- 07.08.2015, 08:17:48
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Chancengleichheit beim MedAT ist immer noch nicht erreicht.
Wien (OTS) - Die ÖH Med Wien und die ÖH Med Graz gratulieren allen
die einen Studienplatz bekommen haben herzlich und wünschen denen,
die es nächstes Jahr wieder versuchen: Viel Erfolg!
Auch dieses Jahr möchten die Studierendenvertretungen die
Veröffentlichung der Ergebnisse als Anlass nehmen um die kritischen
Punkte des MedAT darzustellen.
StudienwerberInnen müssen weiterhin für eine Aufnahmeprüfung 110Euro
zahlen. Ein Hürde, die besonders sozial schwächere BewerberInnen
abschreckt. Immerhin ist damit kein Platz gewährleistet. "Der
Aufnahmetest und seine Gebühr sind zwei Gründe warum die soziale
Durchlässigkeit gerade im Medizinstudium gering ist. Daher fordern
wir eine Abschaffung der Prüfungsgebühren, denn die Finanzierung der
Universitäten ist Aufgabe des Staates", so Johanna Zechmeister,
Vorsitzende der ÖH Med Wien.
Ebenso existiert weiterhin ein geschlechterspezifischer Unterschied
zwischen Männern und Frauen. Von 8189 Frauen haben 789 einen Platz
erhalten (9,63%), während es bei Männern 5852 Studienwerber waren und
772 von ihnen einen Platz erhalten haben (13,19%). Zwar fallen 50,5%
aller Plätze an weibliche Studierende, jedoch haben sich dieses Jahr
fast 40% mehr Frauen als Männer zu diesem Auswahlverfahren beworben.
Von einer Chancengleichheit kann daher auch weiterhin nicht
gesprochen werden. Weitere Verbesserungen sind daher aus Sicht der ÖH
Med Wien und ÖH Med Graz obligat.
"Soziale Kompetenz in der jetzigen Multiple-Choice-Form zu prüfen ist
sicher nicht die optimalste Lösung, aber es ist ein Schritt in die
richtige Richtung. Die Anforderungen im und nach dem Studium
erfordern ein hohes Maß an sozialer Kompetenz, weshalb es wichtig
ist, dass das im Test abgebildet wird", so Jakob Riedl, Vorsitzender
der ÖH Med Graz. Um hier genauer zu erheben, inwieweit der Test
aussagekräftig für die Eignung zum Medizinstudium ist, wäre eine
externe Evaluation mit Offenlegung der Ergebnisse wünschenswert.
Der MedAT soll für alle gleiche Chancen bedeuten Medizin zu
studieren, unabhängig von Geschlecht oder sozialem Status.
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