• 02.08.2015, 12:55:37
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Grüne Wien/ Ellensohn: Rasche Gesetzesreparatur, um Wien vor einarmigen Banditen zu schützen.

SPÖ und Michael Häupl könnten handeln, wenn sie wollten.

Utl.: SPÖ und Michael Häupl könnten handeln, wenn sie wollten. =

Wien (OTS) - Der bevorstehende Novomatic-Deal könnte Wien laut
Expertenschätzungen 2.000 neue, einarmige Banditen bescheren -
sogenannte Video Lotterie Terminals (VLT). Sie unterliegen dem
Bundesglücksspielgesetz.

Bisher gab es aufgrund einer Vereinbarung zwischen Casinos Austria AG
und Stadt Wien deutlich weniger VLT in der Stadt.

"Geht der geplante Novomatic-Deal durch, werden die Casinos Austria
aufgrund ihrer neuen Eigentümerstruktur auf diese für sie
geschäftsschädigende Vereinbarung pfeifen", befürchtet der Klubobmann
der Grünen Wien, David Ellensohn. "Die Casinos könnten die Automaten
aufstellen, obwohl die Stadt Wien das ausdrücklich nicht möchte", so
Ellensohn.

Man könne vorsorgen und die Hintertür für die Novomatic einfach
schließen. "Der bislang stärkste Mann in der SPÖ, der
stellvertretende Bundesvorsitzende Michael Häupl, könnte sich bei
seinen Genossen in der Bundesregierung dafür einsetzen, dass das
Glücksspielgesetz rasch repariert wird", schlägt Ellensohn vor.
Konkret gehe es um den §12 des Gesetzes, der die VLT regelt.
Ellensohn: "VLT sollen nur mit Einverständnis des jeweiligen
Bundeslandes aufgestellt werden können. Ein kleiner Satz, der uns vor
einarmigen Banditen, die sich durch die Hintertür hereinschwindeln
wollen, schützen würde. Doch dafür müssen die Wiener SPÖ und Michael
Häupl Flagge bekennen." Zweite Möglichkeit: Die VLT verschwinden ganz
aus dem Gesetz und die Länder können selbst darüber entscheiden.

Seit 1. Jänner 2015 ist das kleine Glücksspiel in Wien verboten. Rund
2.800 Spielautomaten sind seit Jahresbeginn aus dem Wiener Stadtbild
verschwunden. Diese neue gesetzliche Regelung schützt vor allem
Jugendliche und Familien. Denn Spielsucht stellt in Wien auf Grund
der Automaten, die an allen Ecken verfügbar waren, ein Problem dar -
Jugendliche konnten dort ungehindert ihr Geld verzocken.
Das familiäre Leid dadurch ist enorm, genauso wie die Folgekosten für
die öffentliche Hand durch SchuldnerInnen-Beratungen, Privatkonkurse
oder Beschaffungskriminalität. Nach Angaben der Wiener Polizei geben
98 Prozent der Bankräuber Spielschulden als Motiv an. In Wien war der
Anteil der Spielsucht-Betroffenen mit 1,9% der 14 bis 65-jährigen
Wiener höher als in anderen Bundesländern. Und 85 Prozent aller
Spielsüchtigen gaben laut Spielsuchthilfe an, Probleme mit Automaten
zu haben. Ellensohn: "Uns Grünen geht es um maximalen Jugend- und
SpielerInnenschutz, nicht um Gewinnmaximierung."

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