Schultes: 2014 brachte 5% Minus bei Bauerneinkommen

Stark unterschiedliche Ergebnisse in den einzelnen Betriebsformen

Wien (OTS) - "Die Bauerneinkommen haben sich auch 2014 nicht erholt und weisen mit einem Durchschnitt von 23.370 Euro pro Betrieb ein Minus von 5% auf. Bereits 2013 mussten Österreich Bäuerinnen und Bauern einen Einkommensrückgang von 6% verkraften. Die Ursachen für den weiteren Rückgang waren die sinkenden Preise bei Getreide, Öl-und Hackfrüchten sowie die geringeren Erträge aus der Schweinehaltung wie auch der Preisverfall bei Tafeläpfeln. Verschärft wurde die angespannte Einkommenssituation in der Landwirtschaft im Vorjahr durch die europaweite Marktkrise, ausgelöst durch das russische Einfuhrverbot", betonte Hermann Schultes, Präsident der LK Österreich, nach Vorlage des "Grünen Berichts 2015".

Ursachen für das Minus 2014

Für die geringeren Einkünfte bei den bäuerlichen Betrieben waren die niedrigeren Erträge in der Schweinehaltung durch gesunkene Mastschweine- und Ferkelpreise ausschlaggebend. Weiters niedrigere Erzeugerpreise für Erdäpfel und Zuckerrübe, eine geringere Weinernte auf Grund der feuchten Witterungsbedingungen (Fäulnis) als auch deutlich niedrigere Erzeugerpreise für Tafeläpfel, die zum Ertragsrückgang im Obstbau beitrugen. Hinzu kamen noch höhere Aufwendungen für Personal, Pacht und Mieten sowie Abschreibungen.

Im Milchbereich haben 2014 gestiegene Erzeugerpreise und niedrigere Aufwendungen für Futtermittel die negative Einkommensentwicklung etwas dämpfen können. "Bei Österreichs Bergbauern hat sich die Situation 2014 etwas verbessert und die Einnahmen sind gegenüber 2013 um 3% gestiegen", so Schultes.

"Wie schon in den Jahren zuvor, haben auch 2014 intensive Wetterkapriolen das bäuerliche Einkommen durch Ernteausfälle und Mindererträge spürbar nach unten gedrückt. So weist der Grüne Bericht 2015 für das Jahr 2014 durchschnittliche Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft je Arbeitskraft in der Höhe von 18.941 Euro aus, was einem Minus gegenüber 2013 von 5% je Arbeitskraft gleichkommt", unterstrich der LKÖ-Präsident.

Um die Einkommensentwicklung in der Landwirtschaft realistisch einschätzen zu können, ist die Betrachtung einzelner Jahre nicht ausreichend, da jährliche Schwankungen das Ergebnis beeinflussen. Im Vergleich zum Dreijahresmittel (2012 bis 2014) war ein Minus von 7% festzustellen. Vergleicht man das Einkommen eines Landwirts mit dem eines unselbständig Erwerbstätigen, so zeigt sich, dass der Landwirt mit 23.370 Euro unter dem Einkommensniveau des Erwerbstätigen mit rund 25.000 Euro Bruttojahreseinkommen liegt.

"Angesichts dieser negativen Einkommensergebnisse und der angespannten Lage auf den internationalen Märkten sowie starke Marktverwerfungen aus politischen Gründen steht fest, dass wir unsere Zukunft nur gemeinsam mit unseren Kunden, Partnern und Konsumenten sichern können. Österreichs Bäuerinnen und Bauern erzeugen hochqualitative Lebensmittel, die von der Gesellschaft gewünscht und gefragt sind. Um diese Qualitätslebensmittel erzeugen zu können, braucht man Wissen, Kompetenz und Leistungsfähigkeit sowie öffentliche Gelder. Der Anteil der öffentlichen Mittel liegt bei durchschnittlich 17.006 Euro je Betrieb. Mit diesen Zahlungen können Österreichs Bauernfamilien die vielfältigen Leistungen für die Gesellschaft erbringen", stellte Schultes abschließend fest. (Schluss)

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