Grüne Wien/ Ellensohn: Rasche Gesetzesreparatur, um Wien vor einarmigen Banditen zu schützen.

SPÖ und Michael Häupl könnten handeln, wenn sie wollten.

Wien (OTS) - Der bevorstehende Novomatic-Deal könnte Wien laut Expertenschätzungen 2.000 neue, einarmige Banditen bescheren -sogenannte Video Lotterie Terminals (VLT). Sie unterliegen dem Bundesglücksspielgesetz.

Bisher gab es aufgrund einer Vereinbarung zwischen Casinos Austria AG und Stadt Wien deutlich weniger VLT in der Stadt.

"Geht der geplante Novomatic-Deal durch, werden die Casinos Austria aufgrund ihrer neuen Eigentümerstruktur auf diese für sie geschäftsschädigende Vereinbarung pfeifen", befürchtet der Klubobmann der Grünen Wien, David Ellensohn. "Die Casinos könnten die Automaten aufstellen, obwohl die Stadt Wien das ausdrücklich nicht möchte", so Ellensohn.

Man könne vorsorgen und die Hintertür für die Novomatic einfach schließen. "Der bislang stärkste Mann in der SPÖ, der stellvertretende Bundesvorsitzende Michael Häupl, könnte sich bei seinen Genossen in der Bundesregierung dafür einsetzen, dass das Glücksspielgesetz rasch repariert wird", schlägt Ellensohn vor. Konkret gehe es um den §12 des Gesetzes, der die VLT regelt. Ellensohn: "VLT sollen nur mit Einverständnis des jeweiligen Bundeslandes aufgestellt werden können. Ein kleiner Satz, der uns vor einarmigen Banditen, die sich durch die Hintertür hereinschwindeln wollen, schützen würde. Doch dafür müssen die Wiener SPÖ und Michael Häupl Flagge bekennen." Zweite Möglichkeit: Die VLT verschwinden ganz aus dem Gesetz und die Länder können selbst darüber entscheiden.

Seit 1. Jänner 2015 ist das kleine Glücksspiel in Wien verboten. Rund 2.800 Spielautomaten sind seit Jahresbeginn aus dem Wiener Stadtbild verschwunden. Diese neue gesetzliche Regelung schützt vor allem Jugendliche und Familien. Denn Spielsucht stellt in Wien auf Grund der Automaten, die an allen Ecken verfügbar waren, ein Problem dar -Jugendliche konnten dort ungehindert ihr Geld verzocken.
Das familiäre Leid dadurch ist enorm, genauso wie die Folgekosten für die öffentliche Hand durch SchuldnerInnen-Beratungen, Privatkonkurse oder Beschaffungskriminalität. Nach Angaben der Wiener Polizei geben 98 Prozent der Bankräuber Spielschulden als Motiv an. In Wien war der Anteil der Spielsucht-Betroffenen mit 1,9% der 14 bis 65-jährigen Wiener höher als in anderen Bundesländern. Und 85 Prozent aller Spielsüchtigen gaben laut Spielsuchthilfe an, Probleme mit Automaten zu haben. Ellensohn: "Uns Grünen geht es um maximalen Jugend- und SpielerInnenschutz, nicht um Gewinnmaximierung."

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