- 20.07.2015, 10:47:34
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Julia und Zoya genießen ihr neues Bärenleben in der VIER PFOTEN BÄRENSTATION Nadiya
VIER PFOTEN bewahrte Braunbärinnen vor grausamen Schicksal in Kampfbärenstation

Utl.: VIER PFOTEN bewahrte Braunbärinnen vor grausamen Schicksal in
Kampfbärenstation =
Wien (OTS) - Die beiden Bärinnen Julia und Zoya wurden erst kürzlich
von VIER PFOTEN in die ukrainische BÄRENSTATION Nadiya überführt.
Dort erholen sie sich nun von ihrem früheren Leben unter furchtbaren
Haltungsbedingungen, wo sie zuletzt in winzigen Käfigen auf der
Ladefläche eines alten LKWs gehalten wurden. Ihr Besitzer hatte
bereits überlegt, sie an eine Kampfbärenstation zu verkaufen, wo sie
für illegale und tierquälerische Jagdmethoden missbraucht worden
wären - ein grausames Schicksal, dem sie nun zum Glück entgehen
konnten.
Carsten Hertwig, Bärenexperte bei VIER PFOTEN: "Julia und Zoya haben
jeweils ihren Teil des Geheges bereits ausführlich erkundet und leben
sich gut in ihrem neuen Zuhause ein. Allerdings müssen wir sie nach
wie vor in getrennten Bereichen des Außengeheges unterbringen, da wir
noch nicht genau wissen, wie es um Zoyas Sehkraft bestellt ist."
Das Team vor Ort konnte beobachten, dass die Bärin mehr auf Stimmen
und Gerüche als auf visuelle Reize reagiert. Daher ist anzunehmen,
dass Zoyas Sicht sehr eingeschränkt ist. So bald wie möglich wird ein
gründlicher tierärztlicher Check durchgeführt, der darüber Aufschluss
geben soll. Sollte Zoya tatsächlich blind sein oder nur sehr wenig
sehen, braucht sie auch in Zukunft ein Areal für sich alleine.
Eventuell besteht dann die Möglichkeit, Julia mit der Bärin Masha,
die VIER PFOTEN 2013 aus einer Kampfbärenstation retten und in die
BÄRENSTATION bringen konnte, zu vergesellschaften.
Hertwig: "Trotz der Sehschwäche lässt Zoya es sich aber nicht nehmen,
ihren Teil des Außengeheges genau zu erkunden, am Pool oder im
Schatten zu sitzen und ihre neue Bewegungsfreiheit zu genießen. Julia
kommt lieber erst abends aus ihrer Höhle, wenn es kühler ist. Dann
springt sie in den Pool und spielt mit einem Futterball in ihrem
Gehege."
Auch was das Futter anbelangt, sind die Bärinnen in der BÄRENSTATION
bestens versorgt. "Alle zwei sind ganz versessen auf Fisch, Äpfel und
Orangen. Nur Tomaten dürften sie nicht kennen, da wissen sie nämlich
nicht genau, was sie mit denen anfangen sollen", berichtet Hertwig.
Trotz der großen Fortschritte von Julia und Zoya, kann man nicht
leugnen, dass sie deutliche Spuren ihrer bisherigen schlechten
Haltung zeigen. Vor allem Zoya zeigt immer wieder stereotypes
Verhalten und dreht sich oft mehrfach um ihre eigene Achse. Auch
Julia wiederholt von Zeit zu Zeit unnatürliche ruckartige Bewegungen
mit dem Kopf und läuft unruhig auf und ab. Es wird, so Hertwig,
einige Zeit dauern, bis beide Bären sich von ihrer traumatischen
Vergangenheit erholt haben.
Der ehemalige Besitzer der Tiere konnte die rund zehn Jahre alten
Bären nicht mehr versorgen. Als das hiesige Umweltministerium von dem
Fall erfuhr, bat es VIER PFOTEN offiziell um Hilfe, denn der Besitzer
war bereits mit Kampfbärenstationen in Kontakt getreten und konkrete
Übernahmeangebote kursierten. Bei der Übernahme der Tiere durch das
VIER PFOTEN Team zeigte er sich jedoch kooperativ und war
erleichtert, die Tiere abgeben zu können. Woher die Bären stammen ist
unklar. Einer von ihnen dürfte aus einem russischen Wanderzirkus, der
andere direkt aus der Wildnis stammen. Der Besitzer selbst war früher
Tiertrainer in einem Zirkus.
VIER PFOTEN setzt sich bereits seit Jahren dafür ein, die illegale
Privathaltung von Bären in der Ukraine zu beenden und ein neues
Zuhause für gerettete Bären vor Ort zu schaffen. Im April
unterzeichnete die Organisation einen Kooperationsvertrag zum Bau
eines 12 Hektar großen Bärenschutzzentrums in der Westukraine nahe
Lemberg. Der neue BÄRENWALD soll im Frühjahr 2016 eröffnet werden und
ehemaligen Kampfbären eine artgemäße Bleibe bieten.
Viele Artgenossen von Julia und Zoya leben in der Ukraine immer noch
unter sehr schlechten Haltungsbedingungen. Dutzende Braunbären werden
als Touristenattraktion nahe Restaurants oder als Köder für die
Jagdhundeabrichtung missbraucht. VIER PFOTEN konnten zwar mit dem
Kampfbären-Verbot, das erst vor kurzem vom ukrainischen Parlament
verabschiedet wurde, einen großen Erfolg erzielen. Die internationale
Tierschutzorganisation ist aber weiterhin auf die Hilfe der Regierung
angewiesen und fordert einen strengen Vollzug des neuen Gesetzes. Nur
so können auch die rund zwanzig verbleibenden Kampfbären befreit
werden.
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