China: Wirtschaft schwächelt, aber kaufkräftige Konsumentengruppe wächst rasant

Wien (OTS) - Eine neue Untersuchung der Boston Consulting Group zeigt, dass die konsumkräftige Gruppe der High-Speed-Haushalte -digital versierte Online-Shopper - in China bis zum Jahr 2020 auf 142 Millionen anwachsen und für 90 Prozent der Zunahme der Konsumausgaben verantwortlich sein wird.

Börsenkrise und Einbruch des rasanten Wirtschafts¬wachstums prägen die jüngsten Schlagzeilen über die Exporthoffnung China. Eine aktuelle Umfrage der Boston Consulting Group (BCG) zur Stimmung der privaten Verbraucher zeigt ein anderes Bild. Demnach wird die Zahl der äußerst kaufkräftigen High-Speed-Haushalte[1] von heute 81 Millionen auf 142 Millionen im Jahr 2020 steigen und zu nahezu 90 Prozent das Wachstum der Konsumausgaben in China vorantreiben. Die Umfrage wird jährlich vom BCG China Center for Consumer und Customer Insight durchgeführt.

Die der oberen Mittelschicht zuzurechnenden städtischen Haushalte zeichnen schon jetzt für über die Hälfte (gut 1,7 Billionen US-Dollar) des gesamten städtischen Konsums von 3,2 Billionen US-Dollar verantwortlich. Künftig werden die High-Speed-Haushalte rund 3,8 der insgesamt 5,6 Billionen US-Dollar umfassenden Verbraucherausgaben im städtischen Raum abdecken. Zu diesem Ergebnis kommt die neue BCG-Untersuchung A Tale of Two Chinese Consumers. "Das weiterhin steigende Einkommen wird die High-Speed-Haushalte in China rasant wachsen lassen. Die westlichen Unternehmen sind daher gut beraten, diese Verbrauchergruppe als Wachstumstreiber ernst zu nehmen und ihre Vertriebsstrategien zu überdenken", sagt Dr. Nikolaus Lang, Senior Partner und China-Experte bei BCG.

Es kommt hinzu, dass einkommensstarke Haushalte überproportional von steigenden Einkommen profitieren. Der durchschnittliche vermögende Haushalt rechnet mit 11 Prozent Einkommenszuwachs in den nächsten zwölf Monaten, während der durchschnittliche Haushalt am unteren Ende der Skala nur eine Einkommenssteigerung von 6 Prozent erwartet. Diese 5 Prozentpunkte machen aufgrund der großen Einkommensunterschiede eine Differenz bei den tatsächlichen Einkommen um das 20-Fache aus.

Unternehmen müssen in vielen Städten präsent sein und einen Multichannel-Ansatz verfolgen

Unternehmen, die High-Speed-Haushalte erreichen wollen, müssen ihre Vertriebskanäle erweitern. Von den heute 81 Millionen High-Speed-Haushalten sind 46 Millionen in Tier 4-, Tier-5- und Tier-6-Städten ansässig. Bis 2020 werden sich sogar 84 Millionen von 142 Millionen High-Speed-Haushalten in diesen Städten befinden. Unternehmen müssen derzeit in 530 Städten präsent sein, um 80 Prozent dieser Haushalte zu erreichen. Bis 2020 wird dafür eine Präsenz in 615 Städten erforderlich sein.

Die aktiven, digital-affinen Konsumenten kann man der BCG-Untersuchung zufolge nur mit einem Multichannel-Ansatz adäquat erreichen. 40 Prozent der wohlhabenden Haushalte kaufen mindestens einmal pro Woche online - bei den aufstrebenden Haushalten (mit einem monatlichen Einkommen unter 5.000 RMB oder 800 US-$) sind es nur gut halb so viele - rund 20 Prozent. "Die High-Speed-Haushalte sind optimistische, aktive Online-Shopper, die die Konsumausgaben in den kommenden Jahren pushen werden", ist Nikolaus Lang sicher.

Gemischte Stimmung unter den Verbrauchern

Trotz des schnellen Wachstums der chinesischen High-Speed-Haushalte spiegeln die Umfrageergebnisse nicht nur Zuversicht wider. Rund die Hälfte der Befragten sieht sehr positiv in die Zukunft, die andere Hälfte ist nicht so optimistisch. Die Gesamtausgaben der weniger wohlhabenden Haushalte werden zwischen 2015 und 2020 jährlich nur um rund 3 Prozent wachsen; mehr als die Hälfte dieser Haushalte rechnet für die nächsten Jahre mit langsamen oder gar keinen Einkommenszuwächsen. Insgesamt ist die Grundstimmung der Konsumenten zwar positiver als im Vorjahr, liegt aber immer noch unter dem Niveau vor der globalen Finanzkrise.

Der Anteil der Verbraucher, die im kommenden Jahr mehr konsumieren möchten, ist von 31 auf 27 Prozent zurückgegangen, während der Prozentsatz derjenigen, die ihren Konsum einschränken werden, von 25 auf 19 gesunken ist. Die Mehrheit bewegt sich in der Mitte: Rund 54 Prozent planen ein gleichbleibendes Konsumverhalten - dieser Anteil ist damit um 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen.

Der Artikel A Tale of Two Chinese Consumers kann heruntergeladen werden unter www.bcgperspectives.com.

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