• 29.07.2015, 16:14:08
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Salzburg: Deutsche Koranforscherin mit Theologischem Preis geehrt

Verleihung des Preises der "Salzburger Hochschulwochen" an Angelika Neuwirth am 29. Juli - Plädoyer für "zeitgemäße, auch politikbewusste kritische Koranforschung"

Utl.: Verleihung des Preises der "Salzburger Hochschulwochen" an
Angelika Neuwirth am 29. Juli - Plädoyer für "zeitgemäße, auch
politikbewusste kritische Koranforschung" =

Salzburg (KAP) - Die deutsche Koranforscherin Angelika Neuwirth ist
mit dem "Theologischen Preis" der "Salzburger Hochschulwochen"
ausgezeichnet worden. Die heuer zum zehnten Mal verliehene
Auszeichnung wurde der in Berlin lehrenden Wissenschaftlerin in
Würdigung ihres theologischen Lebenswerkes am Mittwochabend an der
Universität Salzburg überreicht. Durch ihre Arbeit gerade zur
Wechselwirkung von Koran und christlicher Spätantike gewinne "die
Identität des Christlichen deutlich an Profil", heißt es in der
Begründung der Jury.

In ihren Dankesworten plädierte Neuwirth für eine "zeitgemäße, auch
politikbewusste kritische Koranforschung". Eine solche Forschung, die
sich historischer Methoden ebenso bedient wie literatur- und
kulturwissenschaftlicher Methoden, könne ein "ideologisches
Korrektiv" gegen jede theologisch verengende Koran-Lektüre sein, so
Neuwirth. Zugleich lasse eine solche historisch-kritische Lesart auch
die "hermeneutische Verwandtschaft" zwischen Islam, Judentum und
Christentum in einem neuen Licht erscheinen: "Der Koran ist kein
nur-islamischer, und daher erst durch den islamischen Kanon zu
filternder Text, sondern ebenso ein integraler Teil unserer - eben
nicht nur - jüdisch-christlichen Spätantike".

Angelika Neuwirth wurde am 4. November 1943 in Nienburg/Weser
geboren. Sie studierte Arabistik, Semitistik und Klassische
Philologie in Berlin, Teheran, Göttingen, München und Jerusalem. Von
1977 bis 1983 hatte sie eine Gastprofessur an der University of
Jordan in Amman inne. Seit 1991 ist sie Inhaberin des Lehrstuhls für
Arabistik an der Freien Universität Berlin. Von 1994 bis 1999 leitete
sie weiters das Orient-Institut der Deutschen Morgenländischen
Gesellschaft in Beirut und Istanbul als Direktorin. Seit 2007 ist sie
Leiterin des Projekts Corpus Coranicum an der
Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.

Neuwirth ist bereits Trägerin zahlreicher Auszeichnungen - u.a. des
Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse, des Sigmund-Freud-Preises für
wissenschaftliche Prosa und des Dr. Leopold-Lucas-Preises. Außerdem
ist sie seit 2013 Ehrendoktor der Universität Salzburg.

Die "Salzburger Hochschulwoche", die noch bis 2. August dauert, steht
heuer unter dem Titel "Prekäre Humanität". Die traditionsreiche, bis
ins Jahr 1931 zurückreichende Veranstaltungsreihe an der Universität
Salzburg lockt jährlich rund 800 Interessierte und Studierende zu
Vorträgen, Workshops und Diskussionsrunden. Die Verleihung des
Theologischen Preises stellt jedes Jahr einen Höhepunkt der
Hochschulwoche dar.

Honorarfreie Pressefotos der Verleihung und der Preisträgerin
Angelika Neuwirth können ab etwa 20.30 Uhr unter
www.kathpress.at/bild heruntergeladen werden. Weitere Meldungen zur
"Salzburger Hochschulwoche" bietet ein Themenpaket unter
www.kathpress.at/hochschulwoche.

((forts. mgl.)) HKL/PWU
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