Falter: erstes Geständnis in FPÖ-Parteifinanzaffäre

Mitarbeiter von FPÖ-Werbeagentur gestand, heimlich Geld im Koffer an FPÖ-Bundesgeschäftsführer Hans Weixelbaum überbracht zu haben

Wien (OTS) - Die Wiener Wochenzeitung FALTER berichtet in ihrer morgen Mittwoch erscheinenden Ausgabe über weitere Details der FPÖ-Parteifinanzaffäre. Wie FALTER-Recherchen ergaben, legte ein ehemaliger Mitarbeiter der FPÖ-nahen Werbeagentur Ideenschmiede, Markus W., in einem Verhör vor dem Bundesamt für Korruptionsbekämpfung vergangenen Sommer ein Tatsachengeständnis ab. Markus W. sagte aus, er selbst sei mit Geldkoffern von Klagenfurt nach Wien gefahren, um sie FPÖ-Bundesgeschäftsführer Hans Weixelbaum zu übergeben, also jenem Mann, der für die Parteifinanzen der Strache-FPÖ zuständig ist. Die Justiz klärt diese Vorwürfe nun ab. Es gilt die Unschuldsvermutung.

W.s Aussage ist derzeit von der Akteneinsicht ausgenommen. Der brisante Inhalt wird aber von Quellen aus der Justiz bestätigt.

Der FALTER berichtet weiters, dass FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl und FPÖ-Bundesgeschäftsführer Hans Weixelbaum gemeinsam mit dem Chef der Ideenschmiede, Thomas Sila, im Jahr 2005 ein Beratungs- und "Propagandaunternehmen" namens "IS-Ost GmbH" in Bratislava gründen wollten. Entsprechende Vertragsentwürfe wurden bei einer Razzia gefunden. Herbert Kickl sollte Geschäftsführer dieser Ostfirma mit Sitz in der Stromova-Straße werden, die offensichtlich von der unternehmerfreundlichen Flattax profitieren sollte. Dem FALTER liegt auch ein Zahlungsbeleg über 10.000 Euro vor, die Hans Weixelbaum als "Provision" von der Ideenschmiede erhalten haben soll. Herbert Kickl sagt aus, dass die Firma "meines Wissens nach" nicht gegründet wurde.

Wie der FALTER berichtet, spielt die Justiz mit dem Gedanken, Herbert Kickl vom Nationalrat ausliefern zu lassen. Die FPÖ weist alle Vorwürfe zurück und spricht von einer "Schmutzkübelkampagne". Hans Weixelbaum war für keine Stellungnahme erreichbar. Die Klärung der Vorwürfe obliegt der Justiz.

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