- 21.08.2015, 10:54:35
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Japan: Atomkraftwerk Sendai Probleme beim Hochfahren zeigen Verwundbarkeit der Technologie
GLOBAL 2000 und Friends of the Earth Japan fordern Abschaltung und Umstieg auf kostengünstigere Erneuerbare Energie
Utl.: GLOBAL 2000 und Friends of the Earth Japan fordern Abschaltung
und Umstieg auf kostengünstigere Erneuerbare Energie =
Wien (OTS) - Der japanische Atomkraftwerksbetreiber Kyushu Electric
teilte heute mit, dass es beim Wiederanfahren des seit vier Jahren
stillstehenden Reaktor 1 im AKW Sendai zu einer Panne im
Sekundärkreislauf gekommen ist - Meerwasser scheint durch ein Loch im
Kondensator in den Kühlkreislauf eingetreten zu sein. Dadurch wurde
die geplante Leistungssteigerung des Reaktors vorerst gestoppt.
"Die Probleme beim Wiederanfahren des Reaktors waren laut Ingenieuren
genauso vorhersehbar wie die Probleme, die bei einem starken Ausbruch
des Vulkans Sakurajima der nur 50 Kilometer entfernten Anlage drohen
würden", so Reinhard Uhrig, Atom-Sprecher von GLOBAL 2000. "Wir
fordern die sofortige Abschaltung des Reaktors und die Überprüfung
des beschädigten Kondensators."
AKW befindet sich in erdbebengefährdeter Region
Das AKW Sendai mit zwei 848 Megawatt Reaktoren wurde vor über dreißig
Jahren, 1984 und 1985 in Betrieb genommen.
Es liegt im Westen der geologisch aktiven Insel Kyushu, welche sich
im Süden Japans befindet. Allein im Juli 2015 wurden hier vier
stärkere Erdbeben registriert.
Der knapp 50 Kilometer von der Atomanlage entfernte Vulkan Sakurajima
ist höchst aktiv, über 500 Eruptionen wurden bereits 2015
verzeichnet - bei einer drohenden schwereren Eruption sollen die
Reaktoren evakuiert werden, was aufgrund der langen Abschalt-Prozesse
und der extrem heißen Brennelemente viele Monate bis Jahre dauern
würde und bei einer unvermeidlichen spontanen Eruption natürlich
undurchführbar ist.
Die Region wird auch immer wieder durch das Auftreffen von
pazifischen Wirbelstürmen heimgesucht, zuletzt am 27. Juli 2015 durch
den Sturm Halola mit großen Wind- und Wassermengen.
Erneuerbare Energien als sichere Alternative
"Das Wiederanfahren des AKW Sendai ist nur dem Kampf des pro-atomaren
Premierministers Shinzo Abe geschuldet, der sich im Interesse einiger
weniger AKW-Betreiber und gegen die überwältigende Meinung der
japanischen Bevölkerung an der Hochrisiko-Technologie Atomkraft
festklammert", so Uhrig. "Die einzig sichere Alternative für die
Stromversorgung des von Erdbeben und Tsunamis geplagten und mit
Vulkanen übersäten Japans ist der rasche Atomausstieg und der Umstieg
auf die reichlich vorhandenen und billig verfügbaren Erneuerbaren
Energien."
Stellungnahme Friends of the Earth Japan:
http://www.foejapan.org/en/energy/doc/150811.html
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