• 11.08.2015, 08:14:17
  • /
  • OTS0009 OTW0009

Inventur von Fauna und Flora im Nationalpark Hohe Tauern

Tag der Artenvielfalt im Untersulzbachtal

Rund 60 WissenschaftlerInnen nahmen am 9. Tag
der Artenvielfalt im Untersulzbachtal teil.

Utl.: Tag der Artenvielfalt im Untersulzbachtal =

Mittersill/Matrei/Großkirchheim (TP/OTS) - Rössler: Das
Untersulzbachtal verdient über den Tag der Artenvielfalt hinaus
unsere ganz besondere Aufmerksamkeit.

Rund 60 WissenschaftlerInnen aus Österreich, Deutschland, Slowenien
und Kroatien durchkämmten vom 07. bis 09. August 2015 das
Untersulzbachtal in Neukirchen a. G. mit dem Ziel, innerhalb von 48
Stunden vom Talboden bis in die Gipfellagen möglichst viele Tier-,
Pflanzen- und Pilzarten aufzuspüren. Bereits zum neunten Mal kam
heuer das internationale Expertenteam im Nationalpark Hohe Tauern
zusammen, um das dortige Arteninventar in wechselnden
Untersuchungsgebieten Kärntens, Salzburgs und Tirols systematisch zu
erheben.

"Die Tage der Artenvielfalt sind eine sehr wichtige Aktion der
Nationalparkverwaltungen für die Erfassung und Dokumentation der
Artenvielfalt im größten Schutzgebiet des Lands", fasst NP-Referentin
LH-Stellvertreterin von Salzburg Dr. Astrid Rössler die ersten
Berichte und Eindrücke zusammen. "Nur im Rahmen solcher organisierter
Schwerpunktinventuren, bei welchen unterschiedlichste
Organismengruppen zeitgleich erfasst werden, ist es auf so großer
Fläche überhaupt möglich, zumindest eine Vorstellung von der
Bedeutung des Nationalparks für die Österreichische und alpine Flora
und Fauna sowie für die europaweit bedeutenden Lebensräume zu
erhalten."

Etwa 20 Organismengruppen - darunter Flechten, Moose, Spinnen, Käfer,
Heuschrecken, Wildbienen, Schnecken, Amphibien und Vögel - wurden
heuer erforscht. Bei den Libellen gelang der erste Nachweis für das
Untersulzbachtal und noch viele weitere interessante Detailergebnisse
faszinieren die Experten. Beispielsweise wurden allein an diesem
Wochenende im Untersulzbachtal mehr als 100 verschiedene Pilzarten
gefunden. Bei den noch folgenden Erhebungen im Herbst dürften
mindesten noch einmal so viele Arten hinzukommen. Auch die
Schmetterlingsforscher sind mit ihrer nächtlichen Ausbeute von etwa
200 verschiedenen Arten zufrieden. "Da im Untersulzbachtal zuvor noch
keine Lichtfänge durchgeführt wurden, konnte die äußerst artenreiche
Fauna der nachtaktiven Falter heuer erstmals erfasst werden",
berichtet Patrick Gros, Entomologe am Haus der Natur. Besonders
erwähnenswert ist der Fund des Schwarzen Apollofalters, der nur in
sehr extensiv bewirtschafteten, frischen und lichten
Waldrandbereichen vorkommt, die seinen Raupen die richtigen
Futterpflanzen bieten. Die europaweit besonders schützenswerte Art
wurde für die Region zum ersten Mal nachgewiesen.

Durch eine Kombination verschiedener Methoden versuchten die
Säugetierkundler, ihren meist nachtaktiven Forschungsobjekten auf die
Schliche zu kommen. Mit Lebendfallen und Netzen sowie dem Einsatz von
Fotofallen und Ultraschalldetektoren wurden 16 standorttypische Arten
von Kleinsäugern und Fledermäusen beobachtet und dokumentiert. Die
Auswertung der Detektoraufzeichnungen könnte sogar noch weitere
Artnachweise ergeben.

"Alle im Rahmen des Tages der Artenvielfalt erfassten Arten werden
nach Abschluss der Bestimmungsarbeiten unter dem Mikroskop oder im
Labor in die Biodiversitätsdatenbank des Nationalparks Hohe Tauern am
Haus der Natur eingespeist. Alleine von den seit 2007 durchgeführten
Tagen der Artenvielfalt stammen 30.000 Datensätze, welche eine
wichtige als Basis für gegenwärtige und zukünftige Management- und
Forschungsaufgaben im Schutzgebiet dienen", erklärt NP-Direktor von
Salzburg Wolfgang Urban. Ein vollständiger Ergebnisbericht wird im
Internet unter www.hohetauern.at/artenvielfalt2015 abrufbar sein.
Hier finden sich auch weitere Informationen zum Untersuchungsgebiet
sowie zu den Untersuchungsmethoden.

In den vergangenen Wochen war das Untersulzbachtal auch Gegenstand
einer weiteren umfangreichen Untersuchung. Die European Wilderness
Society (EWS) führte im Auftrag der Nationalparkverwaltung eine
Wilderness-Überprüfung durch. In einigen Wochen werden auch dazu die
Ergebnisse vorliegen. "Die abschließend mit den Experten der EWS
geführten Diskussionen lassen uns davon ausgehen, dass das
Untersulzbachtal auch in Zukunft unsere ganz besondere Aufmerksamkeit
verdient", so Rössler und Urban.

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | T54

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel