ORF III am Wochenende: Fortsetzung des „zeit.geschichte“- Jugoslawien-Schwerpunkts und Verdis „Die Macht des Schicksals“

Außerdem: In memoriam Jon Vickers mit „Carmen“, zweiter Teil „Hader muss weg“ und Operette „Eine Nacht in Venedig – Seefestspiele Mörbisch 1999“

Wien (OTS) - ORF III Kultur und Information präsentiert am Wochenende ein abwechslungsreiches Programm u. a. am Samstag, dem 18. Juli 2015, die Fortsetzung des "zeit.geschichte"-Jugoslawien-Schwerpunkts, am Sonntag, dem 19. Juli, Giuseppe Verdis "Die Macht des Schicksals" in "Erlebnis Bühne":

Am Samstag setzt sich der "zeit.geschichte"-Schwerpunkt anlässlich 20 Jahre Srebrenica mit den letzten drei Folgen des preisgekrönten BBC/ORF-Doku-Sechsteilers "Bruderkrieg - Der Kampf um Titos Erbe" (ab 20.15 Uhr) fort, der den Zerfall des Vielvölkerstaats nach dem Tod Josip Broz Titos und die Chronologie der anschließenden Jugoslawienkriege bis zum Dayton-Abkommen im Jahr 1995 schildert. Am 25. Juli ab 20.15 Uhr wird der Schwerpunkt mit drei Dokumentationen, "Josip Broz, genannt Tito", "Waffenruhe - 20 Jahre nach dem Zerfall Jugoslawiens" und "Svjedok - Der Zeuge", beendet.
Im Anschluss an die "zeit.geschichte" zeigt ORF III den zweiten Teil von "Hader muss weg" (22.55 Uhr) unter der Regie von David Schalko. Die Odyssee durch die Nacht ist noch immer in vollem Gange. Der Kabarettist spielt wie im ersten Teil etliche Personen, die dazu beitragen, dass die Figur Josef Hader im Laufe des Abends erschossen wird und nur noch als Leiche in Erscheinung tritt.

Am Sonntag zeigt ein "Erlebnis Bühne Spezial" anlässlich des am vergangenen Samstag verstorbenen kanadischen Heldentenors Jon Vickers die starbesetzte Opernverfilmung "Carmen" (9.00 Uhr) aus dem Jahr 1967 mit den Wiener Philharmonikern. Unter Herbert von Karajans musikalischer Leitung und Regie brillieren neben Vickers als Don José Grace Bumbry und Mirella Freni.
Im Vorabend zeigt "Operette sich wer kann" Johann Strauß’ "Eine Nacht in Venedig - Seefestspiele Mörbisch 1999" (17.00 Uhr) in der Inszenierung von Helmuth Lohner mit Marc Clear, Gideon Singer, Evelyn Schörkhuber und dem Chor der Seefestspiele Mörbisch. Diese Operette wird bei den diesjährigen Seefestspielen neu inszeniert. ORF III zeigt Karl Absengers Inszenierung am 9. August um 20.15 Uhr.
Der "Erlebnis Bühne"-Abend widmet sich im "Künstlerporträt" mit "Robert Stolz - Musik der Versöhnung" (19.15 Uhr) dem österreichischen Dirigenten und Komponisten, der 40 Jahre nach seinem Tod hauptsächlich für jene gefälligen Melodien bekannt ist, mit denen er in den 1950er bis -70er Jahren die Fernsehunterhaltung im deutschen Sprachraum prägte. Doch wird das Bild vom "melodienseligen Altmeister" kaum dem Mann gerecht, der fast ein ganzes Jahrhundert Kulturgeschichte erlebte und neben Riesenerfolgen auch große Niederlagen erlebte.
Barbara Rett präsentiert schließlich Giuseppe Verdis schicksalhafte Oper "La forza del destino" / "Die Macht des Schicksals" (20.15 Uhr) in einer MET-Inszenierung aus dem Jahr 1996 unter dem Dirigat von James Levine mit Sharon Sweet, Plácido Domingo, Vladimir Chernov und Roberto Scandiuzzi.

Details zum "zeit.geschichte"-Schwerpunkt mit drei Folgen "Bruderkrieg - Der Kampf um Titos Erbe" am Samstag, dem 18. Juli:

In einzigartiger Weise kombiniert die umfangreiche Dokumentation "Bruderkrieg - Der Kampf um Titos Erbe" zuvor noch nie gezeigtes Archivmaterial mit Interviews der Hauptakteure des Konflikts, darunter Slobodan Milošević, Radovan Karadžić, Franjo Tuđman und Alija Izetbegović. Diese schildern jeweils ihre Version der entscheidendsten Momente der Krise und erzählen, wie und warum sie ihre weitreichenden Entscheidungen getroffen haben. Für die Ausstrahlung in ORF III wurde die Produktion außerdem technisch überarbeitet und ins Format 16:9 übertragen.

In Folge vier, "Flächenbrand" (20.15 Uhr), wird über die Massaker nach der bosnischen Unabhängigkeit berichtet. Die serbische Partei war von Anfang an gegen die Unabhängigkeit Bosniens. Um ein Exempel ethnischer Säuberung zu statuieren, wurde die moslemische Bevölkerung von Zvornik massakriert oder vertrieben. Der Führer der maßgeblich dafür verantwortlichen serbischen Freischärler Vojislav Sešelj behauptet, dass Slobodan Milošević alles wusste. "Sicherheitszonen" (21.10 Uhr) beleuchtet danach das Versagen der UNO in Bosnien. Der französische General Morillion hatte den Bewohnern der ostbosnischen Stadt Srebrenica UNO-Schutz versprochen. Es entstanden sogenannte Sicherheitszonen. Die Bewohner von muslimischen Enklaven mussten zum Austausch gegen UNO-Soldaten ihre Waffen abgeben und sich in riesigen, nur dürftig bewachten Lagern zusammenfinden. Als die bosnischen Serben im Frühjahr 1995 über die muslimischen Enklaven Srebrenica und Žepa herfielen, ließ die UNO zu, dass die Menschen in den Schutzzonen massakriert wurden. Drei Monate nach diesem UNO-Desaster erzwangen auf Drängen der USA endlich NATO-Flugzeuge die Beendigung des Mordens in Bosnien.
Die letzte Folge, "Der kalte Frieden" (22.00 Uhr), behandelt schließlich das Abkommen von Dayton, das im Dezember 1995 vom serbischen Präsidenten Slobodan Milošević, dem kroatischen Präsidenten Franjo Tuđman und dem bosnisch-herzegowinischen Präsidenten Alija Izetbegović unter Vermittlung der USA und mit Beteiligung der Europäischen Union unterzeichnetet wurde. Die führenden Delegationsmitglieder erzählen, was sich hinter den Kulissen der Verhandlungsräume abgespielt hat.

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