Diakonie: Flüchtlinge sofort in Bundesquartieren unterbringen

Wenn 2.000 Menschen im Freien am Boden schlafen müssen, braucht es erfahrenes Katastrophenmanagement

Wien (OTS) - Innenministerin Johanna Mikl-Leitner hat in der gestrigen ZiB1 angekündigt, Bundes-Übergangsquartiere zu belegen, wenn die Bundesländer bis 31.7. keine Konzepte auf den Tisch legen. Das zeigt, dass derzeit Kapazitäten bewusst nicht genutzt werden, um Druck auf die Bundesländer auszuüben.

"Wenn aber wegen des Matchs Bund-Länder über 2.000 Menschen, darunter unbegleitete Flüchtlingskinder, Familien mit Kleinkindern und selbst Mütter mit Neugeboren, seit Wochen im Freien übernachten und bei jedem Wetter stundenlang für ihr Essen anstehen müssen, ist die Zeit für derartige Ultimaten längst abgelaufen", konstatiert der Direktor der Diakonie Österreich, Michael Chalupka.

Es ist nicht zu verantworten, die Gesundheit von Flüchtlingen aufs Spiel zu setzen, während tausende Betten in Kasernen und anderen Bundeseinrichtungen leer stehen.

Die Diakonie fordert die Bundesregierung auf, ihre Kompetenzen wahrzunehmen und endlich adäquat auf die humanitäre Katastrophe in Traiskirchen zu reagieren und bereits heute mit der Unterbringung in Notunterkünften zu beginnen.

Die Umsetzung sollte in die Hände eines/einer unabhängigen Krisenmanager/in im Auftrag der gesamten Bundesregierung gelegt werden, der mit den nötigen Kompetenzen ausgestattet wird, und politisch nicht erpressbar ist. In zahlreichen nationalen und internationalen Katastrophen haben etwa das Österreichische Rote Kreuz oder die Feuerwehren gezeigt, dass mit einem soliden Management große humanitäre Herausforderungen zu bewältigen sind.

"Derzeit leiden nicht nur die Familien auf der Flucht, sondern auch das Vertrauen in die Problemlösungskapazität der Republik Österreich erleidet unermesslichen Schaden", so der Direktor der Diakonie Österreich abschließend.

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