, Opel und den weiteren Unternehmen im
Technologiezentrum aspern IQ ist die Pilotfabrik ein weiterer
Baustein für den Technologiehotspot in der Seestadt.
"Mit der Pilotfabrik hat die Seestadt einen weiteren Schritt in die
Zukunft der Industrie gesetzt. Es gilt Lösungen anzubieten, die uns
im weltweiten Wettbewerb unterscheidbar machen - das sichert derzeit
170.000 Menschen ihre Arbeit. Daher werden wir mit der
Wirtschaftsagentur Wien den weiteren Ausbau der Pilotfabrik hier in
der Seestadt aktiv unterstützen", so Wiens Vizebürgermeisterin Renate
Brauner.
Österreichische Produktionsunternehmen sind schon jetzt im
internationalen Spitzenfeld, etwa bei Maschinenbau, KFZ-Komponenten,
High-Tech-Werkstoffen und in der Umwelttechnik. "Industrie 4.0"
sichert ihnen einen fixen Platz in internationalen Zulieferketten.
Dafür benötigen die Unternehmen neue Methoden und Verfahren, die sie
außerhalb des regulären Betriebs entwickeln und testen müssen - in
sogenannten Pilotfabriken. Für viele heimische Produktions-
unternehmen wäre es jedoch zu teuer, sich eine eigene Pilotfabrik zu
bauen. Hier setzt das bmvit an: "Österreichs Produktionsbetriebe
brauchen Räume, in denen sie neue Methoden gemeinsam mit kompetenten
Forscherinnen und Forschern entwickeln und testen können. Dazu
schaffen wir Pilotfabriken, hier wird sich die Zukunft der
österreichischen Industrie entscheiden", so Stöger.
Insgesamt werden 4 Mio. Euro in die erste Pilotfabrik investiert. Die
Hälfte davon wird vom bmvit finanziert, den Rest investieren die TU
Wien und beteiligte Unternehmen, darunter Siemens Österreich, GGW
Gruber und EMCO. Gemeinsam mit den 20 Unternehmen plant die TU zum
Beispiel die sogenannte "variantenreiche Serienfertigung". Das ist
jene neue Form der Produktion, in der Kunden individuelle
Einzelstücke vom Fließband erhalten, z. B. maßgeschneiderte Prothesen
und persönlichen Bedürfnissen angepasste Autos. Außerdem wollen die
TU Wien und die Unternehmen in der Pilotfabrik individualisierte
3D-Drucker produzieren. 3D-Druck selbst ist eine Schlüsseltechnologie
für die Produktion.
Die Pilotfabrik soll darüber hinaus auch als Lernlabor für die
Weiterbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter genutzt werden.
"Es geht um die Entwicklung von Prototypen und Produkttechnologien,
Verfahrenstechnologien und -prozessen bis zur Marktreife. An realen
Industriemaschinen und Logistiksystemen können Studierende und
WissenschaftlerInnen neue Entwicklungen testen und Forschungsprojekte
umsetzen ohne eine laufende Produktion zu stören", erläutert
TU-Rektorin Sabine Seidler.
Siemens Österreich ist einer der Projektpartner in der Pilotfabrik.
Was sich das Unternehmen von seinem Engagement erwartet, beschreibt
Vorstandsvorsitzender Wolfgang Hesoun: "Die zunehmende
Digitalisierung bringt weitgehende Veränderungen für die Unternehmen
und die Gesellschaft. Für den Standort Österreich ist dies Chance und
Heraus-forderung zu gleich. Industrie 4.0 ist nicht nur Hebel zu
Effizienzsteigerung, sondern auch eine Chance neue Dienst-leistungen
und innovative Geschäftsmodelle zu entwickeln. Gerade für
Hochlohnländer wie Österreich sind intelligente Produktionsformen
wichtig, um im internationalen Wettbewerb zu reüssieren und
Standortnachteile auszugleichen. Dafür braucht es profunde
Kenntnisse. Diese können gemeinsam in dieser Pilotfabrik erforscht
und weiter entwickelt werden. Siemens ist daher in der ersten
österreichischen Pilotfabrik aktiv, um das Thema in Österreich zu
treiben."
Die Partnerunternehmen der ersten Pilotfabrik sind: Atos IT Solutions
and Services, Bosch Rexroth, COPA-DATA, EMCO, evolaris, Festo, GGW
Gruber, IGM Robotersysteme, Jungheinrich, Kellner & Kunz, Logcom,
memex, Phoenix Contact, plasmo Industrietechnik, SAP Österreich,
Siemens AG Österreich, Siemens Industry Software, teXXmo, Trilogiq,
Würth Österreich, Zetes Austria und ZOLLER.
Zeitplan und nächste Schritte
Die erste Phase der Pilotfabrik läuft bis 2017. Dann soll die neue
Fabrikshalle am Gelände neben dem derzeitigen Standort bezogen
werden. Die Wirkung der Pilotfabrik soll laufend evaluiert werden und
die gewonnenen Erkenntnisse in die Planung weiterer Pilotfabriken
einfließen.
"Die Pilotfabriken sind ein wesentlicher Baustein, um im Wettbewerb
der Industriestandorte auf der Gewinnerseite zu sein! Darum geht es
mir vor allem: Die industrielle Arbeit in Österreich langfristig zu
halten. Bis 2017 werden wir daher drei weitere Pilotfabriken
errichten. Mit den vier Standorten werden wir es schaffen, dass sich
unsere heimische Produktionswirtschaft beispielsweise in den
internationalen Zulieferketten der Automobilindustrie noch fester
verankern wird", so Stöger abschließend.
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