- 24.07.2015, 13:46:52
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Schultes und Moosbrugger: Für stabilen Milchmarkt sind dringend mehr Maßnahmen nötig
Krise der EU-Milchwirtschaft gefährdet Leistungen der österreichischen Milchbauern
Utl.: Krise der EU-Milchwirtschaft gefährdet Leistungen der
österreichischen Milchbauern =
Gnadenwald (OTS) - "Binnen eines Jahres ist der Erzeugerpreis bei
Milch in der EU und bedauerlicherweise auch in Österreich um 25%
gesunken. Mit rund 30 Cent pro Liter Milch sind die Mehrkosten einer
multifunktionalen Landwirtschaft unter österreichischen Bedingungen
nicht abgedeckt. Die von uns hergestellte Milch ist ein einzigartiges
hochqualitatives Produkt, das voller Vielfalt und Innovation ist.
Gentechnikfreiheit, Bio- und Heumilch, Markenprogramme und die
permanent intensivierte Produktsicherung sind täglich gelebte
Qualitätsphilosophie. Wir verlangen daher mehr Maßnahmen und
Verständnis am Markt für den Milchsektor", erklärt der Präsident der
Landwirtschaftskammer Österreich, Hermann Schultes, gemeinsam mit
Josef Moosbrugger, dem Vorsitzenden des LK-Ausschusses für
Milchwirtschaft und Präsidenten der LK Vorarlberg, im Rahmen der
Jahrestagung der Präsidentenkonferenz der Landwirtschaftskammern in
Gnadenwald (Tirol).
Unsere Milch ist mehr wert - die Milchbauern brauchen faire
Preise
"Österreichs Milchbäuerinnen und -bauern liefern verlässlich
Qualität aus der Region mit einer klar zuordenbaren Mehrleistung, die
auch abzugelten ist. In den letzten Monaten hat sich EU-weit trotz
reduzierter Milchmengen ein deutlicher Preistrend nach unten
eingestellt. Wie in anderen Sektoren tragen die Bauern die Kosten des
Konflikts der EU mit Russland. Die EU-Kommission hat mit der
Verlängerung der Intervention auf EU-Ebene diese Woche erst spät
reagiert, die Interventionspreise als Fangnetz bei
Preiszusammenbrüchen liegen auf einem Niveau, das seit mehr als einem
Jahrzehnt unverändert ist. Hier fordern wir die Inflationsanpassung
durch die EU-Kommission. Der Milchpreis liegt unter jenem vor unserem
Beitritt zur EU", betonen Schultes und Moosbrugger.
Superabgabe wieder für den Milchsektor sinnvoll einsetzen
Die Milchbauern haben im letzten Quotenjahr EU-weit - als der
Milchmarkt noch im Gleichgewicht war - als Abgaben zur
Marktregulierung rund 800 Mio. Euro abliefern müssen, die im
EU-Budget verschwinden, jetzt aber für sinnvolle Maßnahmen wie
Absatz- oder Effizienzsteigerung notwendig sind. "Dieses Geld muss im
Sektor bleiben", so Moosbrugger.
In EU-Gremien wird die Förderung der Schulmilch- und
Schulobstaktion in Frage gestellt. Hier gibt es eine ganz klare
Forderung: "Das System hat sich bewährt. Es soll gesichert werden,
Milch kann ein wichtiger Baustein einer gesunden Ernährung im
Schulalter sein", so Moosbrugger.
"Ja zu Qualität, nachhaltig und konventionell, Bio- oder Heumilch,
in jedem Fall gentechnikfrei gefüttert. Ja zu Diversifizierung und
Effizienz in Erzeugung und Verarbeitung. Österreichs Milchwirtschaft
mit rund 30.000 Milchbauern ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und
Arbeitgeber gleichermaßen im Ländlichen Raum, gerade für die Berg-
und Grünlandbauern ist Milch das wichtigste Einkommensstandbein. Wir
setzen nicht auf Billig- und Massenprodukte, wir setzen auf Herkunft
und Etikettierung", unterstrich der Obmann des LK-Milchausschusses.
Schultes: Qualität soll ihren Preis haben
"Österreich fordert in der Produktion besondere Standards,
Tierwohl, GVO-Freiheit und Naturschutz sind uns selbstverständlich,
verursachen Mehrkosten und schaffen Wettbewerbsnachteile. Mit diesen
Standards rechnet der Konsument. Wir wollen, dass bei öffentlichen
Ausschreibungen auch hier das Bestbieterprinzip angewendet wird und
diese selbstverständlichen Standards nicht durch ungewisse Herkünfte
und niedrige Kriterien unterlaufen wird. Unsere Kernstrategie heißt
Qualität in der Breite. Auch die Eigenmarken des Lebensmittelhandels
sollen darauf abstellen und ihre Nachhaltigkeitskriterien mehr auf
Regionalität ausrichten", fügte LKÖ-Präsident Schultes hinzu.
"Die Milchproduktion muss in der Kombination aus Region,
Nachhaltigkeit und Qualität für die österreichischen Landwirte eine
der Haupteinkommensquellen aus der betrieblichen Wertschöpfung
bleiben. Dafür werden wir uns einsetzen und unsere Forderungen
gegenüber der Europäischen Kommission nach wirkungsvolleren Hilfen
zur Marktentlastung, als auch gegenüber Verarbeitern und Handel nach
Abgeltung der Mehr- und Zusatzleistungen mit Nachdruck verfolgen. Die
Wertschätzung für die Leistungen der heimischen Milchbauern und ihrer
hochwertigen Produkte ist nur glaubwürdig, wenn sich dies auch am
Preis zeigt", unterstrich Schultes. Das Ziel der LKÖ ist die
Sicherung eines nachhaltigen Systems, in dem alle zusammen -
Produzenten, Verarbeiter und Handel - mit Verantwortung und auf
gleicher Augenhöhe entscheiden können", verlangte Schultes
abschließend.
(Schluss)
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