• 11.08.2015, 12:50:44
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Diakonie: Katastrophale Lage in Traiskirchen erfordert sofortigen Einsatz erfahrener Katastrophenhelfer

Chalupka: Asyl-, Migrations- und Integrationsagenden in einem eigenen Ministerium zusammenfassen!

Utl.: Chalupka: Asyl-, Migrations- und Integrationsagenden in einem
eigenen Ministerium zusammenfassen! =

Wien/Traiskirchen (OTS) - Aus Anlass des Vorschlags von Eva
Glawischnig, "Profis mit der Betreuung in Traiskirchen zu
beauftragen", erinnert die Diakonie daran, dass im Jahr 2004 das
Innenministerium die Betreuung der Asylwerber im Erstaufnahmezentrum
Traiskirchen ausgeschrieben hatte. Damals hat sich ein Konsortium aus
Diakonie, Caritas, Rotem Kreuz und Volkshilfe mit einem umfassenden
Betreuungskonzept um diese Aufgabe beworben. Den Zuschlag erhielt
allerdings ein gewerblicher Billigstbieter, der die notwendige
Betreuungsqualität, die für eine derart große Einrichtung unabdingbar
ist, nicht bieten konnte.

Seitdem ist das System, das vom damaligen Innenminister Strasser
installiert wurde, weitgehend unverändert geblieben. Derzeit zeigt
sich dramatisch, dass die Bewältigung der organisatorischen und
sozialen Aufgaben, die die humanitäre Verpflichtung in Österreich
schutzsuchende Flüchtlinge menschenwürdig aufzunehmen mit sich
bringen, durch den Apparat des Innenministeriums gescheitert ist. Das
Innenministerium und seine Beamten sind hochkompetent in Fragen der
Öffentlichen Sicherheit und der polizeilichen Arbeit.
Katastrophenhilfe und humanitäre Versorgung, sowie Wohn- und
Sozialbetreuung gehören nicht zu den Schwerpunkten der Tätigkeiten
des Polizeiapparats.

Deshalb plädiert der Direktor der Diakonie Michael Chalupka für einen
radikalen Schnitt, und für die Auslagerung aller Asyl- und
Integrationsagenden in ein eigenständiges Ministerium für Migration
und Integration. Mit einem solchen neu zu schaffenden Ministerium
könnte die große Hilfsbereitschaft der Bevölkerung und die
Unterstützung durch die NGOs weit besser zur Geltung kommen, als es
im derzeitigen System möglich ist.

Um die unmittelbare katastrophale Menschenrechts-Situation und
soziale Lage der obdachlosen und in Bussen festgehaltenen Menschen in
Traiskirchen zu beheben, schlägt die Diakonie als Sofortmaßnahme vor,
entweder das Bundesheer um umfassende Unterstützung zu ersuchen, oder
eine operative Taskforce unter Leitung des Bundesrettungskommandanten
der Roten Kreuzes einzurichten.

"Die katastrophale Lage in Traiskirchen erfordert sofortigen Einsatz
erfahrener Katastrophenhelfer", so der Diakonie-Direktor
abschließend.

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