- 20.08.2015, 12:13:09
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21. AUGUST – TAX FREEDOM DAY 2015
235 Tage arbeiten für den Staat
Utl.: 235 Tage arbeiten für den Staat =
Wien (OTS) -
http://www.austriancenter.com/?event=austria-tax-freedom-day
"Eine traurige Entwicklung für den Steuerzahler - jetzt machen sich
die lange vernachlässigten und fehlenden Strukturreformen bemerkbar",
so Barbara Kolm, Direktorin des Austrian Economics Center. "In
Anbetracht der tragischen Entwicklungen und nicht vorhandenen
Lösungen durch die öffentliche Hand in der Asylfrage sollte dies ein
Signal zum Umdenken für die Politik sein, um die Staatsaufgaben neu
zu ordnen, den Bürger endlich zu entlasten und damit mehr private
Initiativen zu ermöglichen".
Wie lange müssen die österreichischen Steuerzahler durchschnittlich
arbeiten um die jährlichen Steuern und Abgaben zu decken? Diese
zentrale Frage beantwortet die Berechnung des Tax Freedom Days (TFD).
In Österreich fällt der Tax Freedom Day 2015 auf den 21. August. Es
ist der erste Tag des Jahres, an dem der durchschnittliche
Steuerzahler eines Landes sein Einkommen nicht mehr für die
Begleichung von Steuern oder Abgaben heranziehen muss.
Die Berechnung des Tax Freedom Days für Österreich wird seit 2010 vom
Austrian Economics Center durchgeführt, um die Steuerbelastung einer
Volkswirtschaft vereinfacht darzustellen. Der TFD ist ein wichtiger
Indikator für die Entwicklung einer Volkswirtschaft. Auf plakative
Weise kann so die Effizienz eines Staatshaushaltes dargestellt und
historische sowie internationale Vergleiche werden erleichtert.
Die zu zahlenden Steuern und Abgaben werden ins Verhältnis zum
Einkommen der Haushalte und Unternehmen gesetzt. Im nächsten Schritt
wird der daraus errechnete Prozentsatz auf das Jahr mit 365 Tagen
umgelegt, das Ergebnis bezeichnet den Tax Freedom Day. Der TFD zeigt
also die gesamte Steuer- und Abgabenbelastung, die durchschnittlich
von den Steuerzahlern Österreichs getragen wird - in Form von
benötigten Erwerbstagen. "Einerlei, welche Methode man zur Berechung
heranzieht, auch bei diesem Indikator hinkt Österreich anderen
Ländern weit hinterher. Unsere Wettbewerbsfähigkeit ist nicht mehr
gegeben und der Arbeits- und Wirtschaftsstandort ist ernsthaft in
Gefahr", erläutert Kolm anhand der Vergleiche mit anderen Ländern.
Dabei, so Kolm, könne man mit einigen wenigen, wenn auch
schmerzhaften und radikalen Reformen Abhilfe schaffen. "Wie sonst
sollen wir den neuen Herausforderungen und sozialen Aufgaben als
Gesellschaft nachkommen, wenn wir unsere eigenen Hausaufgaben nicht
lösen können?"
So müssen die durchschnittlichen österreichischen Steuerzahler fast
235 von 365 Tage arbeiten um ihr erwirtschaftetes Einkommen nicht
mehr zur Bezahlung von Steuern und Abgaben an den Staat aufzuwenden,
sondern in die eigene Tasche wirtschaften können.
Historisch betrachtet hat sich dieser Tag weit nach hinten verschoben
- vom 30. Juni im Jahr 1976 bis zum 21. August 2015. Das ist zugleich
auch ein neuer Höchststand. Im Jahr 2001 wurde ein fast ebenso hoher
Wert festgestellt, nach dem bis 2006 eine rückläufige Entwicklung zu
verzeichnen war. Seither steigt die Belastungsquote, und daher
verschiebt sich der Tax Freedom Day - mit einer Unterbrechung im Jahr
2010 - im Kalenderjahr weiter nach hinten.
siehe Grafik "TFD_VE" und "TFD_BIP"
Download: http://www.austriancenter.com/tax-freedom-day-2015-graphs/
Das weit in die zweite Jahreshälfte gerückte Datum des TFD zeigt
deutlich die enorme Last, die der österreichische Steuerzahler trägt.
Eine offene Diskussion über das Abgabensystem und Transferleistungen,
über "Steuergerechtigkeit" und Staatsaufgaben und nicht zuletzt über
den Wirtschaftsstandort sind zwingend nötig, so Martin Gundinger, der
die Daten für www.staatskosten.at laufend berechnet.
Eine ernstzunehmende Trendumkehr ist leider nicht in Sicht - die
jüngste Steuerreform reicht jedenfalls nicht dafür aus. Es ist davon
auszugehen, dass der Tax Freedom Day in den nächsten Jahren neue
Höchststände markieren wird und spiegelt die rasante Fortsetzung
eines seit langem erkennbaren Trends wider.
Einen wichtigen Aspekt neben der steigenden Abgabenbelastung stellt
die zunehmende Staatsverschuldung dar. Für einen großen Teil der
Neuverschuldung der letzten Jahre ist das Hypo-Desaster
verantwortlich, allerdings droht auch der Reformunwille beim
Pensionssystem zu einem großen Problem hinsichtlich des Anstiegs der
Staatsschulden zu werden. Damit künftige Generationen in der Lage
sind diese Schulden zu tilgen, müssen entweder die Ausgaben des
Staates deutlich gesenkt werden oder die Steuerlast müsste weiter
steigen, was wiederum zu einem noch späteren Tax Freedom Day führen
würde.
siehe Grafik "TFD_Belastungsquote"
Download: http://www.austriancenter.com/tax-freedom-day-2015-graphs/
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