• 28.07.2015, 13:12:25
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Hilfe zur Selbsthilfe: Vorarlberg macht sich stark für mehr Solidarität

Schwerpunkte der Entwicklungszusammenarbeit des Landes

Utl.: Schwerpunkte der Entwicklungszusammenarbeit des Landes =

Bregenz (OTS) - (VLK) - Vorarlberg kann auf 55 Jahre erfolgreiche
Entwicklungszusammenarbeit zurückblicken. In diesem Zeitraum konnten
mehr als 1.000 Projekte in mehr als 60 Ländern umgesetzt werden -
zumeist in Kooperation mit Vorarlberger Partnerinnen und Partnern.
"Wir haben uns in der Entwicklungszusammenarbeit zum Ziel gesetzt,
vor allem jene Projekte zu fördern, die es Menschen in
Entwicklungsländern ermöglichen sollen, ein selbstbestimmtes Leben zu
gestalten und zu führen", betonten Landeshauptmann Markus Wallner und
Landesrat Johannes Rauch im heutigen (Dienstag, 28. Juli)
Pressefoyer.

Gute Entwicklungszusammenarbeit verbessert die Lebensgrundlage und
verringert Flucht- und Migrationsbewegungen, sagten Wallner und
Rauch. Der Leitgedanke hinter der finanziellen Unterstützung des
Landes sei "Hilfe zur Selbsthilfe": "Wichtig ist es, dass den
Menschen in den wirtschaftlich benachteiligten Gebieten geholfen
wird, ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen", so der
Landeshauptmann. Das Jahr 2015 ist ein besonderes Jahr für die
Entwicklungszusammenarbeit. Das ausgerufene "Europäische Jahr für
Entwicklung 2015" steht unter dem Motto "Unsere Welt, unsere Würde,
unsere Zukunft", über die acht Millenniums-Entwicklungsziele wird
Bilanz gezogen und die Vereinten Nationen werden neue Ziele
verabschieden. Die Europäische Kommission nützt diese Gelegenheit,
unter dem Dach des Europäischen Jahres für Entwicklung [EYD 2015]
über ihre Leistungen und die ihrer Mitgliedstaaten zu informieren und
sie einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen.
Die Europäische Kommission und die EU-Mitgliedstaaten sind gemeinsam
der weltweit größte Geber von Entwicklungsunterstützung zur
Bekämpfung von Armut und Hunger. Der Beitrag Österreichs zur
Entwicklung ärmerer Staaten liegt nach den neuesten verfügbaren
Zahlen aus 2014 bei 0,26 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP).

Schwerpunkt Bildung

Das Land Vorarlberg stellt bereits seit 1960 ein Budget für die
Förderung von Entwicklungsprojekten zur Verfügung. Seither konnten
etwa 1.000 Projekte in mehr als 60 Ländern realisiert werden -
zumeist in Kooperation mit Vorarlberger Partnerinnen und Partnern. In
Summe hat das Land Vorarlberg bis Ende 2014 nach heutigem Geldwert 24
Millionen Euro in die engagierte Aufbauarbeit in den
Entwicklungsländern investiert. Besonderes Augenmerk wird dabei auf
Bildung, Gesundheit, sauberes Trinkwasser, Hygiene und
Ernährungssicherheit gelegt. Heuer stehen für
Entwicklungshilfeprojekte rund 620.000 Euro zur Verfügung. "Bildung
befähigt Menschen, ihren Lebensraum nachhaltig und selbstbestimmt zu
gestalten", sagte Landesrat Rauch. Zusätzlich zur Schulausbildung
sind auch die Berufsausbildung, die Weiterbildung zum Beispiel in der
Landwirtschaft, aber auch Wissensvermittlung in Sachen Gesundheit und
Hygiene sowie im Umgang mit sauberem Trinkwasser entscheidende
Bausteine für eine Verbesserung der Lebensbedingungen und für die
Ernährungssicherheit in den Entwicklungsländern. Rauch: "Bildung ist
Entwicklung und bedeutet auch, Armut und Hunger zu lindern". Mit
Vorarlberger Hilfe werden Projekte in 25 Ländern umgesetzt. Die
meisten Länder befinden sich auf dem afrikanischen Kontinent
(darunter Äthiopien, Tanzania, Burkina Faso oder Malawi), aber auch
in Südamerika (Nicaragua, Ecuador) und Asien (Myanmar, Indien, Sri
Lanka) werden Projekte unterstützt.

Projekte in Ostländern

Neben dem Budget für die Entwicklungszusammenarbeit steht seit
1990 auch ein Budget für Projekte in den ehemaligen Ostländern zur
Verfügung. In Rumänien, Weißrussland, Albanien, Polen und in der
Ukraine konnten bis 2014 mehr als 5,4 Millionen Euro für 160 Projekte
eingesetzt werden. Nach wie vor ist Albanien das Schwerpunktland des
Landes Vorarlberg. Seit dem Frühjahr 1992 hat das Land Vorarlberg -
in Zusammenarbeit mit den Vorarlberger Gemeinden als Schulerhalter
der Pflichtschulen - fast 200 Schulen mit gebrauchten Schulmöbeln
ausgestattet. In Zusammenarbeit mit der Freundschaftsgesellschaft
Vorarlberg - Albanien, mit den Vereinen "Schüler helfen Schülern" und
"Projekt Albanien" wurden zahlreiche Schulen in ländlichen Gegenden
gebaut oder saniert.

Klima und Entwicklungszusammenarbeit

Der Klimaschutz ist zu einem neuen Element der
Entwicklungszusammenarbeit geworden. Das Klimabündnis Vorarlberg, dem
neben dem Land Vorarlberg auch 36 Vorarlberger Gemeinden angehören,
unterstützt mit Projektbeiträgen seit 1993 Partnerschaftsprojekte im
Chocó, einer tropischen Regenwaldregion Kolumbiens. Die
Bevölkerungsgruppen der Afrocolumbianos und Indigenas werden dazu
befähigt, ihre Territorien nachhaltig zu bewirtschaften und sich
gegen großindustrielle Interessen zu behaupten, informierte Gabriele
Greußing vom Klimabündnis Vorarlberg: "Nur wenn man der lokalen
Bevölkerung menschenwürdige Zukunftsperspektiven eröffnet, kann sie
den äußeren Bedrohungen wie Umweltzerstörung durch den Bergbau,
großflächigen Abholzungen und der Verschmutzung oder dem Ausbleiben
ihres Trinkwassers dauerhaft Einhalt gebieten." Eine wesentliche
Bedeutung kommt dem Thema (Bewusstseins-)Bildung zu. "Wichtig ist die
Stärkung des Selbstwertes der Ureinwohner", sagte Georg Künz vom
Klimabündnis Vorarlberg.

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